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Unter der Kuppel

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Wer in den kommenden neun Tagen das Bollwerk Freiburg betritt, wird unweigerlich an Romane wie Stephen Kings «Under the Dome» oder T.C. Boyles jüngstes Werk «Die Terranauten» erinnert: Über die mittelalterliche Festung spannt sich eine Kuppel, der sogenannte Styrn, der die Gemeinschaft im Inneren hermetisch von der Aussenwelt abschottet. Das Gedanken­experiment ist ein Projekt des diesjährigen Bollwerkfestivals, das heute Abend eröffnet wird. Dahinter steckt das deutsche Theaterkollektiv Machina eX. Dieses hat die interaktive Produktion auf Einladung des Festivals eigens für das Freiburger Bollwerk konzipiert.

Der Titel «Bastion 2492» bezieht sich auf das Jahr 2492, exakt tausend Jahre nach der Errichtung des Bollwerks. Eine Gemeinschaft von Menschen lebt seit vielen Generationen ohne Kontakt zur Aussenwelt in der Festung. Der Styrn schirmt sie vor der feindlichen Aussenwelt ab. Verantwortlich für die Aufrechterhaltung des Systems ist eine Wächterin, halb Mensch, halb Roboter. Da unter der Kuppel niemand über Informationen von ausserhalb verfügt, verlässt die Gemeinschaft sich auf uralte Überlieferungen. Doch dann macht die Wächterin eine Entdeckung, die Zweifel aufkommen lässt.

Metapher der Abschottung

Was das Kollektiv Machina eX seit seiner Gründung im Jahr 2010 macht, nennt sich Game-Adventure oder Computerspieltheater. Es ist ein Erlebnis zwischen interaktiver In­stallation und Performance. Die Besucherinnen und Besucher werden zu Handelnden, indem sie mit der Wächterin, gespielt von der Freiburger Performerin Joséphine de Weck, interagieren. Die Aufführung verläuft so nicht immer gleich. Sie führe aber auf unterschiedlichen Wegen zum gleichen Ziel, verrät Victor Kümel, der die Texte des Stücks geschrieben hat. Wie das Ende aussieht, will er natürlich nicht verraten – aber es sei auf jeden Fall positiv und hoffnungsvoll.

Inhaltlich sei das Stück auch als Metapher für den Zustand der heutigen Gesellschaft zu verstehen, so der 32-jährige Berliner weiter. «Es geht um Tendenzen der Abschottung als Reaktion auf das Gefühl, dass unsere politische Sicherheit und unser Wohlstand ins Wanken geraten. Dieses apokalyptische Gefühl, dass gerade etwas zu Ende geht, haben wir in die Zukunft verlängert.»

Mittendrin in diesem endzeitlichen Szenario befindet sich die Wächterin. «Sie ist eine sehr spannende Figur», sagt Schauspielerin Joséphine de Weck. «Es macht Freude, sie zu spielen und zu entwickeln.» Die Wächterin verhalte sich nicht ganz wie ein Mensch, so die 28-Jährige. Sie denke und handle anders, das mache sie interessant. «Zentral ist, dass sie an ihre Gemeinschaft glaubt.» Wie das Individuum sich zur Gemeinschaft verhalte, auch dafür sei das Stück eine Metapher, ergänzt Victor Kümel.

Seit Anfang Mai an der Arbeit

Um die komplexe Produktion auf die Beine zu stellen, ist die neunköpfige Gruppe seit Anfang Mai im Bollwerk an der Arbeit. Zum einen galt es, die inhaltlichen Details zu entwickeln, zum anderen mussten aber auch die aufwendige Infra­struktur aufgebaut und die Computertechnik eingerichtet werden. Dabei seien nicht etwa ausgebildete Programmierer am Werk, sondern lauter Leute, die sich ihr Wissen im Verlauf der Arbeit mit Machina eX selbst beigebracht hätten, erklärt Victor Kümel. Für jedes Stück und jeden Spielort brauche es massgeschneiderte Lösungen.

Damit sich der Aufwand für das Bollwerk lohnt, steht die Festung am diesjährigen Festival ausschliesslich für das Projekt «Bastion 2492» zur Verfügung, das hier mehrmals täglich gespielt wird (siehe Kasten). Die übrigen 22 Produktionen laufen an verschiedenen Orten in der Stadt und in der Umgebung.

Programm

24 Aufführungen in der Festung

«Bastion 2492» wird ab heute und bis zum Festivalende am 1. Juli täglich zwei bis vier Mal gespielt. Insgesamt sind 24 Aufführungen vorgesehen. Die Teilnehmerzahl ist jeweils auf zwölf begrenzt; darum ist eine Reservation empfohlen. Tickets gibt es bei Starticket und an der Festivalkasse beim Bollwerk (täglich ab 18 Uhr, Montag geschlossen). «Bastion 2492» ist eine von 23 Produktionen, die am diesjährigen Bollwerkfestival zu sehen sind.

cs

Details: www.belluard.ch

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