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Urs Altermatt – Historiker am Puls der Zeit

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Autor: walter buchs

1980 wurde der Solothurner Urs Altermatt von Bern als ordentlicher Professor auf den prominenten Lehrstuhl für Schweizer Geschichte nach Freiburg berufen. Am kommenden Montag hält der 68-jährige Historiker seine Abschiedsvorlesung (siehe kleiner Kasten).

Zentrum für Zeitgeschichte mit internationalem Ruf

«Die Berufung nach Freiburg anzunehmen, war damals nicht nur ein richtiger, sondern ein freudiger Entschluss», stellt Urs Altermatt im Gespräch mit den FN fest. «Freiburg als zweisprachige Stadt mit internationaler Ausstrahlung hat mich stets fasziniert», fügt er hinzu.

Am Anfang war der Lehrstuhlinhaber allein mit einem Assistenten. Heute sind es mehr als ein gutes Dutzend Personen, darunter neben dem Ordinarius zwei assoziierte und drei Titularprofessoren sowie zwei Lektorinnen. «Es ist mir gelungen, in den 30 Jahren aus einem bescheiden dotierten Seminar ein national und international anerkanntes Zentrum für Zeitgeschichte zu machen», stellt Urs Altermatt mit Genugtuung fest. In den 30 Jahren sind über 250 Lizenziatsarbeiten und Dissertationen bei Professor Altermatt eingereicht worden. Insgesamt ist dies eine Höchstleistung für einen einzelnen Ordinarius.

Breites Interessenspektrum

Die lange Publikationsliste widerspiegelt die Vielfalt der Forschungsinteressen von Urs Altermatt (siehe Kasten). Angefangen hat er mit der Geschichte des politischen Systems und der Parteien der Schweiz, dies bereits als Dozent in Bern. Von Themen der Religion und Gesellschaft ging der Historiker zu Rechtsextremismus, Antisemitismus und Nationalismus über.

Gefragter Gastprofessor

Dabei gelang es Altermatt, in Freiburg einen Kompetenzschwerpunkt für die internationale Katholizismusforschung aufzubauen. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs kamen immer mehr auch (ost-)europäische Themen wie Minderheitsfragen dazu.

Nach 1989 verbrachte Urs Altermatt längere Lehr- und Forschungsaufenthalte an ostmittel- und südosteuropäischen Universitäten. Zu erwähnen sind u. a. Krakau, Budapest und Sarajewo, das ihm unmittelbar nach dem Krieg nachhaltig in Erinnerung geblieben ist. Das in Osteuropa weitverbreitete Buch über den Ethnonationalismus wurde mit dem Ehrendoktorat der Universität Sofia gewürdigt.

Ein Reihe renommierter Universitäten und Institute nutzen die Erfahrung und das Wissen des Schweizer Historikers. Seit 2008 ist er Universitätsrat in Graz. Nichtsdestotrotz ist Urs Altermatt besonders auf die Ehrung seines Heimatkantons Solothurn stolz, der ihm 2007 einen Anerkennungspreis verlieh.

Seit jeher ist es dem Freiburger Historiker ein Anliegen, dass Forschungsarbeiten auch bekannt werden. In zwei von ihm herausgegebenen Publikationsreihen sind mittlerweile an die 60 Studien erschienen. Zudem ist Altermatt seit 1986 Chefredaktor der «Schweizerischen Zeitschrift für Religions- und Kulturgeschichte».

Stimme Freiburgs in der Schweiz

In der Öffentlichkeit hat sich der Freiburger Geschichtsprofessor als Publizist mit regelmässigen Beiträgen in Zeitungen wie der NZZ hervorgetan. Als Vordenker und Kommentator zum politischen Zeitgeschehen hat er sich einen Namen gemacht. So sind seine Einschätzungen bei Bundesratswahlen seit Jahrzehnten in den Medien heiss begehrt.

Während seiner Laufbahn bekleidete Urs Altermatt zahlreiche Ämter in inner- und ausseruniversitären Organen. So war er 1985/86 Dekan, 1986-94 Mitglied des Senats und 2003-07 Rektor der Universität Freiburg. Sein Erfahrungsschatz kam vielen nationalen Gremien zugute, so der Ost-West-Kommission der Kulturstiftung Pro Helvetia. Auch für die Freiburger Kultur fand er Zeit, z. B. als Präsident des Geschichtsforschenden Vereins. In den Beiträgen zur Freiburger Sprachenfrage äusserte er sich stets «ganz bewusst ohne jegliche Polemik», wie er betont.

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