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Valérie Piller – die frustrierte Verliererin

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Valérie Piller Carrard, Sie haben den Kampf um einen Sitz im Staatsrat klar verloren, was ist Ihre erste Reaktion?

Ich bedaure diesen Rechtsrutsch– zur harten Rechten hin. Ein Mann mehr in der Regierung widerspiegelt zudem gar nicht das Bild eines modernen und progressiven Kantons, und es bildet auch nicht die Verhältnisse in der Bevölkerung ab.

«Ich sorge mich um den Service public, um die Verwaltung, das Personal. Die Anliegen der Bevölkerung werden nicht mehr wahrgenommen werden.»

Valérie Piller Carrard

SP-Staatsratskandidatin

 

Sie haben weder die Linke noch die Frauen hinter sich vereinen können.

Die Linke hatte ich hinter mir, das zeigt schon das Resultat. Mit fast 25 500 Stimmen holte ich ein bisschen mehr Stimmen als im ersten Wahlgang mit 21 300. Meines Erachtens hat mich die Linke unterstützt. Aber es ist klar, vielleicht konnte ich die Wähler und die Frauen der Mitte nicht dazu motivieren, meine Kandidatur zu unterstützen. Das ist schade, denn ich habe mehrere Anliegen dieses Wähler­spektrums in meiner Kampagne aufgegriffen und wurde offensichtlich nicht gehört. Ich bedauere das neue Ungleichgewicht in der Regierung sehr.

«Die Strategie war nicht falsch. Aber leider hat es gegen einen rechten Mann, der auf die Unterstützung des rechten Lagers zählen konnte, nicht gereicht. »

Valérie Piller Carrard

SP-Staatsratskandidatin

 

Ist Ihre Nichtwahl nicht auf die falsche Strategie der SP zurückzuführen?

Nein, die Strategie war nicht falsch. Ich bin ja in den zweiten Wahlgang gekommen. Und auch für den zweiten Wahlgang haben wir eine sehr gute Kampa­gne gemacht, in der ich meine Fähigkeiten und meine Kompetenzen dargelegt habe. Leider hat es gegenüber einem rechten Mann, der auf die Unterstützung des rechten Lagers zählen konnte, nicht gereicht.

Der Bruch der linken Allianz wiegt trotzdem schwer.

Klar wiegt er schwer. Aber der Bruch wiegt schwer für jene, die nicht an die Urne gegangen sind, und jene, die Herrn Castella unterstützt haben. Die Leute, die mich gewählt haben, haben ihre Linie beibehalten, und darüber bin ich froh.

Haben Sie ein schlechtes Gewissen gegenüber den Grünen?

Nein, absolut nicht. Ich habe gezeigt, dass ich genauso fähig bin, die Wählerschaft hinter mir zu vereinen. Leider war es nicht genug überzeugend.

Hat Ihrer Ansicht nach die Rechte den Sitz gemacht oder die Linke den Sitz verloren?

Ehrlich gesagt, so unmittelbar nach der Wahl, würde ich sagen, dass die Rechte den Sitz gemacht hat. Wenn die Bevölkerung den linken Sitz hätte verteidigen wollen, hätte sie es getan.

Sind Sie frustriert?

Ich persönlich, ja, ich bin frustriert ob des Resultats. Aber wissen Sie, morgen bin ich immer noch Nationalrätin. Es gibt immer noch viel Arbeit, und ich werde weiterhin für meine Überzeugungen und Werte kämpfen. Dagegen bin ich beunruhigt, was die Zukunft unseres Kantons angeht. Hält man sich die Vorschläge der Rechten vor Augen, sorge ich mich um den Service public, um die Verwaltung, das Personal. Die Anliegen der Bevölkerung werden nicht mehr wahrgenommen werden.

Der Präsident der Grünen, Bruno Marmier, sagt, dass Ständerat Christian Levrat eine grosse Rolle in Bezug auf die gewählte Strategie ihrer Partei hatte, stimmt das?

Absolut nicht! Ich bin eine Frau, die schon mehrere Wahlen gemeistert hat. Ich bin fähig, selber Entscheidungen zu treffen. Ich habe zu diesem Wahlkampf nach reiflicher Überlegung Ja gesagt und war und bin immer noch bereit, politische Verantwortung zu übernehmen. Ich bin nicht auf einen starken Mann im Hintergrund angewiesen, der mich zu etwas drängt.

«Ein Mann mehr in der Regierung widerspiegelt nicht das Bild eines modernen und progressiven Kantons.»

Valérie Piller Carrard

SP-Staatsratskandidatin

 

Was wird sich verändern im Kanton Freiburg unter einer überwiegend bürgerlichen Regierung?

Ich denke, dass das Staatspersonalgesetz total revidiert wird. Dass die Dienstleistungen für die Bevölkerung aufgrund der zu erwartenden Steuersenkungen zurückgehen werden. Sie brauchen nur in den Kanton Luzern zu schauen, wo die bürgerliche Regierung Lehrer und Schüler in die Zwangsferien schickte, um das Kantonsbudget zu entlasten. Sie kürzt die Beiträge für die Behindertenheime. Und ich sorge mich, dass das hier auch passiert. Voilà, ich finde das alles sehr bedauerlich.

Reaktion

“Mit Didier Castella geht die Welt nicht unter”

Sylvie Bonvin-Sansonnens, haben Sie ein so klares Ergebnis zugunsten von Didier Castella (FDP) erwartet?

Nein. Die SP hat erreicht, was ihr Potenzial hergibt. Will die Linke aber einen Sitz holen, muss sie das ganze linke Spektrum vereinen. Man kann auch sehen, dass die Bevölkerung nicht bereit ist, der SP drei Sitze in der Regierung zu gewähren.

Wenn sich die SP für eine andere Strategie entschieden hätte, wäre das Ergebnis ein anderes gewesen?

Ja, hätte die Allianz gespielt, hätte die Linke im ersten Wahlgang das Rennen machen können. Mit dem Rücktritt von Marie Garnier (Grüne) entstand im Staatsrat plötzlich eine Lücke, die geschlossen werden musste. Kontinuität wäre nötig gewesen, und ich glaube, ich hätte eher das Profil für den frei werdenden Sitz gehabt.

War es ein Fehler, dass die Grünen für den zweiten Wahlgang Stimmfreigabe beschlossen haben?

Im ersten Wahlgang habe ich auch 14 000 Stimmen von rechts, von der CVP und aus Landwirtschaftskreisen bekommen. Das waren keine Sozialdemokraten! Wenn die Grünen nun Stimmfreigabe beschlossen haben, dann aus Respekt vor den bürgerlichen Wählern, die wir uns für die Zukunft erhalten wollen.

Und was sagen Sie dazu, dass nur noch eine Frau im Staatsrat sitzt?

Ich habe anders als Frau Piller nie auf die Geschlechterkarte gesetzt. Mir ging es einzig um Kompetenz. Und Herr Castella ist intelligent. Mit ihm geht die Welt nicht unter. Wir Grünen sind nur traurig, dass die SP uns nicht vertraut hat.

 

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