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Valete-Konzert: nur die Spitze des Eisbergs?

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Die St.-Michael-Schüler wollen mehr Transparenz und Mitspracherechte

Autor: Von MURIEL BOWIE

«Es geht hier nicht in erster Linie um das abgesagte Konzert», wie Johannes Lortz, der an vorderster Front die Kundgebung anführte, bekannt gibt: «Ich jedenfalls bin hier, weil es keinen anderen Weg gibt, das Rektorat zur Rede zu stellen. Die Karten müssen jetzt offen auf den Tisch. Nicht morgen oder übermorgen, sondern heute.» Der Schüler des Kollegiums St. Michael gibt somit zu, dass das eigentliche Problem auf einer anderen Ebene anzusiedeln ist. Ist die Konzertabsage also nur ein Vorwand?

Dass eine Musikveranstaltung alleine einen derartigen Tumult zu veranlassen vermag, kann auch Kommissar Michel Genoud nicht glauben: «Aber unser Einsatz beschränkt sich auf diesen Anlass. Die Debatte müssen die anderen führen. Da können wir nichts unternehmen.» Der Schulrektor des Kollegiums St. Michael, Nicolas Renevey, will nichts überstürzen und nimmt die Aktion vorerst gelassen: «Demonstrieren ist eine billige Lösung. Man kann einem Entscheid zustimmen oder nicht, aber akzeptieren muss man ihn auf jeden Fall. Ich glaube, die Situation wird sich bald von selber beruhigen», wie er noch um halb elf erklärt. Als die Schüler dann ein zweites Mal auf seinem Pausenplatz auftauchen, ändert er seine Haltung und zeigt sich bereit zum Verhandeln. Dies nicht zuletzt auf den Druck von Einsatzleiter Genoud hin, der darauf die Bildung einer Kommission veranlasst, die das weitere Vorgehen besprechen und eine Lösung ausarbeiten soll. Obwohl sich die Gruppe zu einem kurzen Gespräch zurückzieht, scheitert das Vorhaben an der mangelnden Kompromissbereitschaft der beiden Parteien.

Mehr Kommunikation gefordert

«Wir fühlen uns von der Direktion nicht ernst genommen. Nie waren wir auf dem Laufenden, alle Entscheide wurden über unsere Köpfen hinweg gefällt. Es gibt hier sogar Leute, die gar nicht wissen, weshalb wir demonstrieren!», empört sich Johannes Lortz. «Das stimmt, wir waren nicht informiert, dass die Demo stattfindet», so Ivan Tonka vom Kollegium St. Michael. Aber natürlich wisse er, worum es hier gehe. Doch so ganz klar scheint das Ziel tätsächlich nicht: Die einen wollen das Konzert, die anderen mehr Kommunikation, wiederum andere wollen beides. Die Meinungen gehen in diesem Punkt auseinander. Was ausserdem erstaunt, ist, dass der Protest nicht vom Organisationskomitee des Valete-Festes ins Leben gerufen wurde. «Nein, wir haben nichts damit zu tun, das kommt von den Schülern», so OK-Mitglied Benoît Dupré, der kurzerhand als Pressesprecher fungierte. Er respektiert den Beschluss des Rektors, kritisiert aber, dass die Diskussion zu Jahrebeginn hätte stattfinden sollen: «Dann wäre es nie zu diesem Aufmarsch gekommen.»

Erstaunte Schüler

«Das ist toll! Ich habe nicht gedacht, dass so viele Leute mitmachen würden», sagt Laure Widder, Schülerin am Kollegium St. Michael, begeistert. Mit ihrem Erstaunen ist sie nicht alleine: «Die Aktion hat eine Eigendynamik entwickelt, wie ich es nie erwartet hätte», meint auch Benoît Dupré. Er macht sich aber keine Illusionen: «Dieses Jahr wird kein Konzert stattfinden. Aber vielleicht können wir etwas fürs nächste Jahr erreichen.»

Olivier Fasel, ebenfalls Mitglied des Organisationskomites, will die Einwände des Schulleiters nur bedingt verstehen: «Es stimmt nicht, dass die Durchführung des Konzerts zu teuer wäre. Es ist nicht die Schule, die bezahlt, denn wir sind finanziell unabhängig und haben das Geld an diversen Verkaufsaktionen gesammelt.» Er will, dass der Direktor endlich Stellung bezieht und auf die Fragen der Schüler eingeht. «Denn wir reden dauernd aneinander vorbei.» Der Beweis: Kurz zuvor hatte der Direktor mitgeteilt, es wäre auch aus finanziellen Erwägungen auch nicht zu verantworten, das Musikspektakel auf dem St.-Michaels-Platz zu veranstalten: «Die ganzen Sicherheitsvorkehrungen und die Abschrankungen sowie das Aufbieten von Securitas sind einfach zu teuer.»
Und die Alternative St. Leonhard? «Das geht nicht. Wenn wir dorthin gehen, dann besteht keine Chance, den Pausenplatz im nächsten Jahr wieder zu bekommen. Und das ist, was wir wollen», so Fasel. Zudem würde die Halle einen zusätzlichen Kostenaufwand mit sich bringen. «Dazu kommt noch, dass wir keine Band haben und in der verbleibenden Zeit keine mehr finden können. Ausserdem ist die Akustik im Raum sehr schlecht.»
So endet gegen Mittag eine Demonstration, bei der keiner so genau wusste, worum es eigentlich ging, und die geforderte Diskussion verschoben wurde. Doch die Schülerinnen und Schüler haben etwas ins Rollen gebracht. Nun kann niemand mehr die Kommunikationsprobleme zwischen Schülern und Rektorat des Kollegiums St. Michael verleugnen. Die Gymnasiasten der anderen Schulen waren demnach nichts weiter als Statisten in einem internen Streit.

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