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Verdreifachung der Fälle in einer Woche

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Letzten Donnerstag wurden im Kanton Freiburg 27  neue Corona-Ansteckungen gemeldet. Innert kurzer Zeit ordnete das Kantonsarztamt für den Süden des Kantons zwei Kollektiv-Quarantänen mit je 500 Personen an. Über das Wochenende ging die Entwicklung weiter. Derweil berät der Staatsrat über eine Ausweitung der Maskenpflicht. Der Kantonsarzt nimmt Stellung.

 

Am Freitag haben Sie gesagt, die Situation im Kanton Freiburg sei unter Kontrolle. Was bestärkt Sie darin?

Thomas Plattner: Im Moment sind wir in der Lage, die Neuansteckungen rückzuverfolgen. Die Massnahmen mit dem individuellen Contact-Tracing und den kollektiven Quarantäne-Instrumenten zur Unterbrechung der Infektionsketten wurden umgesetzt.

Sollte dies nicht mehr der Fall sein: Gibt es einen Plan B?

Wir haben die Kapazität in unserem Tracing-Center erhöht, damit mehr Personen zur Verfügung stehen, die die Fälle rückverfolgen. Wir werden so oder so weitermachen mit dem Tracing. Allenfalls müsste man prüfen, wie es noch effi­zienter gestaltet werden kann, vielleicht den Fragenkatalog anpassen und das Tracing auf ganz enge Kontakte reduzieren.

Und über das Tracing hinaus?

Wir setzen nun verstärkt auf Prävention. Der Staat ist daran, die verschiedenen Schutzkonzepte zu überprüfen. Die Gesundheitsdirektion ist zuständig für einen Teil davon, namentlich für die Institutionen im Gesundheitsbereich und die spezialisierten Institutionen, auch im Bereich der Kinderbetreuung. Gerade in diesem Bereich überprüfen wir die Umsetzung der Schutzkonzepte und schauen, dass es im beruflichen Umfeld nicht zu Übertragungen kommt. Diese Prävention ist jetzt ganz wichtig, da werden wir auch Ressourcen investieren. Wir nehmen uns Zeit, Privatfirmen mit unserem mobilen Team Informationen über Schutzmassnahmen zu geben. Wir arbeiten auch eng mit dem Arbeitsinspektorat zusammen, und es sind Videokonferenzen mit der Wirtschaftskammer für Fragen von Betrieben vorgesehen.

Quarantäne ist ja auch Prävention.

Ja, aber es ist eher eine Sekundärprävention, nachdem bereits ein Fall aufgetreten ist. Wir achten nun aber bei diesen Institutionen darauf, dass es gar nicht erst zu Kontakten kommt. Bei einer Krippe ist es beispielsweise wichtig, dass sich das Personal untereinander und voreinander schützt, damit wir nicht – wie auch schon geschehen – das Personal einer ganzen Krippe in Quarantäne schicken müssen.

Belgien hat eine Reisewarnung für Freiburg herausgegeben. Berechtigt?

Dazu kann ich mich nicht äussern. Ich weiss auch nicht, nach welchen Kriterien Belgien diese Reisewarnungen herausgibt.

Massgeblich für Massnahmen ist vielerorts die Zahl der Ansteckungen über 14 Tage pro 100 000 Einwohner. Auch für Freiburg?

Wir wenden hier eine Risiko-Matrize an, die von den Kantonsärzten erarbeitet worden ist. Da vergleichen wir immer die Zahlen der letzten sieben Tage und nehmen täglich eine Bestandsaufnahme vor. Für mich ist die Inzidenzrate mit der Zahl pro 100 000 Einwohner nur ein Element. Viel wichtiger ist die Entwicklung über diese Periode.

Hat sich die Situation rund um die Ansteckungen und die Quarantänen im Kanton übers Wochenende weiter verschärft?

Ich kann nur darauf verweisen, dass wir in der Vorwoche total 41 Fälle hatten und bis Sonntagabend in der letzten Woche 132 Fälle. Die Zahl hat sich also verdreifacht. Nicht die Infektionsrate an sich macht uns Sorgen, sondern dass es eine massive Zunahme gibt.

Bisher fragte man beim Tracing nach Kontakten bis zwei Tage vor Auftreten der Symptome. Neu soll man aber vier oder fünf Tage ansteckend sein. Geht man beim Tracing nun weiter zurück?

Im Moment fragen wir zwei Tage zurück. Man muss schauen, dass der Aufwand im Verhältnis mit der gewünschten Wirkung steht. Es wäre extrem aufwendig, fünf Tage zurückzutracen. Auch nimmt die Qualität der Information ab, weil die Erinnerung verblasst. Das werden wir unter den Kantonen koordinieren und absprechen müssen. Tracing-Kriterien sind eine Entscheidung des BAG. Ich habe jede Woche eine Telefonkonferenz mit dem BAG. Da geht es jedes Mal um die Koordination unserer Massnahmen. Man spricht sich ab.

Wie stark haben Reiserückkehrer zur Erhöhung der Fallzahlen beigetragen?

Wir haben zwar in vielen Fällen festgestellt, dass Reiserückkehrer betroffen waren. Aber die Entwicklung einfach ihnen zuzuschreiben, ist heikel.

Könnten solche Ansteckungen nach den Ferien zurückgehen?

Selbstverständlich bleibt zu hoffen, dass es mit dem Ende der Sommerferien zu einer gewissen Beruhigung kommt. Allerdings ist die Situation, wie sie sich heute zeigt, sicher nicht allein darauf zurückzuführen. Ich befürchte, dass die Entwicklung weitergeht. Die nächsten Tage und Wochen werden zeigen, in welche Richtung es geht.

Ab dieser Woche beginnen die Schulen mit dem Unterricht. Hat man sie unter spezieller Beobachtung?

In den Schulen haben wir Schutzkonzepte. Es ist ganz wichtig, dass diese auch umgesetzt werden. Das liegt nicht in der Kompetenz der Gesundheitsdirektion, aber ich habe alle Schulverantwortlichen persönlich getroffen und sie auf die Wichtigkeit dieser Massnahmen hingewiesen, damit wir mit der Schulrückkehr kein Problem bekommen.

Von welchen Faktoren wird eine Ausweitung der Maskenpflicht, beispielsweise auf Geschäfte, abhängig gemacht?

Diese Frage wird derzeit im Staatsrat diskutiert. Mehr kann ich dazu nicht sagen.

 

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