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«Viele SVP-Wähler sind enttäuscht»

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Der Gang vor die Medien war für den erfolglosen SVP-Staatsratskandidaten Stéphane Peiry aus der Stadt Freiburg gestern sicher nicht einfach. Mit über 6000 Stimmen blieb er hinter der bisherigen SP-Staatsrätin Anne-Claude Demierre zurück. Zugleich erreichte er über 10 500 Stimmen weniger als Jean-François Steiert (SP), der gestern das beste Resultat erzielte. Dennoch wirkte Stéphane Peiry im Rathaus gelassen und gefasst – nach dem ersten Wahlgang schien er sich auf eine Niederlage vorbereitet zu haben.

Stéphane Peiry, wie fühlen Sie sich?

Gut. Aber natürlich bin ich enttäuscht. Ich wusste bereits nach dem ersten Wahlgang, dass es schwierig werden würde für mich, da ich alleine gegen die Linke antreten musste. Ich habe die Wahlkampagne engagiert und mit viel Freude geführt, aber es hat nicht gereicht.

Weshalb haben Sie es nicht geschafft, die Stimmen von CVP und FPD für sich zu gewinnen?

Die Ausgangslage war sicher nicht einfach, weil im ersten Wahlgang gleich vier Kandidaten des bürgerlichen Bündnisses gewählt wurden. Weshalb ich die Stimmen nicht geholt habe, wird nun der Vorstand des Bündnisses analysieren.

Aber was ist Ihre persönliche Erklärung?

Die Freiburger Bevölkerung hat sich für ein politisches Gleichgewicht ausgesprochen. Auch ist es ihr offenbar wichtig, dass es weiterhin zwei Frauen im Staatsrat hat.

Die CVP und die FDP konnten im ersten Wahlgang Erfolge feiern. Fühlen Sie sich nun von Ihren Bündnispartnern ausgenutzt?

Nein. Die vier Gewählten haben mich bei der Kampagne für den zweiten Wahlgang sehr gut unterstützt. Dennoch konnten wir das gemeinsame Ziel, den fünften Sitz in der Regierung, nicht erreichen.

Bereuen Sie es, kandidiert zu haben?

Nein, ich bereue überhaupt nichts.

Auch mit dem Bündnis hat es die SVP nicht geschafft, nach 20 Jahren wieder einen Sitz in der Freiburger Regierung zu ergattern. An was fehlt es der SVP?

Das Bündnis hat ja eigentlich gut funktioniert. Aber es ist nichts Neues, dass es die SVP in Majorzwahlen schwer hat. Dafür schneiden wir in Proporzwahlen sehr gut ab. Im Wahlkampf ging es auch immer nur um dieselben Themen: Die Wirtschaft, das Vermögen des Staates, die Mobilität. Die Wirtschaft kam mir als Unternehmer entgegen, doch andere Themen, die der SVP nahe liegen, kamen nicht zur Sprache.

Sie denken an die Migration?

Ja. Gut, das ist ein nationales Thema, ich verstehe schon, dass wir von den lokalen Medien dazu nicht befragt wurden.

Majorzwahlen sind auch Kopfwahlen. Hätte die SVP den Sprung in die Regierung vielleicht mit einem Kandidaten schaffen können, der bekannter ist als Sie?

Die Kampagne dient dazu, sich bekannt zu machen, und das ist mir gelungen. Ich habe für meine Kampagne keine Kritik bekommen. Auch habe ich in der Wirtschaftswelt, insbesondere bei den kleinen und mittleren Unternehmen ein gutes Netzwerk, das aber sicher nicht riesig ist. Man muss aber auch sehen, dass unser Kandidat Jean-François Rime, der sehr bekannt ist, es letztes Jahr bei den Ständeratswahlen nicht geschafft hat.

Ihre Deutschkenntnisse sind bescheiden, hat Ihnen das geschadet?

Ich glaube nicht, dass das eine Rolle gespielt hat. Es gibt auch gewählte Staatsräte, die nicht gut Deutsch sprechen. Und Anne-Claude Demierre hat erst als Staatsrätin Deutsch gelernt, bei ihrer Wahl vor zehn Jahren konnte sie nicht besser Deutsch als ich heute.

Also liegt es nicht an der Sprache, nicht am Bündnis, nicht an den Köpfen. An was fehlt es der SVP denn?

Das Bündnis musste sich bis zum Schluss beweisen. Viele SVP-Wähler sind nun sicher enttäuscht, dass es nicht geklappt hat. Aber man kann die Geschichte nicht neu schreiben. Wenn vielleicht im ersten Wahlgang nicht vier unserer Kandidaten gewählt worden wären und ich beispielsweise mit einem CVP-Kandidaten zum zweiten Wahlgang hätte antreten können, hätte die Dynamik des Bündnisses vielleicht weitergewirkt. Aber es ist klar, der Vorstand des SVP wird nun sicher überlegen, wie wir ein nächstes Mal erfolgreicher sein könnten.

Wird es die Arbeit der SVP-Fraktion im Grossen Rat beeinflussen, dass die Partei nun erneut keinen Vertreter in der Regierung hat?

Es ist nicht an mir, die Arbeit der SVP im Grossen Rat zu definieren. Aber ich bin überzeugt, dass wir unsere Politik und unsere Themen engagiert weiter verfolgen werden.

Werden Sie sich in fünf Jahren wieder zur Wahl für den Staatsrat stellen?

Ich beantworte diese Frage heute weder mit Ja noch mit Nein. Ich bin noch jung, und die Politik gefällt mir. Und Jean-François Steiert hat zum Beispiel dreimal für den Staatsrat kandidieren müssen, bis er es nun geschafft hat. Aber vorerst werde ich mit meiner Arbeit im Grossen Rat weitermachen.

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