Volleyball 15.04.2019

Marbach verabschiedet sich mit Bronze

Im kleinen Final der Nationalliga A hat Volley Düdingen mit Kanti Schaffhausen kurzen Prozess gemacht: Die Senslerinnen gewannen am Wochenende zweimal mit 3:0 und holten damit wie im Jahr zuvor Bronze.

«Natürlich sind wir auch ein bisschen traurig, weil wir durchaus in einem andern Final stehen könnten. Aber es war mir doch sehr wichtig, diese Serie um Rang drei zu gewinnen – entsprechend happy bin ich», sagte Düdingens Trainer Dario Bettello gestern Abend am Telefon gegenüber den FN. Unmittelbar zuvor hatte sein Team in Schaffhausen auch das zweite Spiel der Best-of-3-Serie mit 3:0 für sich entschieden, genau wie Spiel eins am Tag zuvor in der Düdinger Leimacker-Halle. «Bei uns war der Wille voll und ganz vorhanden. Wir wollten diese Bronzemedaille unbedingt, als Dank an den Vorstand, die Fans und die freiwilligen Helfer, die uns das ganze Jahr unterstützen.»

Dass Bettello in seinem zweiten Jahr als Cheftrainer von Düdingen zum zweiten Mal die Saison auf Rang drei beendet, zeichnete sich am Wochenende früh ab. «Man hat gesehen, dass wir nach dem Halbfinal-Out gegen Neuenburg weitergearbeitet haben», so Bettello. Die Abstimmung zwischen der abtretenden Passeuse Kristel Marbach und der erst vor den Halbfinals als Notnagel verpflichteten Cassidy Pickrell habe besser funktioniert als in den Spielen zuvor. «Ausserdem haben wir in beiden Spielen besser serviert.» Gleichzeitig schien die Luft bei Gegner Schaffhausen ein wenig draussen zu sein.

Der gestrige Erfolg dürfte nicht bloss für Kristel Marbach das letzte Spiel im Düdinger Dress gewesen sein. Wer den Club weiter verlässt, will Bettello allerdings noch nicht verraten. «In den nächsten Tagen folgen die Gespräche mit den Spielerinnen. Offiziell ist deshalb noch nichts.»

Frauen. NLA. Serie um die Plätz 3/4. Am Samstag: Düdingen - Kanti Schaffhausen 3:0 (25:21, 25:16, 25:23) Am Sonntag: Kanti Schaffhausen - Düdingen 0:3 (23:25, 16:25, 19:25). – Düdingen gewinnt die Serie 2:0 und beendet die Saison auf Rang drei.

Abschied

«Das hat mich in den letzten Tagen beschäftigt»

408 Zuschauer waren am Samstagabend in den Leimacker gekommen, um den 3:0-Sieg der Power Cats gegen Kanti Schaffhausen zu sehen und um ihre Captaine Kristel Marbach zu verabschieden. Nach vierzehn Jahren NLA-Spitzenvolleyball und sechs Jahren als Passeuse von Volley Düdingen beendet die 30-Jährige ihre lange und erfolgreiche Karriere. Unter den vom Verein eingeladenen Gästen war neben zahlreichen ehemaligen Mitspielerinnen von Marbach auch der Geschäftsführer von Swiss Volley, Werner Augsburger. Er würdigte die 75-fache Nationalspielerin in einer originellen Rede für ihre «grossen Verdienste für den Schweizer Volleyballsport». Unter anderem hatte Marbach während ihrer siebenjährigen Nationalteam-Karriere die Schweiz im Jahr 2013 als Captaine an die Heim-EM geführt.

«Ich bin sehr dankbar»

Vor 20 Jahren startete Kristel Marbach ihre Karriere in Düdingen. Mit 16 zog sie von zu Hause aus, um die NLA zu erobern. Sie spielte für Franches-Montagnes (2005–2008), Che­seaux (2008/09), Köniz (2009–2012) und Volero Zürich (2012/13), wo sie Schweizer Meister und Cupsieger wurde und in der Champions League antrat. Danach kehrte sie zu Volley Düdingen zurück, wo sie nun nach sechs Saisons ihre Karriere beendet. «Für mich schliesst sich ein Kreis: Ich bin sehr dankbar dafür, in dem Club meine Karriere beenden zu dürfen, bei dem ich gross geworden bin, in dem ich so viele Leute kenne, die mir so viel bedeuten», sagte Marbach in ihrer Abschiedsrede nach dem Spiel. Es waren emotionale Momente, in denen der abtretenden Teamleaderin einige Male die Stimme brach und ihr die Tränen in die Augen schossen.

Im Anschluss an die Feierlichkeiten verriet Marbach den FN, dass die letzte Woche nicht ganz spurlos an ihr vorübergegangen sei. «Über 16 Jahre, mehr als mein halbes Leben, hat Volleyball meinen Alltag bestimmt. Und jetzt geht alles zu Ende. Das hat mich in den letzten Tagen schon etwas beschäftigt. Ich habe gemerkt, wie ich bei der Arbeit nicht immer so konzen­triert bei der Sache war. Und geschlafen habe ich auch nicht mehr so gut und ruhig.»

ms