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Vom Festhalten eines Moments

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Sorgfältig ausgewähltePorträtfotografien an den Wänden. Auf dem Boden verstreut liegende Negative eines bereits vergangenen Projekts. Hinten im Atelier virtuos genähte Kleider aus längst vergangenen Zeiten. Wer die Fotografin Primula Bosshard in ihrem Atelier im Neustadtquartier in der Stadt Freiburg gleich neben dem Schwimmbad Motta besucht, der sieht sofort: Hier hat eine interessante Frau ihre Zelte aufgeschlagen.

Vor ihrer Pensionierung 2011 arbeitete sie 18 Jahre lang in Teilzeit für das Museum für Kunst und Geschichte in Freiburg und «verbilderte» deren Bestände. Aber auch eigene Arbeiten und Projekte, etwa in der zeitgenössischen Architekturfotografie oder in der Kunstszene, und die dabei erfolgte enge Zusammenarbeit mit Architekten und Künstlern prägten ihren Arbeitsalltag.

Wahlfreiburgerin

Die 72-jährige Fotografin war 1968 aus der Stadt Zürich nach Freiburg gekommen und ist geblieben. «Meine Eltern wollten damals, dass ich in diesem für Zürich ereignisreichen Jahr in eine etwas ruhigere und katholisch geprägte Stadt ziehe» sagt sie im Gespräch mit den FN. Als ausgebildete Fotolaborantin habe sie dann eine Zusatzausbildung zur Fotografin bei Benedikt Rast abgeschlossen und schon bald ein eigenes Atelier eröffnet. Es habe ihr in Freiburg gefallen, wenn auch die strenge katholische Atmosphäre jener Zeit nur schwer mit ihren Werten zu vereinbaren gewesen sei. Sie habe aber miterlebt, wie sich die Stadt kulturell zu entwickeln begann. «Plötzlich gab es auch in Freiburg Jazzkonzerte und experimentelles Theater».

Die Kultur sei ihr dabei schon immer sehr wichtig gewesen. Als Künstlerin sieht sie sich aber nicht. «Fotografieren ist ein Dokumentieren, ein Festhalten von Momenten.» Für sie komme dieser Vorgang einer Bestandsaufnahme gleich. Ihre Arbeiten seien demnach eine Art Inventar. Auch in ihrem jüngsten Projekt lässt sich dieses Muster erkennen. «Gerade fotografiere ich die selbst genähte Kleidung meiner verstorbenen Mutter und erstelle ein Fotoinventar – damit ich die erinnerungswürdige Kleidung im Anschluss weggeben kann.»

Corona als Entschleunigung

Sie sei noch nie eine grosse Sammlerin gewesen und habe den Lockdown nun dazu genutzt, ihr Atelier aufzuräumen und die Negative durchzusehen, sagt Primula Bosshard. «Ich bin beim Durchsehen auf Ereignisse gestossen, die so weit zurückliegen, dass ich mich erst gar nicht mehr an sie erinnern konnte.» Etwa die vielen Teilnahmen an Demonstrationen in den 1980er- und 1990er-Jahren. Oft habe sie im Auftrag fotografiert, oft sei sie aber auch einfach als Privatperson da gewesen und habe den Moment festgehalten. Schon früh habe sie sich politisch interessiert. Besonders für die Anliegen von Fussgänger- und Velo­demos. Darum bewege sie sich ausschliesslich mit dem Velo oder mit dem ÖV fort, wie sie weiter sagt. «Einmal in der Woche reise ich mit dem Zug nach Zürich und hüte mein dreijähriges Grosskind. Dass ich kein Auto mehr besitze, hat mit meiner politischen Haltung zu tun. Wenn ich mich für solche Themen starkmache, dann liegt ein eigenes Auto einfach nicht drin.» Sie habe daher die Ruhe während des Lockdown besonders genossen. Auch habe sie endlich mehr von ihren Nachbaren im Auquartier mitbekommen. «Ich bin schon in Freiburg zu Hause, bin aber irgendwo auch Stadtzürcherin geblieben.» Während des Lockdown war die Situation eine andere: «Plötzlich sind alle Leute zu Hause, und man begreift, wer wo wohnt, und knüpft in kürzester Zeit neue Kontakte.» Diese Erfahrung sei grossartig gewesen, so Primula Bosshard weiter.

Mittagstisch der anderen Art

Bereits vor einigen Jahren führte sie in ihrem grossen Bekanntenkreis unter der Woche einen Mittagstisch ein. Gegen kleines Entgelt und auf Voranmeldung treffen sich so die verschiedensten Leute bei ihr zu Hause zum Zmittag. «Ich habe gemerkt, dass sich Leute, die sich vorher nicht kennen, beim Mittagessen viel eher neben jemand Fremdes setzen, als dies am Abend der Fall wäre.» Auch die Gerichte seien immer andere gewesen. Generell habe sie beim Kochen immer gerne experimentiert und nie zweimal das Gleiche angeboten.

FN-Serie

Eine Stafette mit Porträts

In einer losen Serie stellen die FN verschiedenste Menschen aus ihrem Einzugsgebiet vor. Die Serie funktioniert wie eine Stafette: Es ist der Porträtierte, der das nachfolgende Porträt bestimmt.

jmw

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