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Vom lauten Gesang der kleinen Kröte

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Imelda Ruffieux

«Mitte Mai wäre eigentlich die beste Zeit, um die Gesänge von Kröten und Fröschen zu hören», erklärte Adrian Aebischer am Freitag in seinem Vortrag über «Ampibien im Sensebezirk» (siehe Kasten). Mit der Verwendung des Wortes «wäre» liess der Biologe durchblicken, dass im Mai 2010 die Dinge etwas anders liegen: Das nasskalte Wetter sorgte dafür, dass die Exkursion mehr aus einem theoretischen denn aus einem praktischen Teil bestand.

So begnügte sich Adrian Aebischer erst einmal damit, etwas über die zwölf Arten von Amphibien zu erzählen, die im Sensebezirk anzutreffen sind. Er erzählte davon, dass Kröten, Frösche, Unken, Molche und Salamander ihr reiches Vorkommen dem Strassenbau zu verdanken haben. In Kiesgruben haben sie nämlich neue Lebensräume gefunden.

Orange, schwarz und gelb

Adrian Aebischer schaffte es auf seine unnachahmliche Art, den interessierten Hobby-Biologen die Tiere und ihre Besonderheiten mit wenigen Worten nahe zu bringen. «Molche haben Orange, manchmal etwas Beige auf dem Bauch, während der Salamander Schwarz bzw. Gelb mit schwarzen Tupfen aufweist», führte er aus.

Kröten haben Drüsen hinter den Augen und springen nicht so hoch wie Frösche. Dafür hat eine männliche Kreuzkröte eine sogenannte Schallblase, mit der sie singen kann. «Es ist wie bei einem Vogel: Der Gesang dient dazu, das Revier zu markieren und die Weibchen anzulocken», erklärte Adrian Aebischer. Und der Gesang hat es in sich. «Er ist ziemlich laut.»

Herzförmig oder senkrecht

Auch die Unke, genauer gesagt die Gelbbauchunke, hat neben den gelben Flecken auf dem Bauch eine Besonderheit zu bieten: «Es sind die einzigen Amphibien Europas, die herzförmige Pupillen aufweisen.» Und bei ihrer nahen Verwandten, der Geburtshelferkröte, wird es noch exklusiver: Sie heisst zwar Kröte, ist aber eine Unke und hat als einziges Tier Europas eine senkrechte Pupille. Das nur fünf Zentimeter grosse Tier hat zudem eine fast perfekt der Umgebung angepasste Hautfarbe. Den seltsamen Namen hat es, weil das Weibchen die Eier auf dem Land ablegt und das Männchen diese dann um die Hinterbeine wickelt und sie noch einige Wochen bis zum Schlüpfen mitschleppt.

Nicht-grüne Grasfrösche

Aber auch bei den Erklärungen zur Familie Frosch konnte Adrian Aebischer seinen Zuhörern einige «Ah’s» und «Oh’s» entlocken: Der Laubfrosch hat so effiziente Saugnäpfe an den Zehen, dass er problemlos Fensterscheiben und Bäume hochklettern kann. Und mit seiner Schallblase kann er so laut singen, dass er locker mit der Kreuzkröte mithalten kann. Und: entgegen jeder Logik ist der Grasfrosch nicht etwa grasgrün, sondern eher bräunlich-gräulich. Dafür sind die Wasserfrösche grün und haben – marienkäfermässig – schwarze Punkte auf dem Rücken. Diese Tiere haben gleich zwei seitliche Kehlsäcke und können gemäss Adrian Aebischer «ziemlich viel Krach» machen.

Lebend gebärend

Keinen Mucks hingegen machen die Molche und Salamander. Auch zum sehr verbreiteten Alpensalmander konnte der Biologe eine Besonderheit erklären: Er ist eine der einzigen Amphibienarten, die lebend gebären, und bringt ein bis zwei voll entwickelte Jungtiere auf die Welt. Im Gegensatz dazu legen die anderen Amphibien zwischen 100 und 1000 Eier ab – in der Hoffnung, dass wenigstens das eine oder andere überlebt.

Gestärkt von so vielen Neuigkeiten waren die aufmerksamen Zuhörer am Ende des Vortrags von Adrian Aebischer bereit, ihr neu erworbenes Wissen in natura zu erproben. «Es ist viel kälter als normal», warnte der Biologe noch einmal, um klar zu machen, dass es bei knapp sechs Grad viel zu kalt ist, um Frösche und Kröten singen zu hören.

Tierische Freunde

Unverzagt machte sich die Gruppe trotzdem auf, in der Kiesgrube Chiemi in Düdingen die Lebensräume der neu gewonnenen tierischen Freunde zu besuchen, ausgestattet mit Gummistiefeln und Taschenlampen.

Und siehe da: so viel Motivation und Interesse sollte nicht ohne Belohung bleiben. In den Tümpeln schwammen Unken und Molche und eine einsame Kreuzkröte sang aus voller Kehle bzw. aus voller Schallblase. Die kleine, aber laute Amphibie brachte mit dieser Leistung sogar Routinier Adrian Aebischer zum Staunen.

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