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Vom Schräubchen bis zum Container

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

In einer Plastikbox sind 361 kleine Schrauben. Egal, ob man eine, drei oder sieben Schrauben rausnimmt: Die Waage, auf der die Box steht, registriert dies in Sekundenschnelle und zeigt auf dem Bildschirm des angehängten Computers sofort die korrekte Anzahl der restlichen Schrauben in der Box an.

Die Murtner Firma Digi Sens AG ist auf solche hochpräzise Gewichtswaagen spezialisiert. Damit nimmt sie anderen Firmen, die Schrauben, Muttern, Bolzen oder andere kleine Teilchen an Lager haben, die Inventurarbeit ab. Statteiner personalaufwendigen undzeitintensiven Zählerei derSchrauben in jeder einzelnen Box meldet die Gewichtswaage die Anzahl Schrauben in beliebig vielen Behältern in Echtzeit an einen Server. Die Firma kann so jederzeit ihren Lagerbestand übers Internet abrufen und früh genug für Nachschub sorgen.

Wer wirft wie viel fort?

Zu ihrem 20-Jahr-Jubiläum öffnete Digi Sens gestern ihre Türen. Die Firmengeschichte begann mit einer Waage, die heute an vielen Müllabfuhrwagen in der Schweiz undim Ausland angebracht ist. «Unsere Spezialität ist es, in der Bewegung das Gewicht zu messen», sagt FirmengründerMartin Lustenberger. Diesspart bei der Müllabfuhr Zeit und Geld: Der volle Container wird gewogen, während er hinten am Müllwagen nach oben gehievt wird. Ist er geleert und kommt wieder nach unten, wird er noch einmal gewogen. Das Gewicht des Mülls wird per GPS an den Server gesendet; die Recyclingfirma weiss so auf das Kilogramm genau, wie viel Abfall sie von Herrn Müller oder Frau Meier eingesammelt hat. Nicht nur die Murtner Recyclingfirma Haldimann habe ihre Entsorgungsfahrzeuge mit Digi-Sens-Waagen ausgestattet, sondern auch die gesamtschweizerisch tätige Firma Ochsner, erklärt Lustenberger. «Wir sind weltweit Marktleader mit diesem System, wir liefern Waagen bis in die USA und bis nach Neuseeland.»

Die Saite ist das Kernstück

Das Kernstück einer jeden Digi-Sens-Waage ist eine Saite. Das Prinzip funktioniert wie bei einer Gitarre: Verändert sich die mechanische Spannkraft, erhöht oder senkt die Saite ihre Schwingfrequenz. «Die Elektronik in der Waage lässt die Saite dauernd schwingen», erklärt Mitarbeiter Kurt Binggeli. Je stärker die Saitebelastet werde, desto mehrSpannung sei drauf. DieSchwingfrequenz werde in ein digitales Signal umgewandelt, welches das genaue Gewicht liefere. «Mit diesem Wägesystem können wir Gewichte von 0,1 Gramm bis 50 Tonnen messen», so Binggeli.

Durch diese grosse Spannweite in der Gewichtsmessung stehen die Wägesysteme von Digi Sens nicht nur beim leichten Schräubchen und beim Müllcontainer im Einsatz, sondern auch beim Milchsammellastwagen oder bei der genauen Verwiegung von Zügen auf der Schiene.

Zur Firma: «Gute Basis zum Weiterwachsen»

D igi Sens produziert jährlich über 100 000 Sensoren und 600 Messsysteme. Die Firma beschäftigt in der Schweiz 30 Mitarbeitende und lässt auch in der Slowakei und in China produzieren. Umsatzzahlen nennt der Firmengründer und Präsident des Verwaltungsrats Martin Lustenberger keine. «Wir haben eine gute Basis zum Weiterwachsen», sagt er. Zwar sei die Firma noch nicht dort, wo er sie gerne sähe. «Aber es geht bergauf.» Man schreibe schwarze Zahlen. Einen Knick gab es 2011; auch Digi Sens bekam damals als Export-Unternehmen die Wäh rungskrise zu spüren.

Bevor Lustenberger 1993 Digi Sens gründete, war er bei der Freiburger Vibro-Meter (heutige Meggitt) Entwicklungschef und Geschäftsleitungsmitglied. Nach dem Verkauf der Vibro-Meter im Jahr 1991 hätten ihm die neuen Besitzer nicht gefallen, erzählt er. Lustenberger war damals 39 Jahre alt. «Für mich war es der letzte Moment, eine eigene Firma zu gründen.» hs

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