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Von Grillabfall und leeren Bierdosen

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Die Pantschau in Murten ist an diesem sonnigen Wochenende gut besucht. Auf der grünen Wiese direkt am Murtensee wird Sonne getankt, gebadet und Sport getrieben. Gruppen von Menschen sitzen beisammen, trinken Bier oder grillieren das mitgebrachte Fleisch auf Einweggrills.

Dass viel konsumiert wurde, ist am Sonntagabend sichtbar: Die von der Gemeinde Murten aufgestellten Abfalltrennstationen – schwarze, gelbe und blaue Plastikcontainer zum Entsorgen von Glas, Aludosen und Restmüll – sind voll. Auf den Behältern stehen Glasflaschen verschiedener Farben, die keinen Platz mehr fanden. Neben den Trennstationen und den normalen Abfalleimern zeigt sich auf dem ganzen Areal das gleiche Bild: Was nicht mehr in die Mülltonnen passte, platzierten die Besucherinnen und Besucher in braunen Kartonsäcken direkt daneben. «Ich finde das furchtbar», sagt ein Spaziergänger aus Muntelier. «Es ist in letzter Zeit wieder schlimmer geworden.» Seine Frau pflichtet ihm bei. «Mich stört es schon sehr, wenn ich daran vorbeilaufe.»

Littering im ganzen Kanton

Das sogenannte Littering – das Verschmutzen von öffentlichen Flächen und Räumen durch achtlos weggeworfenen oder liegen gelassenen Abfall – ist kein reines Murtner Phänomen. Die FN besichtigten verschiedene Ausflugsziele im Kanton Freiburg und stiessen überall auf weggeworfene Bierdosen, im Wald verstreute Taschentücher oder Glasscherben von Getränkeflaschen. Auch Zigarettenstummel zieren die Badeplätze an der Saane in Hauterive und Freiburg, an der Ärgera in Marly und an der Sense.

Dinge wie Dosen, Plastikbecher, Tetrapak-Behälter und Essensreste liegen auch im Flussbett der Sense. Obwohl am Sodbach zwischen Heitenried und Schwarzenburg genügend Abfallcontainer zur Verfügung stehen, machen nicht alle Freizeitausflügler davon Gebrauch. Eine Mutter, die mit ihren Töchtern am Fluss sitzt, hat das ebenfalls bemerkt. «Wir sehen immer wieder Bierdosen, die irgendwo in der Natur liegen. Auch Zigaretten sind nicht selten», sagt sie. Sie nehme die eigenen Abfälle jeweils mit nach Hause und entsorge sie danach.

Von der Problematik weiss auch der Mann am Badestrand beim Kloster Altenryf, der mit Grillzange an der Feuerstelle steht: «Es ist schade. Die Leute schätzen die Natur zu wenig.» Ganz in der Nähe hat sich eine Gruppe Jugendlicher niedergelassen. Als sie vom schattigen an einen sonnigen Platz ziehen, bleiben Einweggeschirr und Eisteeverpackungen liegen. Der Mann ist nicht sicher, wie er reagieren soll. «Ich sage lieber nichts. Sonst heisst es wieder, die Alten seien spiessig.» Bleibe der Abfall wirklich liegen, würde er bestimmt etwas davon mitnehmen und entsorgen.

Wenn an schönen Wochenenden Hunderte Leute an die Badeorte gehen, ist auch die Infrastruktur der Abfallentsorgung überlastet. Die aufgestellten Abfalltonnen quellen über, so dass die Besucher ihren Müll neben die offiziellen Behälter stellen.

Finanzieller Mehraufwand

Das Thema Littering betrifft vor allem touristische Orte, an denen viele Menschen unterwegs sind. Doch auch Strassen sind betroffen. Nicht nur, dass die Reinigungsarbeiten viel Zeit in Anspruch nehmen: Sie stellen auch einen finanziellen Mehraufwand dar. Rund 200  Millionen Schweizer Franken gibt die Schweiz pro Jahr für die Reinigung aus, wie der Website des Bundesamts für Umwelt zu entnehmen ist. Um die Bürgerinnen und Bürger auf die Abfallproblematik aufmerksam zu machen, reagieren die Gemeinden mit Hinweis- und Verbotstafeln. Solche finden sich auch an prominenten Stellen in Freiburg, Hauterive, Marly, Murten und im Sodbach. Am nationalen Clean-up-Day versammeln sich jedes Jahr Gemeinde­bewohner und säubern öffentliche Plätze von Unrat.

Freiburg mit Label

Die Stadt Freiburg geht einen Schritt weiter, um das Littering in den Griff zu bekommen. Seit 2017 ist sie Trägerin des No-Littering-Labels, welches von der IG Saubere Umwelt für aktive und zielgerichtete Massnahmen gegen das Liegenlassen von Siedlungsabfällen vergeben wird. Für die Gemeindearbeiter bedeutet Littering Mehraufwand. Aktiv dagegen vorzugehen, sei jedoch nicht Aufgabe des Werkhofs, sagt Stefan Portmann, Bauverwalter von Murten: «Unsere Aufgabe ist es, den öffentlichen Raum sauber zu halten. Wie gegen das Littering vorgegangen werden soll, ist eine politische Frage.» Dennoch habe man schon vor Jahren zusätzliche Abfalleimer aufgestellt, die nun regelmässiger geleert würden. Sie seien alle so ausgerüstet, dass wilde Tiere wie Krähen oder Füchse den Abfall nicht über die ganze Pantschau verteilten, sagt er.

Bussen

Kantonspolizei setzt auf Prävention

Mit der Änderung des Gesetzes zur Abfallbewirtschaftung verfügt die Kantonspolizei Freiburg über das Rüstzeug, um gegen Littering vorzugehen. Seit Anfang Jahr können Abfallsünder, die ihren Müll in der Natur deponieren, mit einer Busse von 50 bis 150  Franken belegt werden. Dabei handelt es sich um Pauschalbussen für kleine, isolierte Abfälle wie Bierdosen, Verpackungen oder Einweggrills und für Ansammlungen von Abfall.

Die Beamten schreiben jedoch nicht direkt einen Strafzettel: «Wir befinden uns noch immer in der Präventionsphase. Das will aber nicht heissen, dass wir mutwillig deponierte Abfälle dulden respektive nicht sanktionieren», präzisiert Bernard Vonlanthen von der Kantonspolizei Freiburg auf Anfrage. In erster Linie möchte die Polizei aufklären und sensibilisieren, damit das Littering aufhört. Erst in einem zweiten Schritt böten sich weitere Massnahmen an. «Die Kantonspolizei hat bis dato zwölf Ordnungsbussen für kleinen, isolierten Abfall ausgesprochen», sagt Vonlanthen. Kehricht gehöre nämlich nicht in die Natur, schon gar nicht, wenn er mutwillig im Freien deponiert werde. Um Ordnungswidrigkeiten zu ahnden, schult die Kantonspolizei nun das Gemeindepersonal. Bislang hätten sieben Gemeinden und eine Sicherheitsfirma Personen in die Schulungen geschickt.

Die Anwohner und Besucher stark frequentierter Orte wie der See- und Flussufer befürworten die strengeren Vorschriften im Umgang mit Abfallsündern. «Ich hoffe sehr, dass die Leute durch Bussen für die Problematik sensibilisiert werden», sagt ein Badegast in Hauterive. Eine Frau in Murten sieht in Bussen ein Mittel, «damit die Leute wieder schnallen, dass das einfach nicht geht».

Die Ausrede, dass es in den vorhandenen Abfalleimern keinen Platz mehr habe und man deshalb den Abfall daneben deponiert habe, lasse man bei der Polizei nicht immer gelten. «Grundsätzlich sollte jeder seinen Abfall nach dem Picknick oder einer Grillade im Freien wieder einpacken», sagt Bernard Vonlanthen. Denn: «Rein rechtlich gesehen ist das Deponieren von Abfällen im Freien, also auch neben einem Abfalleimer, verboten.» Hier zähle aber immer noch das Prinzip des gesunden Menschenverstands.

nmm

 

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