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Von Käfern, Bäumen und Meer

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Während einer Woche haben neun Folkloregruppen aus der ganzen Welt Freiburg in ein Farbenmeer verwandelt und die Bevölkerung mit ihren Traditionen bereichert. Doch wie haben die Tänzerinnen und Tänzer den Aufenthalt in der Schweiz erlebt, und seit wann fasziniert sie die Folklore? Die «Freiburger Nachrichten» haben sich mit zwei von ihnen unterhalten.

Greyerz ist sein Lieblingsziel

Auf dem Python-Platz herrscht am Samstagabend ein grosses Getümmel. Auf der Lausannegasse wartet die brasilianische Gruppe Barrica hinter der Bühne auf ihren Einsatz. Die Tänzer und Musiker machen Fotos mit den Besuchern und unterhalten sich fröhlich. Schon während des Umzugs haben sie die Zuschauer mit ihrer Energie angesteckt und sie gedanklich in den Regenwald entführt. Ihre Tracht unterscheidet sich stark vom landläufigen Klischee über brasilianische Sambagruppen: Die Mitglieder der Companhia Barrica tragen schwere Kostüme, die über und über mit langen bunten bastartigen Fasern bestückt sind. «Ich war sofort verzaubert, als ich die Gruppe zum ersten Mal gesehen habe», sagt einer der Tänzer, der 26-jährige Bruno Eufrasio. Er war so begeistert, dass er sich dem Ensemble sofort anschloss. «Es macht mich jedes Mal glücklich, wenn wir zusammen proben», sagt der Arzt aus São Luís, einer Millionenstadt an der Nordküste Brasiliens. «São Luís befindet sich weit weg von Nova Friburgo, das bei Rio de Janeiro liegt.» In der Nähe von São Luís gibt es einen Nationalpark mit grossen weissen Sanddünen. Der Bundesstaat Maranhão umfasst dichten Amazonas-Regenwald. Diese Landschaft spiegelt sich in den Trachten, die aus einheimischen Palmenfasern gefertigt sind. «Die Farbe jeder Tracht steht für etwas: für einen Baum, einen Käfer, ein Ei, das Wasser oder etwas anderes aus dem Kreislauf der Natur», so Eufrasio. Sein Kostüm ist gelb-orange. «Ich stelle das Licht dar, die Sonne.»

Das Ensemble widerspiegelt die Bevölkerung Brasiliens, die ihre Wurzeln in der indigenen, europäischen und afrikanischen Kultur hat. Im Zentrum stehen Tänze aus dem Karneval und anderen Festen. Eufrasio begeistert die Tradition seines Landes. «Wir möchten unsere Kultur, die brasilianische Lebensfreude und das Lachen weitergeben.» Während das 35-jährige Ensemble seinen 18.  Auslandaufenthalt feiert, ist Bruno Eufrasio zum ersten Mal in der Schweiz. «Ein wunderschönes Land.» Die Gruppe hat Greyerz und Jaun besucht sowie Bern und Genf. In den sozialen Medien hat der Familienvater begeistert zahlreiche Bilder geteilt und kommentiert. Er schwärmt von den Ausflügen. «Greyerz wird mir besonders in Erinnerung bleiben, das Schloss ist sagenhaft.»

Schon als Kind getanzt

Lebensfreude und Naturverbundenheit bei den Brasilianern, Präzision im Nordkaukasus: Wenn die Profitänzerin Angela Zhaboeva auf roten Spitzenschuhen tanzt, wirkt es, als ob sie sich geisterhaft schwebend, einer mechanischen Puppe gleich über das Parkett bewegen würde. «Ich tanze schon seit frühester Kindheit», sagt die 26-Jährige. «Ich möchte unsere Kultur vermitteln. Das Leuchten in den Augen der Zuschauer, die Emotionen und der Applaus sind meine Motivation.» Seit neun Jahren ist sie mit dem russischen Berufsensemble unterwegs. Getanzt hat sie schon in Italien, Frankreich, Spanien und in der Türkei. Wie Eufrasio ist sie zum ersten Mal in der Schweiz. Sie hat Genf und Bern besucht. «Der Zytgloggeturm war mein Highlight.»

Bilanz

Die Neuerungen kamen beim Publikum gut an

Gestern endete das achttägige Internationale Folkloretreffen in Freiburg. «Die Zuschauer haben die Neuerungen zum 45-Jahr-Jubiläum positiv aufgenommen», schreiben die Organisatoren in einem Communiqué. Eine der Änderungen: Sie senkten die Preise für die Gala-Spektakel. Dennoch verkauften sie rund 100 Eintritte weniger. Trotz Einbussen ziehen sie in diesem Jahr des Wandels eine positive Gesamtbilanz. «Die Ziele für dieses Jahr wurden erreicht.» Bewährt hat sich etwa, dass neu alle kostenpflichtigen Vorführungen in der Mehrsporthalle St.  Leonhard stattfinden. Auch Vorführungen im Rahmen neuer Partnerschaften wurden gut besucht, etwa Aufführungen im Bistro Le Port und im Manor oder der Bal Folk der Bouèbes. Die Veranstalter bedauern einzig, dass sie die Parade durch das Stadtzentrum am Dienstag wegen Regen absagen mussten. 400 Freiwillige halfen am Festival. Nach fünf Jahren zieht sich der künstlerische Leiter Jean-Olivier Vorös zurück, an seine Stelle tritt die 29-jährige Lauriane Zosso. Das Festival 2020 läuft unter dem Motto «Folklore der Inseln».

 

 

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