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Von Zeitfressern und 27-Stunden-Tagen

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Wer kennt‘s nicht? Man sitzt am PC und sollte arbeiten. Die Versuchung ist gross und man startet schnell das Internet und blättert die News durch. Nur ganz kurz, danach kann man ja weiterarbeiten. Nach den News schaut man noch schnell auf Facebook vorbei – soziale Kontakte pflegen und so – ehe man weiterarbeitet. Aber halt – wie hat eigentlich Roger Federer gestern gespielt? Nur noch rasch die Tennisresultate durchgehen – oder vielleicht schnell die Spielzusammenfassung anschauen? Darauf kommt’s jetzt auch nicht mehr an. Moment – auf Facebook kommt gerade eine Chatanfrage von einem guten Kumpel rein. Er zockt gerade ein Online-Game und sucht einen Mitspieler. Warum nicht? Nur ganz kurz …

 

Ehe man sich’s versieht, sind eine oder gar mehrere Stunden weg. Eine Stunde weniger Arbeit, weniger Zeit mit der Familie oder manchmal des Nachts weniger Schlaf.

Ich werde häufig gefragt, wie ich meine Arbeit als Lehrer, meine Familie und all meine Hobbys unter einen Hut bringe (und jetzt auch noch Kolumnen schreiben …). Ob mein Tag mehr als 24 Stunden habe.

Manchmal stelle ich mir dies vor: Die Zeit steht für mich drei Stunden lang still, ehe der neue Tag beginnt. Ganz schön praktisch! Was ich nicht alles mit drei zusätzlichen Stunden pro Tag anfangen könnte. Das wären 1095 Stunden pro Jahr oder 26 Arbeitswochen zu 42 Stunden pro Jahr. Fantastisch!

Aber nein, leider hat auch mein Tag nur 24 Stunden. Nur habe ich mir angewöhnt, die lästigen Zeitfresser, die uns vor allem in Form von Bildschirmen auflauern, weitgehend zu eliminieren: Fern schaue ich nur noch bewusst und reduziert, zappen habe ich mir längst abgewöhnt. Skype habe ich vor langer Zeit deinstalliert und die Chatfunktion auf Facebook ausgeschaltet. Ich habe alle PC-Games deinstalliert und kaufe mir keine neuen dazu. Facebook und überhaupt das Internet sind geschlossen, während ich arbeite, das Handy auf stumm geschaltet, so dass WhatsApp mir nicht reinfunkt.

Wenn ich am PC sitze und arbeite, sind diese Zeitfresser verboten. Nicht von irgendeinem Chef, der mich kontrolliert, sondern von mir selbst. Und vor mir kann ich nichts verstecken …

Ich nenne diese Übeltäter Zeitfresser – denn genau das tun sie: Sie nehmen uns unsere Zeit, ohne uns einen nachhaltigen oder nennenswerten Gegenwert zurückzugeben. Sie fressen ein Loch in unseren Tag, ein Loch, das nie wieder aufgefüllt werden kann, denn die Zeit kennt nur einen Weg: vorwärts.

Und vielleicht hat mein Tag dadurch, dass ich diese Zeitfresser eliminiert habe, nun tatsächlich mehr Stunden, als die Tage derer, die sich von den Zeitfressern verführen lassen? Denn wo bei anderen grosse Löcher im Tag prangen – Löcher kreiert von erbarmungslosen Zeitfresserbildschirmen – da läuft bei mir die produktive Zeit weiter. Sekunde um Sekunde. Minute um Minute. Stunde um Stunde.

Doch halt: Ganz so einfach ist es leider nicht, wie ich gestehen muss. Während dem Schreiben dieser Kolumne bin ich einmal in mein Mailprogramm gegangen (weil ich auf eine Mail gewartet habe) und einmal auf Facebook (ja, einfach so …), habe einige Posts gelesen, auf einen externen Link geklickt und eine Buchrezension gelesen. Die Zeitfresser haben zugeschlagen – auch bei mir. Ohne sie wäre dieser Artikel wohl früher fertig geworden …

Thomas Vaucher ist Autor, Musiker, Schauspieler und Lehrer. Der 36-Jährige ist verheiratet, Vater von zwei Kindern und lebt in Giffers. Er ist Mitglied einer FN- Autoren-Gruppe, die im Monatsrhythmus frei gewählte Themen bearbeitet.

 

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