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Warme Luft bringt ihm eine ruhige Nacht

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Er war immer müde. Hugo Schnarrenberger legte als Aussendienst-Mitarbeiter in einem Tag 200 bis 300 Kilometer am Steuer zurück. Fast jede Woche musste er seine Fahrt einmal unterbrechen, um fünf Minuten zu schlafen und wieder zu Kräften zu kommen. Am Abend schlief er vor dem Fernseher ein, und Lust auf ein Feierabendbier mit Kollegen hatte er keine. «Das war halt einfach so», sagt er im Rückblick: «Die Arbeit im Verkauf ist happig, da muss man volle Pulle geben.» Seine Müdigkeit erklärte er sich damit.

Bis seine erwachsene Tochter in den Familienferien nach der ersten Nacht fand, so gehe es nicht mehr weiter: Sie hatte gehört, wie ihr Vater zahlreiche Aussetzer hatte, in denen er aufhörte zu atmen. «Ich hatte unruhig geschlafen, das stimmt, aber meine Frau und ich wussten nicht, dass das gefährlich sein kann.» Seine Tochter schickte ihn zum Arzt – und dieser diagnostizierte eine obstruktive Schlafapnoe (siehe auch Kasten).

«Eine moderne Seuche»

Sein Arzt ist Alexander Kunz; der Lungenspezialist führt eine Praxis in Tafers. «Die Schlafapnoe ist eine moderne Seuche», sagt er. Immer mehr Menschen litten darunter. Die Apnoe beeinflusse eine ganze Bandbreite von internistischen Krankheiten – wie Bluthochdruck, Vorhofflimmern und Diabetes. Sie kann aber auch einen Sekundenschlaf auslösen. Kunz geht davon aus, dass etliche ungeklärte Autounfälle durch Sekundenschlaf und damit wohl durch eine Schlafapnoe ausgelöst worden sind.

«Apnoe ist ein physikalisches Problem», sagt Kunz: Der Atemweg ist ein Schlauch; im unteren Teil wird er durch Knorpel frei gehalten, im obersten Teil sorgt der Kiefer dafür. Doch zwischen Kehldeckel und Mundhöhle liegt der Atemweg – ein langer Muskel – frei. Im Tiefschlaf, wenn sich ausser dem Herz und dem Zwerchfell alle Muskeln entspannen, kann es sein, dass sich der Atemweg verschliesst. Vor allem bei Übergewicht und im Alter – wenn das Gewebe weicher wird – kann es sein, dass die Zunge den Atemweg verschliesst oder sich eine Falte im Muskelschlauch schliesst. Dann kommt kein Sauerstoff mehr in die Lunge, ins Herz, ins Hirn. Das Hirn registriert, dass das Blut zu wenig Sauerstoff führt, schaltet auf Notfall und weckt den Körper aus dem Tiefschlaf – und der Muskel des Atemwegs funktioniert wieder.

Gleichzeitig schüttet der Körper aber Stresshormone aus, das Herz schlägt schneller, der Blutdruck steigt, der Mensch ist unausgeschlafen und legt Gewicht zu; wer zu wenig schläft, hat Hunger. Das Schlaganfallrisiko steigt.

Weil die Apnoe ein physikalisches Problem ist, kann sie physikalisch behandelt werden: Indem ein Gerät und eine Atemmaske mit Überdruck dafür sorgen, dass der Atemweg offen bleibt. «Wir behandeln die Leute mit warmer Luft», sagt Kunz. Heilbar sei eine Schlafapnoe nicht, aber behandelbar.

Um Atemaussetzern vorzubeugen, empfiehlt Kunz, das Gewicht zu halten – oder bei Übergewicht abzunehmen –, ein Blasinstrument wie Didgeridoo oder Alphorn zu spielen, genügend zu schlafen und am Abend keinen Alkohol zu trinken. «Alkohol entspannt die Muskeln.» Und: «Passen Sie auf Ihren Ehepartner auf.» Denn oft merken es die Partner, wenn der oder die andere in der Nacht Atemaussetzer hat.

Seit fast drei Jahren schläft Hugo Schnarrenberger nun mit einer Atemmaske: «Das Gerät hilft mir zu atmen.» Hatte der 63-Jährige früher bis zu 25 Atemaussetzer in der Stunde, kommt er heute mit drei bis vier Aussetzern in der Stunde durch die Nacht. Seit er die Maschine benutzt, fühlt er sich am Morgen wieder frisch und ausgeruht. «Ich bin wieder zwäg», sagt Hugo Schnarrenberger. «Ich stehe wieder mitten im Leben.»

Die Maske stört ihn nicht beim Schlafen. «Nur der Schlauch manchmal, wenn ich mich im Schlaf drehe, aber daran habe ich mich gewöhnt. Schliesslich hilft mir die Maschine ja.»

Zahlen und Fakten

Viele wissen nichts davon

Über 150 000 Menschen in der Schweiz leiden unter Schlafapnoe. Laut Mitteilung der Freiburger Lungenliga sind sich dessen aber viele gar nicht bewusst. Bei Betroffenen setzt der Atem im Schlaf immer wieder aus – bis zu hundert Mal pro Nacht. Dabei wachen sie kurz auf, ohne dies aber bewusst wahrzunehmen. Dies stört den Tiefschlaf; die Betroffenen sind chronisch müde, haben Mühe, sich zu konzentrieren, und leiden an Kopfweh. Langfristig kann eine Schlafapnoe zu Stoffwechselstörungen führen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen auslösen. Die Müdigkeit kann tagsüber zu Sekundenschlaf führen, was im Strassenverkehr tödlich sein kann. Schlafapnoe kann wirksam behandelt werden. Häufig sorgt nachts eine Atemmaske dafür, dass Überdruck in die Atemwege geleitet wird; so bleiben sie offen. Die obstruktive Schlafapnoe betrifft laut Lungenarzt Alexander Kunz mindestens neun Prozent der Männer und sechs Prozent der Frauen. Im Kanton Freiburg wurden letztes Jahr 3777 Personen mit Schlafapnoe von der Lungenliga betreut.

njb

Kantonaler Aktionstag: Die Freiburger Lungenliga ist heute von 8 bis 13 Uhr mit einem Bett und einer schnarchenden Patientenpuppe auf dem Georges-Python-Platz in der Freiburger Innenstadt präsent und informiert über Schlafapnoe.

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