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Warum die Lyrik das Soziale beleben kann

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Die Unesco weist der Dichtkunst auch im Zeitalter der neuen Informationstechnologien einen wichtigen Platz im kulturellen und gesellschaftlichen Leben zu. Der Welttag der Poesie soll Verlage ermutigen, poetische Werke besonders von jungen Dichtern zu unterstützen, und er soll dazu beitragen, den kulturellen Austausch zwischen den Völkern zu intensivieren.

Beispiele für Aktivitäten rund um den Welttag der Poesie sind Lesungen, Ausstellungen, Rezitationen lyrischer Werke in Radio und Fernsehen, Publikationen poetischer Werke oder die Vergabe von Poesie-Preisen.

Was nun hat Poesie mit dem Sozialen zu tun? Wenn man den Begriff «sozial» ganz allgemein auffasst und darunter versteht, dass das Soziale all das ist, was das Gemeinwohl betrifft, kann man schnell erkennen, dass Poesie einen Beitrag zum Zusammenleben leisten kann. So wie das jegliche Art von Kunst tut, indem sie aufrüttelt, provoziert, unterhält oder zum Nachdenken anregen will.

lyrikline.org

Aus Anlass des ersten Welttags der Poesie hat das in Berlin ansässige «Haus für Poesie» im Jahr 2000 die Internetplattform lyrikline.org eingerichtet. Diese bringt die älteste literarische Kunstform, die Poesie, und das jüngste Kommunikationsmedium, das Internet, zusammen. Lyrik­line präsentiert die Gedichte im Originalton, Originaltext und in deutscher Übersetzung. In der Schweiz wird der Welttag der Poesie leider nicht koordiniert gefeiert. Allerdings wird etwa in Basel ein Tag der Poesie gefeiert, jedoch unabhängig vom Welttag. Jeden zweiten Samstag im September wird mit Lesungen, Rundgängen, Installationen und weiteren Projekten die Lyrik ins Zentrum gestellt.

Bedeutungsverlust der Poesie

Ein Ziel dieses vielleicht etwas kurios anmutenden Welttages ist es auch, dem Bedeutungsverlust der Poesie in der Gesellschaft entgegenzutreten. Gedichtbände fristen ein Nischendasein, die Auflagen sind klein, die Leserschaft ebenso. Eigentlich verwunderlich, wenn man bedenkt, welche Aufmerksamkeit etwa der Poetry Slam erhält. Auch diese Texte sind lyrisch, ebenso wie natürlich eine Vielzahl an Liedern. Hier eine Brücke zu schlagen und auf den ästhetischen sowie Untehaltungsaspekt von Lyrik hinzuweisen, scheint nicht verfehlt zu sein.

Dass Poesie bedeutsam sein kann, zeigen Beispiele aus der Geschichte. Erich Kästners «Lyrische Hausapotheke» etwa sollte dazu dienen, das eigene Innenleben zu heilen. So wie man Kopfwehtabletten gegen Kopfweh nimmt, so soll man Gedichte gegen Einsamkeit, Melancholie oder Eifersucht zu sich nehmen. Diese Absicht Kästners hat für den verstorbenen Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki eine nicht geringe Auswirkung gehabt. Im Warschauer Ghetto trug nicht zuletzt die lyrische Hausapotheke dazu bei, dass Reich-Ranicki das Ghetto-Leben besser ertragen konnte. Doch auch Diskussionen um einzelne Gedichte zeigen, dass Lyrik eine Relevanz haben kann: So wie 2012 die Antisemitismus-Debatte um das Gedicht «Was gesagt werden muss» von Günter Grass oder unlängst das Gomringer-Gedicht «Avenidas», das sich im Zuge der MeToo-Debatte dem Vorwurf des Sexismus ausgesetzt sah. An die Affäre um das satirische Erdogan-Gedicht von Jan Böhmermann sei ebenfalls erinnert. Zu guter Letzt kann man auch den Unterhaltungswert von Lyrik nicht unterschätzen. Es ist kein Zufall, dass der bekannte Dichter Robert Gernhardt etliche Witze und Pointen des noch bekannteren Komikers Otto Waalkes verfasst hat.

National und regional

In Bezug auf unterhaltende Texte kann die Schweiz im deutschsprachigen Raum gut mithalten. Slampoeten wie Gab­riel Vetter, Jürg Halter, Lara Stoll oder Hazel Brugger – um nur einige zu nennen – gehören längst zu den begehrtesten Live-Performern in der Szene. Ein solcher Slam-Abend voller Wort- und Sprachwitz vermag neben einem Lächeln auch eine Portion Nachdenken zu verpassen. Nachahmung dringend empfohlen. Im Sensebezirk ist in Bezug auf Lyrik natürlich an den verstorbenen Meinrad Schaller und seinen Sohn Hubert Schaller zu denken, welche die senslerdeutsche Lyrik geprägt haben wie kaum andere. Daneben ist die Personaldecke allerdings dünn. Als aktuelle Deutschfreiburger Lyrikerin wäre zum Beispiel Angelia Schwaller zu erwähnen. Doch auch Künstler wie Gustav oder Bands wie die Eggippa Fifauter und Rään gehören zu denen, welche die Fahne der Poesie in unserer Region hochhalten. Es lohnt sich immer wieder, wenn man sich auf solche Texte einlässt.

Lyrik in der Schule

Zielgruppe des Welttages sind aus der Sicht der Unesco nicht zuletzt auch Schüler: Sie sind aufgefordert, zur Feier des Tages Gedichte rund um Gewalt und Frieden zu schreiben. Damit die Relevanz der Lyrik auch weiterhin Blüten tragen kann, ist es sicherlich nicht verkehrt, auch in der Schule immer mal wieder Gedichte zu behandeln; dabei ist die Angst vor einer Überanalysierung gar nicht immer angebracht, wie Bertolt Brecht es so treffend formulierte: «Wer das Gedicht für unnahbar hält, kommt ihm wirklich nicht nahe. In der Anwendung von Kriterien liegt ein Hauptteil des Genusses. Zerpflücke eine Rose, und jedes Blatt ist schön.» Dabei muss es nicht um das sture Anwenden dieser Kriterien gehen, sondern um das individuelle und genussvolle Ausprobieren von Sprache. Und so wäre der Faden gesponnen zur Grundidee des Welttages: der Poesie einen Platz im kulturellen und gesellschaftlichen Leben zu verschaffen.

Die Unesco

Bildung, Wissenschaft und Kultur fördern

Die Unesco ist eine Organisation der Vereinten Nationen, welche die Förderung der Bildung, Wissenschaft und Kultur zur Aufgabe hat. 1945 gegründet zählt die Unesco heute 195 Mitgliedstaaten. Sie hat somit unabhängig von der Mutterorganisation UNO eigene Mitglieder, eigene Legislativ- und Exekutivorgane, ein eigenes Sekretariat sowie ein eigenes Budget, arbeitet aber mit der UNO und anderen Sonderorganisationen auf zwischenstaatlicher Ebene über den Ecosoc (Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen) zusammen, dem sie Bericht erstattet. Ein weiteres Ziel der Unesco besteht darin, durch die Zusammenarbeit dieser Mitgliedstaaten in den Bereichen Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation zu Frieden und Sicherheit beizutragen. Zum Weltkulturerbe der Unesco gehören etwa die Berner Altstadt, die Abtei St. Gallen oder die Rhätische Bahn. Die Unesco ist eine sogenannte normative Organisation, sie erarbeitet also eigene Rechtsdokumente in Form von Erklärungen, Empfehlungen oder Übereinkommen, die von den Mitgliedstaaten angenommen werden. Die Unesco trägt auch zum Ausbau von kulturellen und wissenschaftlichen Angeboten der Mitgliedstaaten bei, indem sie Aktivitäten im Rahmen ihrer zahlreichen Programme durchführt, Verfahren zusammenstellt, überwacht und verbreitet sowie die internationale Zusammenarbeit fördert.

tr

Quelle: http://www.unesco.ch/uber-uns/lunesco/

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