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Was macht eigentlich eine Nationalrätin?

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Was macht eigentlich eine Nationalrätin?

Thérèse Meyer stellte sich anlässlich der offenen Türen im Bundeshaus den Fragen des Publikums

Während der Woche der offenen Tür im Bundeshaus standen Parlamentarierinnen und Parlamentarier dem Publikum Red und Antwort. Am Mittwoch war die Reihe an der Freiburger CVP-Nationalrätin Thérèse Meyer.

Von CAROLE SCHNEUWLY

Zwischen dem vergangenen und dem heutigen Freitag herrschte im Bundeshaus in Bern nicht geruhsame Ferienstimmung, sondern regelrechter Hochbetrieb. Nach dem grossen Erfolg der Jubiläumsausstellung «100 Jahre Bundeshaus» vom vergangenen Jahr haben die Parlamentsdienste beschlossen, auch dieses Jahr die Türen des Gebäudes während acht Tagen für den interessierten Normalbürger zu öffnen. Und dieser liess nichts spüren von der oft beklagten Politikverdrossenheit, von Desinteresse oder Gleichgültigkeit. Im Gegenteil: Schon bei Türöffnung um zehn Uhr vormittags musste eine Wartezeit von etwa einer halben Stunde in Kauf genommen werden, bevor man aus der brütenden Sommerhitze in die kühlen Hallen des Bundeshauses vordringen konnte.

Im Inneren des Gebäudes konnten die Besucherinnen und Besucher dann einen Grossteil der ehrwürdigen Räumlichkeiten frei besichtigen. Die Glasfenster in der Kuppelhalle bewundern, durch die Wandelhalle wandeln, im National- oder Ständeratssaal auf dem Sessel des Lieblingsparlamentariers Platz nehmen oder im Bundeshauscafé Kaffee und Gipfeli geniessen: Für manch einen dürften lang gehegte heimliche Träume in Erfüllung gegangen sein.

Wichtige Kommissionsarbeit

Besonders rege wurde von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, einzelne National- und Ständeräte zu treffen und ihnen die eine oder andere Frage zu stellen. Am Mittwoch stand die Freiburger CVP-Nationalrätin Thérèse Meyer dem Publikum zur Verfügung.

Schmunzelnd erzählte die ausgebildete Laborantin von den Anfängen ihrer politischen Laufbahn. Sie sei Politikerin geworden, weil sie einfach immer wieder Ja gesagt habe: 1980, als man sie in ihrem Wohnort Estavayer-le-Lac angefragt habe, ob sie nicht für den Generalrat kandidieren wolle. 1982, als man sie als Gemeinderätin vorgeschlagen habe. 1991, als sie Syndique geworden sei. 1996, als sie als Grossrätin den Sprung in die Kantonalpolitik gewagt habe. Und schliesslich im Frühling 1999, als sie im Nationalrat für den frisch in den Bundesrat gewählten Joseph Deiss nachgerückt sei.

Dieser Einstieg in die Bundespolitik habe sich für sie als Glücksfall erwiesen, weil sie dadurch bei den Wahlen im Herbst 1999 bereits als «Alteingesessene» gegolten habe. In der Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit habe sie deshalb von Anfang an aktiv mitarbeiten können. Überhaupt sei die Kommissionsarbeit für das Funktionieren des Parlaments von elementarer Bedeutung: «Hier wird ein Grossteil der Arbeit erledigt, hier werden Entscheide gefällt, hier kann man seinen Einfluss geltend machen.»

Der harte Alltag
des Parlamentariers

Thérèse Meyer gewährte den anwesenden Politlaien auch Einblick in die Freuden und Leiden des parlamentarischen Alltags. Um acht Uhr morgens sei während der Sessionen Sitzungsbeginn, doch habe man oft schon lange vorher die ersten Besprechungen. Die Mittagspause diene selten nur der Ruhe und Entspannung, vielmehr treffe man sich in dieser Zeit etwa mit Arbeitsgruppen oder Lobbyisten. Abends könne es durchaus vorkommen, dass man bis gegen 22 Uhr tage.

Der oft belächelte Mangel an Disziplin während der Sitzungen rühre daher, dass die Parlamentarier zu diesem Zeitpunkt über die behandelten Themen schon sehr genau Bescheid wüssten und ihre Meinungen gebildet hätten. «Es ist selten, dass man im Nationalratssaal noch jemanden überzeugen kann. Die Debatten sind aber wichtig für das Protokoll und für die Medien. Die Bundeshausjournalisten müssen das Stimmvolk informieren und ihm Entscheidungsgrundlagen liefern können.»

Meterhohe Papierstapel

Alles in allem sei das Leben als Nationalrätin anstrengend, aber auch sehr interessant, sagte die dreifache Mutter und zweifache Grossmutter. Die Politik sei, neben dem Familienleben und der gelegentlichen Arbeit in der Arztpraxis ihres Ehemannes, längst ein wichtiger Bestandteil ihres Lebens geworden. Nicht zuletzt zeige sich dies am Umfang der Korrespondenz, die sie regelmässig aufarbeiten müsse: ein täglicher Papierberg von etwa einem Meter Höhe.

Natürlich nutzten die Besucher auch die Gelegenheit, politische Fragen an Thérèse Meyer loszuwerden. Dabei interessierten so unterschiedliche Themen wie die Europapolitik von Bundesrat und Parlament, die Vorteile des schweizerischen Milizsystems gegenüber einem Berufsparlament oder die Zukunft der eidgenössischen Konkordanz.

Eine Politik der Mitte

Thérèse Meyer möchte auch in der kommenden Legislatur die Freiburgerinnen und Freiburger in Bern vertreten. Besonders am Herzen liegen ihr sozialpolitische Themen.

Mit THERESE MEYER
sprach CAROLE SCHNEUWLY

Was ist so faszinierend an der Bundespolitik, dass Sie im Herbst erneut für die CVP Freiburg als Nationalrätin kandidieren?

Ich habe mich im Nationalrat gut eingearbeitet und beschäftige mich mit interessanten und wichtigen Themen. Die angefangene Arbeit würde ich gerne weiterführen.

Woran denken Sie besonders, wenn Sie von wichtigen Themen der Bundespolitik sprechen?

Ich denke etwa an die Sicherung der Sozialversicherungen, den Mutterschaftsurlaub oder den Finanzausgleich zwischen Bund und Kantonen. Letzterer ist gerade auch für den Kanton Freiburg von grosser Bedeutung.

Welche Themen sind für den Kanton Freiburg sonst noch besonders drängend?

Natürlich die Totalrevision der Kantonsverfassung, aber auch etwa die Wirtschaftsförderung. Es müssen Anreize geschaffen werden, damit Unternehmen sich im Kanton niederlassen.

Welche Zukunft hat Ihre Partei angesichts der seit Jahren rückläufigen Wähleranteile?

Ich fühle mich immer noch wohl in der CVP. Wir sind bestrebt, ausgeglichene Lösungen zu suchen. Unser Slogan «Dynamisch mit Herz und Verstand» charakterisiert uns gut.

Entgegen gegenteiliger Vorwürfe sehen Sie die CVP also immer noch als Partei der politischen Mitte?

Die Rechte wirft uns einen Linksrutsch vor, die Linke einen Rechtsrutsch. Das ist für mich der beste Beweis, dass wir uns nach wie vor in der Mitte positionieren. Die jüngsten Vorwürfe seitens der SP und die Kampagne gegen Bundesrat Joseph Deiss haben mich traurig gemacht. Diese Kritik war ungerecht und nicht fundiert.

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