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Wassernot in Bärfischen

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Schlossbesitzer stellen die Wasserversorgung ein

Autor: Von FADRINA HOFMANN

«Ich bedaure, Ihnen mitteilen zu müssen, dass ich ab Ende August nicht mehr in der Lage sein werde, mit meinen Lieferungen fortzufahren.» Diesen Satz mussten die Bewohner von zwölf Haushalten in Bärfischen lesen, die über die Gemeinde seit jeher das Trinkwasser aus der privaten Quelle der Schlossbesitzer Waeber beziehen konnten. Doch jetzt soll plötzlich Schluss damit sein.

Zu hohe Auflagen des Kantons

Anhand von verschiedenen Punkten erklärt die Quelleneigentümerin die Gründe für ihr Vorgehen. Hauptmotiv für die Einstellung der Wasserlieferung sind gemäss Catherine Waeber die zu strengen Auflagen des kantonalen Laboratoriums bezüglich der Chlorwerte, die sie schlicht nicht einhalten könne.Da das Trinkwasser durch die landwirtschaftliche Nutzung und durch die Umwelt belastet ist, hat das kantonale Laboratorium im September und Oktober des vergangenen Jahres das Wasser mit Chlor versehen lassen. Die exakte Einhaltung der Chlorwerte ist technisch sehr aufwendig und laut der Quelleneigentümerin «absolut unmöglich zu erfüllen».Der verantwortliche Kantonschemiker Jean-Marie Pasquier wollte zu der Verschmutzung des Wassers und zu den Chlorwerten den FN gegenüber keine Auskunft erteilen.

Wasserversorgung als Dauerthema

Die Schwierigkeiten mit der Wasserversorgung in Bärfischen sind bereits seit Jahren ein Dauerthema an den Gemeindeversammlungen. Nach unzähligen Verhandlungen zwischen den Schlossbesitzern und dem Gemeinderat beschloss die Gemeindeversammlung im letzten Juni, eine Quelle in der Nähe des Schiffenenseeufers zu kaufen (die FN berichteten). Diese Quelle ist von besserer Wasserqualität und soll 2008 erschlossen werden.Noch liegt der endgültige Entscheid über das neue Wassernetz bei Oberamtmann Daniel Lehmann. Dieser wollte zur aktuellen Situation keine Stellung nehmen.

Einen Kompromiss finden

Die Gemeindepräsidentin von Bärfischen, Carole Plancherel, sucht nun mit den Schlossbesitzern eine Lösung, zumindest eine provisorische. «Nächste Woche haben wir ein Treffen mit den Anwälten vereinbart, um einen Kompromiss zu finden», so Carole Plancherel. Sie wünscht sich, dass sich die Angelegenheit im beidseitigen Einvernehmen klären lässt und der Entscheid von Catherine Waeber rückgängig gemacht werden kann.Da der letzte Vertrag zwischen der Gemeinde und den Schlossbesitzern nur bis zum 30. Juni 2007 dauerte, ist die Quelleneigentümerin nicht mehr verpflichtet, weiterhin Trinkwasser für die zwölf Haushalte zu liefern.Historisch verankert ist lediglich das Recht einiger Bewohner – nämlich die Familien früherer Angestellten des Schlosses – weiterhin das Wasser bei der Waeber-Quelle gratis zu beziehen. «Es ist nicht gerecht, dass einige diese Möglichkeit haben und andere nicht», empört sich Carole Plancherel.

Noch sind die Bewohner ruhig

Die Gemeindepräsidentin wehrt sich auch gegen den Vorwurf von Catherine Waeber, dass der Gemeinderat den letzten Vertrag unter «extrem ungünstigen Bedingungen» verlangt habe. Dazu erklärt Carole Plancherel: «Wir mussten uns einfach an das strikte Programm des Laboratoriums halten, das nun mal auf kantonaler Ebene gültig ist.»Nächste Woche möchte die Gemeindepräsidentin auch in Verhandlungen mit dem kantonalen Laboratorium und dem Oberamt treten. «Noch sind die Bewohner ruhig und vertrauen unseren Kompetenzen», sagt Carole Plancherel. Sie hofft, diesen Erwartungen bis zum 3. September gerecht zu werden.

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