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Wasservögel geniessen den milden Winter

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Wasservögel geniessen den milden Winter

Zahlreiche Vogelarten haben ihren Lebensraum an den Freiburger Gewässern

Seit 40 Jahren werden Mitte Januar europaweit die Wasservögel gezählt, so auch in der Schweiz. Dank den milden Temperaturen sind die nordischen Arten dieses Jahr weniger zahlreich vertreten als in den vergangenen Jahren.

Am Ufer des Neuenburger- und Murtensees und an den Biotopverbund-Flächen im Grossen Moos lassen sich jeden Winter Vogelschwärme nieder, um sich auf ihrem langen Weg in die Winterquartiere kurz auszuruhen und Nahrung aufzunehmen. Diese Feuchtgebiete gehören zu Europas bedeutendsten Rastplätzen für Wasservögel. Am Neuenburgersee, aber auch am Murtensee, Greyerzersee, Schiffenensee und der Saane entlang bis zum Perolles-See zählten Mitglieder des «Cercle Ornithologique de Fribourg» am Sonntagmorgen mit freiwilligen Helfern die Wasservögel im Rahmen der internationalen Vogelzählung. Die Freiburger Nachrichten haben den Präsidenten der Organisation, Roland Kalberer, und seine Frau Doris bei der Vogelzählung entlang dem Saane-Ufer begleitet.

Wasservögel sind einfacher zu zählen als andere Vögel

«Zum Glück haben wir dieses Jahr ideales Beobachtungswetter. Milde Temperaturen, praktisch keinen Wind und Regen, so können wir die Vögel gut beobachten, bestimmen und zählen», erklärt Kalberer und blickt konzentriert durch sein Fernglas. Bei der Neiglen-Passerelle beginnt der Spaziergang. Doris zählt die Männchen, Roland die Weibchen. Ein Haubentaucher-Pärchen schwimmt vorbei, dahinter huscht ein Teichhuhn hinter ein Grasbüschel am Ufer. Bei jeder Brücke wird genau notiert: bei der Zähringerbrücke sind es ein Dutzend Enten, bei der Bernbrücke umringt ein Schwarm Kolbenenten einen majestätisch dahingleitenden Schwan.Warum werden nur Wasservögel und nicht auch andere Vogelarten gezählt? «Alle zu zählen wäre überaus schwierig und die Wasservögel sind einfach aufzunehmen, da sie in einem relativ eng begrenzten Gebiet leben. Enten wie auch Schwäne sind sehr standorttreu», weiss der Hobby-Ornithologe. Beim Wasserwerk huschen plötzlich zwei Wasseramseln am Brückenpfeiler vorbei, das Paar ist wegen der milden Temperaturen offensichtlich schon auf der Suche nach einem Nistplatz.Natürlich wird auch die Möwe mitgezählt, die plötzlich hoch über den Köpfen ihre Kreise zieht.Auch ein seltener Gast wie der Wanderfalke lebt an den Sandsteinfelsen entlang der Saane, aber am Zähltag macht er den Ornithologen nicht die Freude, sich zu zeigen.Beim Perolles-See können die Vogelbeobachter besonders fleissig den Bleistift zücken. Hier fühlen sich Krickenten, Blässhuhn, Kolbenente, Tafelente, Stockente und Haubentaucher wohl, und dies in nicht geringer Anzahl.Vieles hat sich in den 40 Beobachtungsjahren verändert. Die Ausbreitung der Wandermuschel in den siebziger Jahren lieferte Reiherente, Tafelente und Blässhuhn eine neue Nahrungsquelle, worauf ihre Bestände stark zugenommen haben. In den neunziger Jahren nahm die Zahl der Kolbenenten rasant zu, dies eine Folge der verbesserten Wasserqualität in den Schweizer Seen. Zurückgegangen sind aber die Bestände des Zwergtauchers.

Auch Wasservögel haben Feinde

Die durch Überbauungen immer mehr zurückgedrängten Naturräume, die Aufhebung von Biotopen, aber auch extreme Wettersituationen sowie Raubvögel, streunende Hunde, Spaziergänger, die in Rückzugsgebiete der Vögel eindringen, und Krankheiten wie die Vogelgrippe u. v. a sind potenzielle Feinde der Wasservögel.Fabien Loup, Kantonstierarzt, erklärt auf Anfrage gegenüber den FN: «Diesen Winter können wir glücklicherweise sagen, dass keine Fälle von Vogelgrippe aufgetreten sind. Vogelbeobachtungen und Vogelzählungen sind eine der Möglichkeiten, um gleichzeitig die Tiere auf Vogelgrippe zu untersuchen.» Weiter können anlässlich von Beringungen mit einem Tupfer in den Kloaken der Vögel Proben entnommen und auf Vogelgrippe getestet werden. Wildhüter überwachen auch im Rahmen der Jagd die Vögel und speziell die Wasservögel. Wenn ein grosser Vogel, zwei bis drei Enten oder fünf Singvögel tot am Boden liegen, kann dies ein Hinweis auf Vogelgrippe sein.

Europaweite Koordination der Vogelzählung

In der Schweiz werden mit der jeweils im Januar durchgeführten Vogelzählung rund eine halbe Million Enten, Taucher und Möven registriert. Aufgrund dieser Angaben werden Reservate ausgeschieden und die Jagd kann nachhaltig gestaltet werden. Die Vogelwarte Sempach sammelt die Daten gesamtschweizerisch. Die Ergebnisse werden von Wetlands International, der internationalen Organisation zum Schutz der Feuchtgebiete, zentral verwaltet.

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