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Wegen Friseneit vom Bund belächelt

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Organisiert der Gemeindeverband Region Sense zusammen mit dem Kanton einen Informationsabend, sind die Ränge des Podiums in Düdingen selten einmal so gut gefüllt, wie es am Donnerstag der Fall war. Etwa 300 Personen – viele von ihnen waren Gemeinderätinnen und Gemeinderäte, Generalratsmitglieder, Fachpersonen aus den Bauämtern und Unternehmer – informierten sich über den neuen kantonalen Richtplan, der zurzeit in der Vernehmlassung ist (die FN berichteten). Die wichtigsten Punkte des 700-seitigen Dokuments stellten die Staatsräte Jean-François Steiert (SP) und Olivier Curty (CVP) sowie die Chefin des Raumplanungsamts, Giancarla Papi, dem Publikum in 70  Minuten vor. Danach leitete der Freiburger SRF-Radiojournalist Patrick Mülhauser zur erweiterten Podiumsdiskussion über und wollte vom Düdinger Unternehmer Michael Zurkinden, Geschäftsführer der Geotherm  AG in Belfaux, wissen, ob die Unternehmen ihren Platz hätten im Richtplan. «Grundsätzlich ja», antwortete dieser. Wolle eine Firma ausbauen, könne sie aber schnell einmal auf Probleme stossen, wenn sie sich nicht in einer Arbeitszone befinde.

Harte Diskussionen

Jean-François Steiert erklärte, dass jede Region ihre Schwerpunkte für die Entwicklung der KMU festsetzen müsse. Nebst der Ansiedlung neuer Firmen sei es mindestens genauso wichtig, dass sich bestehende Unternehmen weiterentwickeln könnten. Der Sensebezirk habe diesbezüglich seine Hausaufgaben gemacht, sagte Steiert mit Verweis auf den regionalen Richtplan des Sensebezirks, in welchem diese Entwicklungszonen festgelegt sind, die vom Kanton so übernommen wurden. «Wie geht man als Region damit um, dass sich nicht alle Gemeinden weiterentwickeln können?», fragte Mülhauser den Sensler Oberamtmann Manfred Raemy. Die Entwicklung soll gemäss Richtplan vor allem entlang der Autobahn und der Eisenbahnlinie stattfinden. Die Sensler Gemeinden hätten diese Zentren gemeinsam definiert, erklärte Raemy. «Das waren harte Diskussionen. Denn natürlich möchte jede Gemeinde auf ihrem Gebiet Unternehmen haben.»

Zu diesem Thema äusserte sich auch der Plaffeier Syndic Otto Lötscher aus dem Publikum: Weniger Bautätigkeit in den ländlichen Regionen führe dort zum Rückgang von Arbeitsplätzen und damit zu mehr Pendlerverkehr und zu mehr Druck auf die bestehenden Arbeitsplätze. Olivier Curty gestand ein, dass es gemäss Richtplan eine Verlangsamung des Wachstums im ländlichen gegenüber dem städtischen Gebiet geben werde. Da der Kanton Freiburg aber insgesamt von einem grossen Bevölkerungswachstum bis 2030 ausgehe, werde die Bautätigkeit keineswegs abnehmen. «Junge, dynamische Unternehmen werden auch in ländlichen Gebieten eine Chance haben», so Curty.

Die Nachfrage nach Bauleistungen sei hoch und werde hoch bleiben, sagte auch Michael Zurkinden. «Aber in gewissen Randregionen könnte die Bautätigkeit schon etwas nachlassen. Infolgedessen müssen die Firmen in Richtung Agglomeration stossen, und der Wettbewerb wird steigen. In Freiburg ist man mit einer anderen Konkurrenz konfrontiert», so der Unternehmer.

«Jenseits von Gut und Böse»

Aus dem Publikum brachte der Syndic von Wünnewil-Flamatt, Andreas Freiburghaus, die Autobahnausfahrt Friseneit ins Spiel. «Wieso fehlt diese in den 60 Projektblättern des Richtplans?», fragte er. Diese schon 2009 aufgeworfene Entlastungsvariante für die Verkehrsprobleme im Sense-Unterland war bereits vor zwei Wochen an einer Infoveranstaltung von Manfred Raemy wieder ins Spiel gebracht worden. Steierts Antwort war klar: «Erstens, weil der Bezirk die Ausfahrt nicht gefordert hatte. Zweitens, weil ich vom Bundesamt für Verkehr belächelt werde, wenn ich von Friseneit spreche.» Der Bund habe ihm gesagt, dieses Projekt sei jenseits von Gut und Böse. Raemy wies dennoch darauf hin, dass es wichtig sei, Visionen in den Richtplan zu integrieren.

Tourismus

Kanton stellt beim Campus Schwarzsee mehr Personal ein

Im neuen kantonalen Richtplan 2030 sind die touristischen Zentren des Kantons Freiburg definiert. Zu ihnen gehört auch der Schwarzsee. «Wie kann man in Schwarzsee noch mehr touristischen Nutzen hinbringen?», wollte Moderator Patrick Mülhauser am Informationsabend vom Donnerstag von den Podiumsteilnehmern wissen. Staatsrat und Volkswirtschaftsdirektor Olivier Curty (CVP) sagte, in Schwarzsee liege das einzige Sport- und Freizeitzentrum des Kantons. Der Staatsrat habe nun entschieden, dort neue Stellen zu schaffen, um das Zentrum zu stärken und dessen Potenzial besser nutzen zu können. Dies müsse sofort geschehen, betonte er.

Wie Curty nach dem Informationsabend den FN erklärte, werden 1,5 zusätzliche Vollzeitstellen geschaffen, womit für den Campus insgesamt 3,5 Vollzeitstellen geschaffen wurden.

Verschiedene Grossrätinnen und Grossräte hatten beim Staatsrat schon mehrere Anfragen zu diesem Thema eingereicht und hatten die Regierung aufgefordert, in diesem Dossier vorwärtszumachen (die FN berichteten). Die Antworten auf diese Anfragen würden nächste Woche veröffentlicht, so Curty. Dabei werde der Staatsrat auch darüber informieren, dass der Betrieb im Sport- und Freizeitzentrum von einer Konsultativkommission begleitet wird. Dieser Kommission gehören unter anderem die Gemeinde Plaffeien, Schwarzsee Tourismus sowie der Direktor des Freiburger Tourismusverbandes an. Die Oberaufsicht werde das kantonale Amt für Sport haben.

ak

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