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Weihnachtskonzert zeigt unsicheres Glück

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Das dritte der diesjährigen Adventskonzerte in Villars-sur-Glâne wartete auf den ersten Blick mit einem relativ unspektakulären Programm auf. Doch mit dem genauen Hinhören eröffneten sich dem wie immer zahlreich erschienenen Publikum auch in dieser oft fröhlichen und temperamentvollen Musik Abgründe voller Melancholie. Der Wiener Concert-Verein unter der Leitung von Philippe Morard eröffnete das Konzert mit der Sinfonie Nr. 35 in D-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart, der sogenannten Haffnersinfonie. Das Orchester begann kräftig und frisch. Die tiefen Streicher und Bläser trieben das Stück mit ihrem Grummeln wie ein Motor voran. Die Holz- und Blechbläser wirkten mächtig, ohne dass dabei die klangliche Balance aus der Fuge geriet. Der breite Klang der Holzbläser kontrastierte mit den fröhlich hüpfenden Tönen der hohen Streicher. Allgemein setzten die Instrumentalisten bereits in dieser Mozartsinfonie bemerkenswerte Akzente.

Bewegende Violine

Ein Höhepunkt des Abends war das Violinkonzert in a-Moll von Felix Mendelssohn. Solist Renaud Capuçon begann sein charakteristisches Eröffnungsthema mit einem warmen, bewegenden Klang. Das Thema berührte nicht zuletzt durch das harmonische Zusammenspiel zwischen Solist und Orchester noch stärker. Mit den zahlreich vorhandenen schnellen Läufen bewies der französische Violinist seine Virtuo­sität. Doch wirkten die langsamen Passagen fast eindringlicher. Diese Eindringlichkeit verstärkte sich noch, indem Capuçon das Vibrato dosiert einsetzte und auch einmal komplett darauf verzichtete.

Gerade in den ersten beiden Sätzen zeigte Capuçon, wie ausdrucksstark und vielseitig eine Violine klingen kann. So pendelte die Musik im zweiten Satz stets zwischen Frieden und einer unbestimmten, latenten Bedrohung, was die Spannung bis zum Schluss hochhielt. Bereits nach diesem Konzert fiel der Applaus ungewohnt ergiebig und herzlich aus.

Weihnachtslied oder Filmmusik

Einen ganz anderen Charakter hatte die Violinromanze in a-Moll von Antonin Dvořák. Es war deutlich stärker in der romantischen Klangwelt angesiedelt als die vorangehenden Werke. Die hohen Streicherklänge zu Beginn liessen fast an Elfen denken. Später weckte das Werk Assoziationen zur Filmmusik oder auch einmal an Weihnachtsmelodien. Dafür sorgte vor allem der friedvolle, zuweilen fast träumerischen Duktus, wobei kleine harmonische Schwenker diese heile Welt verschiedentlich durchbrachen. Es war fast, als wolle die Musik daran erinnern, dass nicht alle die Adventszeit und Weihnachten als freudige Zeit erleben.

Ein klassischer Schubert

Mit der Sinfonie Nr. 3 in D-Dur von Franz Schubert orientierte sich das Orchester wieder stärker am Klang der Wiener Klassik. Schubert schrieb die Sinfonie als 18-Jähriger. Dementsprechend wirkt sie noch weniger monumental als die späteren Werke. Die ersten Takte erinnern fast an Mozart, nur dass sie dunkler ausfallen. Doch plötzlich brach aus der Wehmut eine überschäumende Freude hervor. Auch später wusste der Zuhörer nie genau, was kommt. Es schien fast, als ob Schubert ein Glück beschreibt, dass nie ganz sicher ist. Das Orchester konnte diese Stimmung faszinierend vermitteln.

Beschwingt und temperamentvoll

Als Zugabe spielte das Orchester die Ouvertüre zu Mozarts Oper «Le Nozze di Figaro». Mit dem fliessenden Temperament und den rhythmischen Akzenten wurden die musikalischen Phrasen schön hörbar. Besonders eindrücklich wirkte das Crescendo ganz am Ende des Satzes: Es klang beschwingt und temperamentvoll, ohne ins Gehetzte zu verfallen. Das Orchester schien fast befreit aufzuspielen. Es konnte so noch einmal beweisen, wie wohl es sich in der Musik Mozarts fühlt.

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