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Wenn die alten Mauern reden könnten

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Imelda Ruffieux

«Das neue Schulhaus ist die Krone aller Neubauten des Bezirkshauptortes. Von welcher Seite man sich dem Dorfe auch nähern mag, immer fällt das schöne Haus angenehm in die Augen, und je näher man kommt, desto herrlicher präsentiert sich der schmucke Bau.» Diese lobenden Worte sind vor 98 Jahren vom damaligen Oberamtmann Johann Passer geschrieben worden.

Mit Nachbarn einig werden

Seinem Aufsatz im Freiburger Volkskalender 1912 ist zu entnehmen, dass die Taferser damals eines der modernsten Schulhäuser erstellt haben. Leicht war die Planung eines Neubaus damals nicht, musste sich doch die Sitzgemeinde erst mit Düdingen und Tafers über die finanzielle Beteiligung einig werden. Denn aus diesen beiden Gemeinden ist zur damaligen Zeit eine stattliche Zahl Schüler nach Tafers gekommen.

Die Notwendigkeit eines Neubaus war aber unbestritten: Aus Platzgründen waren die Klassen in drei verschiedene Häuser aufgeteilt. Das kleine Schulhaus im Dorfzentrum vermochte den Anforderungen nicht mehr zu genügen.

1910 eingeweiht

Der Schulhausbau wurde im Sommer 1909 in Angriff genommen und ist zu Beginn des Wintersemesters 1910/11 fertiggestellt worden. Am 6. November 1910 fand die Einweihung statt, in Anwesenheit von Staatsrat Georges Python.

Architekt Guido Meyer hat grosszügige Korridore, grosse Klassenzimmer, ein helles Treppenhaus sowie Oberlichter, die für frische Luft während des Unterrichts sorgen, vorgesehen. Die Planer hatten trotz der engen Finanzen auch ein Auge für ästhetische Details. So steht auf dem Dachstock zum Beispiel ein kleiner Turm, in dem eine Glocke untergebracht ist. Es ist das sogenannte Ferienglöcklein, das seit jeher nur dann geläutet wird, wenn die Ferien beginnen.

Viele Erinnerungen

Marius Schneuwly, Primarlehrer im Ruhestand, ist voller Bewunderung für die Weitsicht der damaligen Taferser Behörden. Sein berufliches Leben ist eng mit dem Schulhaus Tafers verbunden, hat er doch in diesem Gebäude während 41 Jahren unterrichtet und kann so manche Episode erzählen. Er habe sich gar nicht für die Stelle bewerben müssen, erklärt der gebürtige Heitenrieder. «Der Lehrermangel war damals so gross, dass man mich schon ein halbes Jahr, bevor ich mit dem Seminar fertig wurde, angestellt hat.» Seine Kolleginnen im Lehrerzimmer waren anfangs vielfach Vinzenzschwestern, wie etwa die legendäre Sr. Karitas, die bei allen Schülern einen bleibenden Eindruck hinterliess. Er hat noch miterlebt, wie die Schule jeweils für eine Woche im Jahr geschlossen wurde, weil im Gebäude die militärische Musterung stattgefunden hat. Und er hat die Zeit erlebt, in der er als Mann erstmals auch Mädchen in der Klasse unterrichten durfte.

Marius Schneuwly hat auf eigenen Wunsch in ein Schulzimmer im oberen Stock gezügelt, sagt er. «Das war willkommene Fitness. So ersparte ich mir den Turnverein.» Er habe die Fernsicht von dort oben sehr genossen. «Ich hatte das Glück, im schönsten Schulhaus des Bezirks zur Schule zu gehen», fasst er seine, noch nicht erloschene Liebe zum alten Schulhaus zusammen.

Ein grosser Umbau

Im Laufe der Jahre sind nur wenige Auffrischungsarbeiten nötig geworden. 1961 wurden die WC-Anlagen erneuert, und 1989 wurde die Turnhalle umgebaut. Zwei Schulzimmer sind dazugekommen. Den grössten Renovationsschub erlebte das Gebäude 2003/2004. Damals wurde ein neues Schulhaus angebaut, und zugleich wurden alle Böden im alten Schulhaus ausgewechselt.

Heute besuchen 260 Kinder in neun Primarschulklassen und vier Kindergärten die Schule. Schulpräsident Pascal Zbinden schätzt, dass im Verlauf der 100 Jahre etwa 5000 Kinder ein und aus gegangen sind.

Das 100-Jahr-Jubiläum wird am Dienstag mit einem Konzert des Kinderchors und einem Apéro gefeiert (siehe Kasten).

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