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Wenn Schlafen keine Erholung ist

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Im Jahr 1990 erhielt Ruedi Dousse die Diagnose, dass er an der obstruktiven Schlafapnoe leidet. Damals war er einer von drei Patienten, welche die Lungenliga Freiburg deswegen behandelte–heute sind es rund 2000 (siehe Box). «Zu diesem Zeitpunkt war die Krankheit überhaupt nicht bekannt, heute weiss man mehr darüber», sagt Ruedi Dousse aus Düdingen, der gelernt hat, mit der Schlafapnoe umzugehen (siehe Kasten).

Eine stärkere Sensibilität sei wichtig, betont Rose-Marie Rittener, Geschäftsleiterin der Gesundheitsligen des Kantons Freiburg, denn die Krankheit könne durchaus gefährlich sein. Da sich betroffene Personen durch die häufigen Atempausen und das darauffolgende kurze Erwachen beim Schlafen nicht richtig erholen können, leiden sie an übermässiger Müdigkeit, die oft zu Sekundenschlaf führt. «Vor allem beim Autofahren können dadurch heikle Situationen entstehen», sagt Rose-Marie Rittener. Die Müdigkeit ist jedoch nicht die einzige Gefahr: Die obstruktive Schlafapnoe kann auch Depressionen, sexuelle Funktionsstörungen und langfristig auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen zur Folge haben.

Merken es selber oft nicht

«Viele Menschen wissen gar nicht, dass sie an Schlafapnoe leiden», sagt Eveline Henninger, Pflegefachfrau bei der Lungenliga Freiburg. Dies bestätigt Iris Ugarte, ebenfalls Pflegefachfrau bei der Lungenliga. «Die Betroffenen merken nicht, dass ihr Atem im Schlaf aussetzt. Oftmals werden sie von ihren Partnerinnen darauf hingewiesen, dass sie schnarchen–und dann aufhören zu atmen.»

 Ugarte spricht bewusst von «Partnerinnen», weil rund doppelt so viele Männer von der Krankheit betroffen sind wie Frauen. Warum dieser Unterschied bestehe, wisse man nicht genau, sagt Eveline Henninger. «Man vermutet aber, dass dies hormonell bedingt ist, denn bei Frauen tritt die Schlafapnoe nach der Menopause vermehrt auf.»

Auch über die Ursachen der obstruktiven Schlafapnoe ist sich die Medizin noch nicht im Klaren. Da die Krankheit aber oft familiär gehäuft auftritt, vermuten Spezialisten, dass anatomische Besonderheiten im Rachenraum und die Neigung zum Kollaps der Rachenmuskulatur vererbt werden. Die Erbanlagen seien jedoch nicht die einzige Gefahrenquelle, betont Eveline Henninger. «Ein Grossteil unserer Patienten ist übergewichtig, dies ist der grösste Risikofaktor.» Auch Alkoholkonsum am Abend, Rauchen, Schlaf- und Beruhigungsmittel oder enge Stellen im Nasen-Rachen-Raum können zu einer Erkrankung beitragen.

Ambulante Untersuchung

«Wenn ein Hausarzt die Vermutung hat, ein Patient leide an Schlafapnoe, muss ein Pneumologe die Diagnose stellen», erklärt Eveline Henninger. Im Gegensatz zu früher erfolge die Untersuchung meist nicht mehr im Schlaflabor, sondern bei den Patienten zu Hause. «Es gibt mittlerweile tragbare Geräte, die während der Nacht verschiedene Körperfunktionen messen.» Je nach Art der Untersuchung sind dies Herztätigkeit, Sauerstoffgehalt im Blut, Atembewegungen oder der Luftfluss durch die Nase.

Maske kann stören

«Hat der Lungenarzt die Diagnose bestätigt, gibt es eigentlich nur eine wirksame Therapie», sagt Iris Ugarte und nimmt drei verschiedene Atemmasken aus einer Tasche: Ein Modell bedeckt Mund und Nase, das zweite wird über die Nase gelegt, das dritte gar nur in die Nasenlöcher eingeführt. Eines dieser Modelle müssen Betroffene beim Schlafen tragen; daran angeschlossen wird ein CPAP-Gerät–CPAP steht für Continuous Positive Airway Pressure–, das kontinuierlich einen sanften Luftstrom in die Maske leitet. Dadurch entsteht im Nasen-Rachen-Raum ein erhöhter Druck, der die Atemwege offenhält und Atempausen verhindert. So einfach dies tönt: In der Realität kann das Tragen einer solchen Maske ein einschneidendes Erlebnis sein: «Das Gesicht ist sensibel, viele brauchen einige Zeit, um sich an eines der Modelle zu gewöhnen, manchen gelingt es nie», sagt Iris Ugarte.

Wird eine Therapie abgebrochen, können Patienten versuchen, mit einer Zahnschiene, einer Gaumenspange, einer Operation oder durch tägliches Didgeridoo-Spielen, das die Muskeln stärkt, die Atemstörungen zu vermindern. Rose-Marie Rittener stellt jedoch klar: «Eine gleichwertige Alternative zur CPAP-Therapie gibt es nicht.»

«Ein Grossteil unserer Patienten ist übergewichtig, dies ist der grösste Risikofaktor.»

Eveline Henninger

Pflegefachfrau

«Eine gleichwertige Alternative zur CPAP-Therapie gibt es nicht.»

Rose-Marie Rittener

Geschäftsleiterin der Gesundheitsligen des Kantons Freiburg

Betroffene: Nur zwei Stunden Schlaf pro Nacht

E s habe verschiedene Gründe gegeben, warum er sich entschieden habe, zum Arzt zu gehen, sagt Ruedi Dousse. Der 62-Jährige hat Schlafapnoe, seit über 20 Jahren ist er in Therapie. «Meine Frau hat bemerkt, dass mein Atem in der Nacht regelmässig aussetzt und machte sich Sorgen», sagt Dousse. Zudem sei er stets müde gewesen. «Wenn ich am Morgen aufwachte, war ich oft noch müder als am Abend zuvor.» Dies ging so weit, dass Ruedi Dousse für seinen Arbeitsweg von Düdingen nach Bern nur Kantonsstrassen benutzte und pro Weg zwei Mal Halt machte, um kurz um das Auto herum zu laufen.

«Da ich auch Probleme mit der Stirnhöhle hatte, dachte ich zuerst, es habe damit etwas zu tun», erzählt er. Nach einem Besuch beim Hals-Nasen-Ohren-Arzt, der ihm aber nicht helfen konnte und ihn an einen Pneumologen verwies, erhielt er die Diagnose Schlafapnoe. «Effektiv schlief ich etwa nur zwei Stunden pro Nacht.»

Seit 23 Jahren hat Ruedi Dousse nun ein CPAP-Gerät (Continuous Positive Airway Pressure), das er –, wenn er über Nacht wegbleibt – immer mitnimmt. Zwar habe es eine Weile gedauert, bis er sich an die Gesichtsmaske gewöhnt habe, sagt er. «Ich schlief immer auf dem Bauch, das ging mit der Maske nicht mehr.» Nach drei bis vier Monaten habe sich seine Situation jedoch verbessert: «Ich fühlte mich wie neu geboren.» Seit dieser Zeit habe sich auch die Technik stark verbessert, sagt Ruedi Dousse: «Früher tönte das Gerät wie eine Melkmaschine, heute macht es fast keinen Lärm mehr.» rb

Zahlen und Fakten

Markanter Anstieg dank einfacherer Diagnose

Von den Schweizerinnen und Schweizern zwischen 30 und 60 Jahren leiden mindestens vier Prozent der Männer und zwei Prozent der Frauen unter einer obstruktiven Schlafapnoe. Im Kanton Freiburg sind gemäss diesen Schätzungen rund 4500 Personen von der Krankheit betroffen, über die Hälfte davon ist jedoch nicht in Therapie. Im vergangenen Jahr hat die Freiburger Lungenliga 1982 Patienten mit Schlafapnoe behandelt–dies sind über sieben Mal mehr Personen als im Jahr 2000, im Jahr 1990 waren es nur drei Fälle. Dieser markante Anstieg sei auf verschiedene Gründe zurückzuführen, sagt Lungenspezialist Alexander Kunz, der in Tafers eine Praxis hat, auf Anfrage. «Früher war die Diagnose viel aufwendiger und musste in einem Schlaflabor gestellt werden.» Erst seit gut zehn Jahren gebe es dank neuer Geräte die Möglichkeit, eine Schlafapnoe auch ambulant zu diagnostizieren. Dies wirke sich auch auf die Anzahl der Diagnosen aus, betont Alexander Kunz. Einen effektiven Anstieg der Fälle schliesst er aber trotzdem nicht aus. «Wir werden immer älter und dicker, das fördert die Erkrankung.»rb

Definition

Bis zu hundert Aussetzer pro Nacht

Das Wort Apnoe kommt aus dem Griechischen und bedeutet Atemstillstand. Während des Schlafs erschlaffen bei manchen Menschen Muskulatur und Weichteilgewebe im Rachen- und Halsbereich und verengen so die Atemwege. Bei Personen, welche unter der obstruktiven Schlafapnoe leiden, werden die Atemwege zeitweise sogar völlig verschlossen, so dass sie vorübergehend–für einige Sekunden bis zu über einer Minute–nicht atmen können. Dadurch kommt es zu einem leichten Sauerstoffabfall und die Betroffenen erwachen kurz, um Luft zu holen. Danach schlafen sie weiter–bis zur nächsten Atempause. Die Atempausen können in Extremfällen bis zu 100 Mal pro Stunde erfolgen; sie bleiben jedoch ebenso wenig in Erinnerung wie die kurzen Wachphasen. Bei der selteneren zentralen Schlafapnoe funktioniert die Steuerung der Atmung durch das Hirn nicht zuverlässig. Zwar sind die Atemwege frei, jedoch fehlt der Atemantrieb.rb

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