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Wild gewordener Jäger

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Dass zurzeit Jagdsaison ist, war mir klar, zumal in fast allen Gaststätten feine Wildspezialitäten angepriesen werden. Wie gefährlich wir jedoch in dieser Zeit leben, wurde mir erst bewusst, als wir neulich ein unschönes Zusammentreffen mit einem sprichwörtlich wild gewordenen Jäger hatten.An einem sonnigen Herbstnachmittag unternahmen meine Nach- barin und ich zusammen mit unseren kleinen Kindern einen Spaziergang mit Picknick. Bepackt mit Verpflegung und einem «Kesseli» zum Nüssesammeln sind wir vom Juch, wo wir wohnen, in Richtung Unter Galteren aufgebrochen auf einem von Spaziergängern vielfrequentierten Weg, der unter anderem als Zufahrtsstrasse für Anwohner dient. Bei der vermeintlichen Picknickbank angekommen, sass da aber bereits ein freundlicher Jäger. Sofort bot er uns seinen Platz auf der Bank an, was wir aber dankend ablehn-ten. Die Kinder setzten sich ins Gras. Etwas später verabschiedete sich der Jäger mit den Worten: «Ich gehe etwas weiter weg, ich kann im Beisein der Kinder sowieso nicht schiessen.»Da erst ging mir ein Licht auf. Der Jäger machte kein kleines Päuschen, wie von uns vermutet. Nein, er wollte tatsächlich quer über den Acker und die Strasse schiessen, falls da ein Reh angerannt käme. Irgendwie verdutzt, aber guten Mutes brachen wir kurzum zur Heimkehr auf, als plötzlich – nach abgebrochener Jagd – ein anderer Jäger im Jeep in hohem Tempo angebraust kam. Er machte vor uns eine Vollbremsung und stellte uns das Fahrzeug in den Weg, sodass wir mit Kindern und Kinderwagen seitlich auf die Böschung ausweichen mussten. Erst wies er seinen Jägerkollegen lautstark in die Schranken, er dürfe seinen Posten während der Jagd nicht verlassen, das könne tödlich enden. Dann brüllte er uns mit hochrotem Kopf an, wir hätten den Jäger von seinem Posten – in diesem Fall war es die Picknickbank – verjagt. Nun reicht es aber, dachte ich mir und rief zurück, dass er sich hier nicht so zu benehmen habe. Erstens haben wir den Jäger nicht verjagt, und zweitens wollen wir weder unsere Kinder noch uns selbst in Gefahr bringen. Auch meine Nachbarin bekräftigte ruhig, dass er uns das auch anständig sagen könne, schliesslich seien wir mit den Jagdregeln nicht vertraut.Muss man in Zukunft schuss- sichere Westen tragen beim täglichen Spaziergang? Können die Jäger, um die Anwohner zu schützen, nicht wenigstens die grösseren öffentlichen Wege kurzzeitig absperren, wenn sie denn in die Schuss- linie geraten? Letztlich haben wir nichts gegen die Jägerszunft, doch möchten wir auch ohne Schrotflinte im Nacken die schöne Natur geniessen.

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