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«Wir fühlen uns übergangen»

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«Wir fühlen uns übergangen»

Neuer Schulkalender stösst im Sensebezirk auf Ablehnung

Der neue Schulkalender stösst bei den Sensler Schulverantwortlichen und Eltern auf Unverständnis. Eine seit Jahren gut funktionierende Schul- und Ferienordnung wurde zum Nachteil des Bezirks geändert. Die Schulverantwortlichen fühlen sich von der Erziehungsdirektion übergangen und bitten um ein Gespräch, um die Angelegenheit nochmals aufzurollen.

Jahrelang gab es im Kanton Freiburg verschiedene Ferienpläne. Dabei wurde Rücksicht auf altbewährte Gepflogenheiten der jeweiligen Region genommen. So konnte ein Bezirk schulkreisübergreifend die Ferien zum Beispiel nach alter Tradition dem kirchlichen Kalender anpassen; andere richteten sich mehr nach den Gegebenheiten des benachbarten Bernbiets, und wieder andere suchten nach einer Lösung, bei der verschiedene Interessen kombiniert wurden.

Harmonisierung verlangt

In einer Motion hatte DSP-Grossrat Cédric Castella eine Harmonisierung des Schulkalenders verlangt. Die Überweisung dieser Motion geschah im Grossen Rat oppositionslos. Allerdings wurde in der Diskussion von mehreren Grossrätinnen und Grossräten festgehalten, dass der Schulkalender nicht nach wirtschaftlichen Zwängen oder religiösen Festen, sondern nach pädagogischen Überlegungen ausgerichtet werden solle. Das Schulgesetz wurde im Mai 1999 vom Grossen Rat dahingehend geändert, als es der Erziehungsdirektion (ED) die Zuständigkeit verlieh, den Schulkalender festzulegen.

Den Auftrag zur Harmonisierung setzte die ED mit dem Ziel um, langfristig einen einheitlichen Schulkalender für den ganzen Kanton einzuführen. Drei unterschiedliche Varianten wurden in die Vernehmlassung gegeben, danach wurde eine davon durch die ED festgelegt und publiziert.

Gut funktionierendes System
im Sensebezirk

Im Sensebezirk ist die Abmachung über Schulbeginn und Ferieneinteilung seit Jahren stufenübergreifend – das heisst vom Kindergarten bis zur OS-Stufe – geregelt worden. Man konnte sich untereinander stets auf einen gemeinsamen Schulkalender einigen. Das System funktionierte in den letzten Jahren annähernd reibungslos.

Der Sensler Schulkalender zeichnet sich dadurch aus, dass die Herbstwochen früher als in anderen Schulkreisen festgelegt sind. Das ist einer der Punkte, die beim neuen Schulkalender, den die Erziehungsdirektion kürzlich vorgelegt hat, nicht mehr berücksichtigt worden sind.

Herbstferien zu spät

Die beiden Ferienwochen der Primarschul- und OS-Stufen würden zwar dann denjenigen der Freiburger Mittelschulen angepasst sein, fänden aber erst in der zweiten Hälfte Oktober statt. So spät, dass das Wetter meistens nicht mehr mitspielt, dass es abends schon früh dunkel und kühl wird und dass auch auswärtige Ferienziele unattraktiv sind, weil viele touristische Anlagen bereits geschlossen sind.

Dem Anliegen der Familien mit Kindern sämtlicher Stufen der Volksschule sollte nach Meinung der Schulverantwortlichen ein hoher Stellenwert zugemessen werden. Zumal die Jugendlichen im Mittelschul-Alter nicht mehr unbedingt daran interessiert sind, mit den Eltern in die Ferien zu fahren. Und auf die Jugendlichen in den Berufsschulen wird ja auch nicht Rücksicht genommen.

«Angebrochene» Ferienwoche

Für Unverständnis stösst bei den Schulverantwortlichen auch die Entscheidung, das neue Schuljahr mitten in der Woche zu beginnen. Sie befürchten, dass es vermehrt zu Gesuchen für Urlaub kommen wird, damit die Familien die «angebrochene» Ferienwoche noch zu Ende geniessen können.

Für den Beginn des Kindergartens hat ein Schulanfang während der Woche beispielsweise noch weitere Konsequenzen, argumentiert Gerhard Liechti, Mitglied des OS-Vorstandes. Um den wichtigen ersten Tag für Kinder und Eltern so gut wie möglich zu gestalten, werden die Kindergärtler in der Regel einen Tag später als die Primarschüler zur Schule geschickt. Ausserdem werden sie meistens auch in zwei Gruppen aufgeteilt, die an aufeinanderfolgenden Tagen nachmittags den ersten Gang zum Kindergarten unternehmen müssen. Das hiesse dann theoretisch, dass die zweite Gruppe erst am Freitag nachmittag anfangen müsste, was der Schulvorstand als recht unsinnig beurteilt.

Unverständnis bei den Eltern

Die Schulverantwortlichen des Sensebezirks unter der Federführung des Gemeindeverbandes der OS Sense sind überzeugt, dass auch die Eltern und damit die breite Bevölkerung im Sensebezirk mit dem bisherigen Schulkalender einverstanden waren. Eine Änderung des Systems würde auf Unverständnis stossen, ist Schuldirektor Toni Kammermann überzeugt. Für das Schuljahr 2000/2001 wird der Sensebezirk den bisherigen Schulkalender anwenden, was durch eine Übergangsregelung möglich gemacht wird (siehe Kasten).

In einem Brief an die Erziehungsdirektion bitten die Schulverantwortlichen die Erziehungsdirektion um ein Gespräch. Sie hoffen, dass in konstruktivem Einvernehmen eine Lösung ab 2001/2002 gefunden werden kann. Es gehe ihnen nicht darum, gegen Schul- und Ferienordnungen, die in anderen Bezirken gut etabliert und akzeptiert sind, vorzugehen, betonen sie. Der neue Schulkalender sei einfach zu wenig den Bedürfnissen der Regionen angepasst. «Wir fühlen uns schlichtweg übergangen», argumentiert OS-Präsident Walter Fasel. Durch die neue Regelung fällt u.a. auch die Annäherung mit den bernischen Herbstferien weg. Bis jetzt überschnitt sich nämlich jeweils eine der Ferienwochen zwischen den beiden Kantonen, was vor allem von Familien in Gemeinden an der Grenze sehr geschätzt wurde.

Nicht im Sinne der Motion

Die Schulverantwortlichen weisen auch darauf hin, dass die jetzige Situation nicht das Ziel der ursprünglichen Motion war, welche zur Schulgesetzänderung geführt hatte. Die Motion habe eine Harmonisierung beabsichtigt, im Sinne, dass ein Rhythmus in den Schuljahr-Ablauf
hineingebracht wird. Die Erziehungsdirektion habe Harmonisierung aber mit Vereinheitlichung gleichgesetzt.

Der jetzt vorgelegte Schulplan bringe aber keinen gesunden Rhythmus, sind die Schulverantwortlichen überzeugt. Mit Schulanfängen mitten in der Woche und unregelmässigen Abständen zwischen den Ferienblöcken werde viel mehr Unruhe hineingebracht.

DIN-Wochen für bessere Planung

In anderen Kantonen wird das Schuljahr bereits in sogenannte DIN-Wochen eingeteilt. Die Sommerferien beginnen dann – unabhängig von kirchlichen oder weltlichen Ereignissen – zum Beispiel ab der Woche 27. Für eine bessere Planung, zum Beispiel für Eltern, die frühzeitig eine Ferienwohnung mieten wollen, wäre dies auf jeden Fall von Vorteil.

Es gibt aber auch psychologische und medizinische Untersuchungen, die für Ruhepausen in regelmässigen Abständen plädieren, zumal die Kinder heute in der Schule wegen des vollgepackten Unterrichtsprogrammes schon ziemlich unter Druck gesetzt werden müssen.

Im Gespräch mit der Erziehungsdirektion möchten die Schulverantwortlichen auch den 1. Mai ins Gespräch bringen. Dieser soll nämlich nach dem neuen Schulkalender nicht mehr automatisch schulfrei sein. Das Maisingen, im Sensebezirk und teilweise auch in der Stadt ein beliebter und gepflegter Brauch, könnte dann in Vergessenheit geraten.

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