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«Wir machen nur Schadensbegrenzung»

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«Eigentlich könnten wir wieder loslegen. Aber so richtig Ferienstimmung ist bis jetzt noch nicht zu spüren.» Das sagt Gaston Waeber, Leiter der Abteilung Reisen bei der Firma Andrey. Als das öffentliche Leben in der Schweiz zum Stillstand kam, mussten auch die Reisebusse der Car-Unternehmen eine Zwangspause einlegen – und dies mitten in einer Zeit, in der sie sonst Hochsaison gehabt hätten.

«Wir müssen erst noch ein Gespür dafür bekommen, was die Leute wollen.»

Gaston Waeber

Leiter Abteilung Reisen bei Andrey Reisen AG

Das Gespür bekommen

Nun, ein paar Wochen später, läuft wieder alles an, der Sommer steht vor der Türe, und viele Leute haben Lust, nach der langen Einschränkung etwas zu unternehmen und Ausflüge zu machen. «Es ist ein Abtasten», sagt Gaston Waeber. Die Leute rufen auf der einen Seite zwar an und stellen viele Fragen, aber so richtig in Fahrt kommt das Geschäft nicht. «Wir haben noch keine definitive Reise mit konkreten Daten ausgeschrieben.» Sein Unternehmen stecke in einem Dilemma: Es sei unklar, was die Leute wünschten, und deshalb schwierig, Angebote auszuarbeiten. «Wir müssen erst noch ein Gespür dafür bekommen, wie die Bedürfnisse gelagert sind, indem wir die Anrufe analysieren.»

Auf der anderen Seite sei auch eine Zurückhaltung beim Buchen zu spüren, weil eine gewisse wirtschaftliche Unsicherheit vorhanden sei: «Die Leute fragen sich, wie sie in diesem Sommer Ferien machen sollen, ob sie es überhaupt vermögen, zu verreisen.»

Erste Anzeichen

Ähnlich tönt es bei Christoph Wieland, Geschäftsleiter der Firma Horner AG in Tafers. «Wir haben uns überlegt, ob wir angesichts der Einbussen eher die Kostenbremse anziehen oder offensiv planen sollen.» Das Unternehmen habe sich für die zweite Variante entschieden und letzte Woche einen Katalog herausgebracht und Werbung gemacht. Die erste Reise wird eine Drei-Seen-Fahrt am 1.  Juli sein. «Es gab gute Rückmeldungen und gute Buchungen.» So gut, dass das Unternehmen bereits das grössere Schiff als eigentlich geplant reserviert hat. Auch für erste Auslandreisen wie etwa ein Städtetrip nach Freiburg im Breisgau laufe es nicht schlecht. «Es gibt also Anzeichnen, dass es im ­Juli wieder ein wenig anzieht», sagt Christoph Wieland.

Nur einer von zwölf Cars

Doch er relativiert sogleich: «Dieses Jahr wird für uns wirtschaftlich katastrophal enden, das ist schon jetzt klar.» Selbst wenn die Buchungen nun richtig gut laufen würden. «Wir haben drei Monate verloren, drei gute Monate, die nicht wieder aufzuholen sind.» Er erwartet deshalb für das Jahr 2020 bis zu 60  Prozent weniger Umsatz. «Wir machen jetzt nur Schadenbegrenzung», so der Vertreter von Horner Reisen.

Dass die Aufbruchstimmung nur gedämpft zu spüren ist, zeigt sich auch praktisch: Von den zwölf Cars der Flotte hat die Firma derzeit nur einen eingelöst. «Ich nehme nicht an, dass wir vor September die ganze Flotte einlösen können.» 

Ein Teil des bisherigen Angebots zielte auf Rundfahrten im Ausland, zum Beispiel Flussfahrten. «Wir haben das Pro­blem, dass viele dieser Anbieter dieses Jahr nicht zur Verfügung stehen, weil sie zum Beispiel ihr Schiff gar nicht eingelöst haben.» Auch andere jeweils sehr gut laufende Anlässe wie das Basler Tattoo sind abgesagt. «Selbst, wenn es bei uns langsam anzieht, so sind doch die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die ganze Tourismusbranche zu spüren.»

Von Woche zu Woche

Und schliesslich wisse niemand, wie die Zukunft aus­sehe, ob es eine zweite Welle gebe oder ob ganze Gebiete abgeschottet werden müssen. «Wir entscheiden von Woche zu Woche», fasst Christoph Wieland zusammen. «Noch einmal drei Monate Ausfall kann unsere Branche kaum überstehen.»

Mehr Auftragsfahrten

Ein besseres Bild zeichnet Gaston Waeber von den Auftragsfahrten, ein wichtiger Betriebszweig von Andrey Reisen. «Wir haben recht viele Anfragen von Jubla-Scharen für den Transport ins Sommerlager.» Solche Transfer-Aufträge, für die er auch schon erste Buchungen im Herbst hat, wertet er als Schritt zurück in die Normalität. Er hofft, dass weitere Vereine die verschobenen und abgesagten Ausflüge wiedererwägen. Eine erste viertägige Reise für 30  Personen konnte er bereits organisieren. Er nimmt an, dass Ausflüge von geschlossenen Gesellschaften besser laufen werden als Gruppenreisen, die ausgeschrieben werden und bei denen die Teilnehmerliste individuell besetzt wird.

Reisecars

Schutz durch Abstand, Masken und Desinfektion

Die Car-Unternehmen haben von ihrem Branchenverband, der Astag, ein Schutzkonzept zur Verfügung gestellt bekommen. «Das Problem ist, dass viele unserer Stammkunden eher älter sind», sagt Christoph Wieland, Geschäftsleiter der Firma Horner AG in Tafers. Dieser Risikogruppe sei nun monatelang eingeimpft worden, möglichst zu Hause zu bleiben, um keine Ansteckung zu riskieren. «Deshalb ist es klar, dass noch gewisse Ängste und Vorbehalte vorhanden sind.» Bei einer Gruppenreise wisse man ja nie, wer sich sonst noch angemeldet habe. «Wenn möglich versuchen wir, die Abstände einzuhalten, indem wir den grössten Car nehmen und nur jede zweite Reihe besetzen.» Wenn das nicht möglich sei, dann empfehle das Unternehmen das Tragen von Schutzmasken auf freiwilliger Basis. In den Reisecars sind Desinfektionsspender installiert.

Möglichst viel Sicherheit

Das gleiche Konzept setzt die Firma Andrey Reisen um. Wichtig sei, dass der Chauffeur geschützt sei, indem die Plätze neben und hinter ihm unbesetzt blieben. «Wir haben schon draussen einen Desinfektionsständer, damit die Leute die Hände reinigen können, bevor sie einsteigen», sagt Gaston Waeber von Andrey Reisen. Sitze und Armlehnen werden nach jeder Fahrt desinfiziert. «Wir versuchen das Menschenmögliche, um möglichst viel Sicherheit zu bieten.»

Mit den genauen Teilnehmerlisten, die dank der Reservationen vorliegen, ist für die Reisen der Carunternehmen die Nachverfolgbarkeit im Falle einer Ansteckung gewährleistet.

im

 

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