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«Wir müssen uns nicht verstecken»

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Autor: frank stettler

In gut einem Monat wird Jonathan Kazadi gerade mal zwanzig Jahre alt, dennoch gehört er bei Olympic bereits zu den Teamstützen. Rund 25 Minuten steht der Psychologie-Student in diesen Playoffs pro Partie auf dem Parkett und steuert in dieser Zeit im Schnitt 8,4 Punkte und 2,5 Assists bei. Vor dem heutigen vierten Finalspiel gegen die Tigers im St.Leonhard (19 Uhr, live auf TSR II) äussert sich der gebürtige Berner gegenüber den FN zu Kräftereserven, Ausgangslage und Taktik.

Jonathan Kazadi, am Mittwoch bestreitet Olympic das vierte Finalspiel innert zwölf Tagen. Ist noch genügend Energie vorhanden?

Wir werden tatsächlich alle ein wenig müde. Aber mit unserem Publikum im Rücken und der Motivation, das Saisonende weiter hinauszuzögern, werden wir bestimmt noch einmal Kraft für die 40 Minuten finden.

Inwiefern wird in der Matchvorbereitung Rücksicht auf den hohen Spielrhythmus genommen?

Insbesondere seit dem Final ist das Training viel weniger intensiv. Die taktische Arbeit steht im Vordergrund, damit wir so viel Energie wie möglich konservieren können. Wir alle merken, dass wir am Ende der Saison stehen und die Beine langsam, aber sicher müde werden.

Wie gross ist der Nachteil, dass Lugano mit zwei Stammspielern mehr, sprich mit neun gegenüber sieben Freiburgern, rotieren kann?

Ich denke, während dem Spiel fällt dies auf dem Parkett nicht so sehr auf. Aber nichtsdestotrotz ist es ein wichtiger Faktor in dieser Serie. Bei uns gibt es Spieler, die quasi den Match durchspielen. Objektiv betrachtet ist natürlich klar, dass einer, der nur zwanzig Minuten eingesetzt wird, mehr Energie hat als jener, der über die gesamten 40 Minuten alles geben muss.

Wie gross war die Erleichterung, als Ihr am vergangenen Samstag in der Serie auf 1:2 verkürzen konntet?

Wir wollten eine 0:3-Niederlage absolut verhindern, ganz klar. Aber im Grunde war ja zuvor nicht viel Tragisches passiert. Wir haben zweimal auswärts verloren. Schlimm ist es, wenn man in den Playoffs zuhause verliert. Wir denken nur von Spiel zu Spiel. Am Samstag hat es geklappt, ich hoffe nun, dass es uns am Mittwoch wieder gelingen wird. Und in einem allfälligen fünften Spiel weiss man nie, was passieren wird. Die Frage nach der Kraft würde sich, einmal so weit, ebenfalls nicht mehr stellen.

Was hat Olympic im Vergleich zu den beiden ersten Partien zuhause besser gemacht?

Es braucht halt schon einen guten Tag von uns allen, die Würfe müssen rein. Ich habe jedoch bereits bei den beiden Spielen in Lugano das Gefühl gehabt, dass wir bis zum Schluss gekämpft haben und nie den Kopf hängen liessen. Es hat dann letztendlich einfach nicht gereicht. Der Einsatz oder die Taktik waren nicht das Problem. Ich behaupte sogar, Spiel zwei war eines der besten von uns in dieser Saison.

Die Tigers verfügen über viele gute Spieler. Macht es da überhaupt einen Sinn, sich auf einzelne wie Abukar oder Efevberha zu konzentrieren?

Im ersten Match in Lugano haben wir versucht, die Aktionskreise von Abukar und Efevberha einzuengen. Trotzdem haben sie zwei Drittel der Punkte ihres Teams erzielt. Im zweiten Spiel hatten wir das Duo schliesslich besser unter Kontrolle, die anderen nutzen ihren Freiraum jedoch umgehend aus. Auch die anderen Spieler waren in ihren vorherigen Mannschaften Leader, bevor sie zu Lugano stiessen. Es ist sicher nach wie vor so, dass wir versuchen, uns bei in der Verteidigung gegen Efevberha, Abukar und auch Finn gegenseitig zu unterstützen. Aber wir haben ja gesehen, was dann passieren kann. Es ist gegen Lugano schwierig, in der Defensive die richtige Balance zu finden.

Speziell ist in dieser Finalserie, dass sowohl Olympic als auch Lugano oftmals ohne eigentlichen Spielmacher agieren.

Bei uns – und ich kann in dieser Frage nur für meine Mannschaft sprechen – ändert dies nicht wirklich viel. Wir haben dies die ganze Saison so gehandhabt, dass, wenn ich oder Petkovic auf dem Parkett sind, jener Aussenspieler, der den Ball hat, diesen auch nach vorne trägt. Wenn wir schnell spielen wollen, ist es egal, wer der Aufbauspieler ist. Esterkamp und Buscaglia können das genauso gut. Sie haben genügend Erfahrung.

Am Mittwoch steht Olympic vor der gleichen Ausgangslage wie zuletzt am Samstag. Verlieren ist verboten. Wie geht die Mannschaft das Spiel an?

Mit der gleichen Einstellung wie am vergangenen Samstag. Wir haben bereits in Lugano gesehen, dass wir definitiv mithalten können. Deshalb ist unser Selbstvertrauen nach dem Sieg nun nicht plötzlich grösser geworden. Vielmehr haben wir in Spiel drei noch deutlicher gezeigt, dass wir uns nicht verstecken müssen. Sicher ist, dass es erneut ein hartes Stück Arbeit werden wird. Wir wollen uns das fünfte Spiel erkämpfen.

Welche werden die Schlüssel zum Erfolg sein?

Der Wille wird ein entscheidender Fakor sein. Aber zu sagen, dass jene Mannschaft, die am Tag X mehr will, schlussendlich auch siegen wird, wäre zu einfach. Beide Teams wollen. Wichtig wird sicher die Tagesform sein. Genau gleich wie der Spielverlauf. Wer kämpft weiter, auch wenn der Gegner gerade einen tollen Lauf hat?

Wie zufrieden sind Sie persönlich mit Ihren Leistungen in diesem Finale?

Ich versuche natürlich, immer alles zu geben. Grundsätzlich bin ich fast nie mit mir selbst zufrieden. Es lässt sich stets etwas finden, dass ich hätte besser machen können. Wichtig ist einfach, dass man hundert Prozent Einsatz zeigt. Mehr kann man letztlich nicht tun. Das mache ich, und dass machen alle meine Mitspieler.

Hat keine Angst vor grossen Namen wie Efevberha (l.) oder Abukar (r.): Olympics Kazadi.Bild ce

Vorschau:Olympic benötigt heute im St. Leonhard einen weiteren Exploit

Totgesagte leben länger. Ganz nach diesem Motto zögerte Olympic am vergangenen Samstag zuhause vor 2900 Zuschauern (neuer Hallenrekord) das Saisonende zumindest hinaus, indem es mit dem 93:84-Sieg die Finalserie (best of 5) gegen die Lugano Tigers auf 1:2 verkürzte.

«Die Spieler waren naiv»

«Wir werden diese Niederlage genau analysieren, uns wieder sammeln und alles daran setzen, dass wir am Mittwochabend nicht noch einmal dieselben Fehler begehen», sagte Luganos Derek Stockalper. Eines der Versäumnisse der Tessiner war gewiss, dass sie nach dem guten Start im St.Leonhard (29:16 nach zwölf Minuten) unverhofft nachgelassen hatten. «Meine Spieler waren ganz einfach naiv und dachten, die Sache sei erledigt», so Tigers-Trainer Joe Whelton. Edwin Draughan, vergangene Saison noch im Olympic-Dress, ergänzt: «Ich bin nicht erstaunt über das Niveau von Olympic, sondern vielmehr über unseres. Wir müssen mehr Einsatz zeigen. Wenn man gegen eine Mannschaft wie die von Freiburg nicht gut verteidigt, wird man bestraft.»

Nach wie vor mit dem Rücken zur Wand, ist die Marschroute der Freiburger für die heutige Partie laut Tresor Quidome klar: «Wir müssen 40 Minuten lang so spielen wie die drei letzten Viertel vom vergangenen Samstag. Wenn wir den gleichen Widerstand leisten und uns die Rebounds holen, werden wir am Samstag für ein fünftes Spiel nach Lugano zurückkehren.»

Lugano ohne Angley?

Während bei Olympic weiter Oliver Vogt und Stefan Petkovic auf der Verletztenliste stehen, ist bei den Lugano Tigers der Einsatz von Brody Angley ungewiss. Der amerikanische Spielmacher zog sich am vergangenen Samstag unmittelbar vor Spielschluss eine Bänderverletzung am Fuss zu.fs

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