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«Wir setzen auf eine verdichtete Bauweise»

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Nach einem ersten Informationsabend in Murten hat der Verband ARA Seeland-Süd gestern Abend in Kerzers erneut über sein Projekt einer neuen Abwasserreinigungsanlage in Muntelier orientiert. Der Verband ist ein Zusammenschluss der ARAs Murten und Kerzers. Vertreter der Kantone Freiburg und Bern sowie des Verbands und Fachplaner führten die Eckdaten des 56-Millionen-Projekts aus und beantworteten Fragen seitens der Bürgerinnen und Bürger. Wie bereits in Murten war das Interesse recht gross. Die Anwesenden in der Seelandhalle in Kerzers stellten kritische Fragen zu dem geplanten Bau.

Städtische Bauweise

Die zentrale Frage des Abends war, ob der Standort der neuen Anlage in Muntelier Sinn macht. Der Verein Aktion Sauberer Murtensee stellt den Ort infrage (die FN berichteten). Ein Anwesender wollte wissen, was die Verantwortlichen zu tun gedenken, wenn die Anlage in 20 oder 30 Jahren zu klein wird. «Die Anlage hat 25 Prozent Reserve», erklärte Ingenieur Thomas Haltmeier, der das Vorprojekt ausgearbeitet hat. «Bei einem Einzugsgebiet mit 24 000 Einwohnern haben wir die Reinigungsleistung wegen der Industrie auf 75 000 Einwohnerwerte angesetzt.» Dies sei grosszügig berechnet. Zudem sei die Anlage auf 110 000 Einwohnerwerte ausbaubar.

Das Abwasser der Industrie im Einzugsgebiet stamme hauptsächlich aus der Nahrungsmittelbranche, erläuterte der Ingenieur. In diesem Bereich seien allfällige Reinigungsvorstufen denkbar, um die Anlage zu entlasten.

Haltmeier betonte, dass die Anlage in geschlossener städtischer Bauweise mit Abluftreinigung zu stehen kommen soll. «In Städten baut man Kläranlagen eng in Gebäuden.» Dies sei verbreitet und habe sich bewährt: «Es stinkt nicht; Fussgänger merken oft nicht mal, dass sie an einer Abwasserreinigungsanlage vorbeigehen.»

Eine Bürgerin wollte wissen, wieso der Standort Kerzers nie in Betracht gezogen worden sei. Dies dementierte Catherine Folly vom Amt für Umwelt des Kantons Freiburg: «Wir haben insgesamt fünf Standorte analysiert, zwei in Sugiez, zwei in Muntelier und einen in Kerzers.» Die Beurteilung der Standorte habe ergeben, dass eine neue Anlage in Muntelier am Platz der heutigen ARA am wirtschaftlichsten und am umweltfreundlichsten sei.

Kein neues Land verbauen

«In Muntelier kann ein Teil der bestehenden Anlage weiterhin verwendet werden», führte Haltmeier aus. Dies macht das Projekt günstiger als eine neue Anlage in Kerzers: Der Kanton Freiburg berechnete 56 Millionen Franken Kosten für Muntelier, für Kerzers wären es 71 Millionen Franken.

«Wenn wir am jetzigen Standort verdichtet bauen, müssen wir zudem nicht noch mehr Land verbauen», sagte Ursula Schneider Schüttel, Präsidentin des Verbands ARA Seeland-Süd, dazu.

Phosphor aus Landwirtschaft

Eine Frage aus dem Plenum betraf die Wasserqualität im Murtensee. Dieser weist zu wenig Sauerstoff auf. Das Problem sei der Phosphor, der in den Murtensee gelangt, erklärte Catherine Folly. «Je grösser der Phosphoreintrag, desto grösser ist das Algenwachstum und desto höher der Sauerstoffverbrauch.» Nun stamme jedoch nur ein äusserst geringer Anteil des Phosphoreintrags in den Murtensee von der ARA in Muntelier: «Es ist ein halbes Prozent, alles andere kommt mit der Broye in den See.»

Durch Bodenerosion und gesättigtes Ackerland gelange Phosphor von Düngemitteln in die Broye; Folly bezifferte die Menge mit 64 Tonnen jährlich. Deshalb gelte es, Massnahmen gegen die Bodenerosion zu ergreifen und die Landwirte dazu zu ermuntern, Düngungspläne zur Korrektur des Ungleichgewichts des Phosphors in ihren Böden anzuwenden.

Reto Battaglia vom Amt für Wasser und Abfall des Kantons Bern betonte, dass es nun aber nicht darum gehe, einer Seite die Schuld in die Schuhe zu schieben: «Landwirte und auch ARA-Verbände, beide müssen ihre Hausaufgaben machen.»

Kerzers setzt auf Muntelier

«Wir sind sicher, dass wir auf dem richtigen Weg sind», sagte Ursula Schneider Schüttel zum Schluss des Informationsabends. Auch der Kerzerser Gemeinderat Urs Hecht zeigte sich im Gespräch mit den FN von dem Projekt wie auch vom Standort überzeugt: «Es ist bereits weit fortgeschritten, wir sind gut unterwegs.»

Der jetzige Standort der ARA Kerzers komme für eine neue Anlage aus Umweltschutzgründen nicht in Frage, «und das Land, das die Aktion Sauberer Murtensee im Visier hat, ist noch gar nicht eingezont», sagte Hecht. «Wir stellen den Standort in Muntelier nicht infrage», sagte auch die Kerzerser Gemeindepräsidentin Nicole Schwab.

Zahlen und Fakten

Fertigstellung auf 2023 angesetzt

Der Generalplaner führt das Projekt weiter aus. Der Bau­kredit wird den Mitgliedergemeinden zur Abstimmung vorgelegt. Die Baueingabe ist für 2018 vorgesehen, der Baubeginn für 2020. Dann sind drei Etappen geplant; die Arbeiten werden parallel zum Normalbetrieb der alten ARA ausgeführt. Die Fertigstellung und der Anschluss der Region Kerzers an die neue Anlage sind für 2023 angedacht. Die Kosten für die Leitungen von Kerzers nach Murten sind in den 56 Millionen nicht eingerechnet. Die Zufuhr des Abwassers von Kerzers nach Muntelier wird laut ersten Berechnungen der Planer auf rund sieben Millionen Franken zu stehen kommen. Mit der neuen Anlage werden auch Mikroverunreinigungen aus dem Abwasser beseitigt.

emu

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