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Wissenstransfer in Jinotega

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Wissenstransfer in Jinotega

Ein Einsatz in der Entwicklungs-Zusammenarbeit

Es wird kein gewöhnlicher Abschied, wenn Irmgard und Renato Buchs-Köstinger am 5. Februar Freiburg in Richtung Nicaragua verlassen. Während mindestens zwei Jahren sind sie dort für Interteam in der Entwicklungs-Zusammenarbeit tätig.

Autor: Von JEAN-LUC BRÜLHART

Die Arbeitsstellen und die Wohnung sind gekündigt, die Zügelkisten füllen sich langsam, es wird Abschied genommen von Freunden und Verwandten und das Reisefieber steigt. Nur noch knapp drei Wochen bleiben Irmgard und Renato Buchs-Köstinger um sich auf die zwei Jahre in Jinotega (Nicaragua) vorzubereiten. Eine Zeit, in der sie im Auftrag von Interteam (siehe Kasten) in der Entwicklungs-Zusammenarbeit Projekte begleiten.

Agrarprodukte vermarkten

Nach ihrer Ankunft in Nicaragua heisst es für beide zuerst einmal: Spanischkurse besuchen. Spanisch ist für beide nicht ganz neu, denn im Jahr 2000 haben sie während über einem halben Jahr Mittel- und Südamerika bereist. «Wenn man Wissen vermitteln oder Beziehungen knüpfen will, so ist es unabdingbar, die Sprache der Einheimischen zu sprechen», sagt Renato Buchs.Und um Wissensvermittlung geht es in den Interteam-Projekten. Der Ökonom ist beauftragt, in Zusammenarbeit mit der Partnerorganisation «La Cuculmeca» die Vermarktung von Agrarprodukten (Kaffee, Gemüse, Früchte) zu fördern. Unter anderem geht es auch darum, die Bauern in ihrer Verhandlungsfähigkeit mit den Kaffee-Baronen zu unterstützen und das Verständnis für Marktbeziehungen zu verbessern. Renato Buchs erhofft sich, damit einen Beitrag an die Verbesserung des Lebensstandards der Kleinbauern und ihrer Familien zu leisten.Der Arbeitsbereich der 37-Jährigen ist noch nicht genau definiert. Sie wird als Heilpädagogin im Bildungsbereich arbeiten (Arbeit in der Schule oder in einer heilpädagogischen Institution).

Ein materielles Gefälle

Im Zusammenhang mit ihrer Arbeit spricht das Ehepaar nicht von «Hilfe», sondern vielmehr von «Zusammenarbeit». «Hilfe» impliziere ein Gefälle, das so nicht zutreffe, so Buchs. Er räumt zwar ein, dass zwischen Nord und Süd ein materielles Ungleichgewicht existiert und nennt Stichworte wie Güterströme, Wertschöpfung und Kapital. «Wir sind aber überzeugt, dass jeder Mensch im Kleinen etwas bewirken und so den Wirtschaftsablauf beeinflussen kann.» Wie zum Beispiel beim Kauf von Produkten aus dem fairen Handel. «Wenn Bäche viel Wasser führen, wird die Sense zu einem Strom», so Buchs bildlich. Nicht weniger überzeugt ist er, dass zwischen Nord und Süd ein gleichwertiger geistiger und emotionaler Reichtum herrscht.

«Richte keinen Schaden an»

Über allen Projekten von Interteam steht der Grundsatz der Nachhaltigkeit. «Wir wollen dieses Modewort mit Inhalten füllen», sind die Stadtfreiburger entschlossen. Dabei sei es wichtig vom Kausaldenken wegzukommen. Das Land und die Leute mit ihrer Geschichte, der Kultur oder etwa noch der politischen Lage müssten ganzheitlich betrachtet werden. Und: Es soll ein gegenseitiges Lernen sein.Eine andere Grundhaltung für einen Einsatz in einem Entwicklungsland ist «do no harm» (richte keinen Schaden an). «Wir müssen sensibel sein und dürfen nicht mit der Türe ins Haus rennen», so die Heilpädagogin.

Viele Bücher bleiben zu Hause

Von der ersten Infoveranstaltung mit Interteam bis zur definitiven Zusage mit Unterschrift im September 2006 sind rund zehn Monate vergangen. In dieser Zeit musste sich das Ehepaar unter anderem einem dreitägigen Assessment unterziehen lassen. «Ich bin von der Art und Weise der Personalauswahl beeindruckt», sagt der 40-jährige Ökonom. Im September folgte ein einmonatiger Ausreisekurs, bei dem die angehenden Interteam-Leute auf ihre Arbeit im Ausland vorbereitet wurden.So kurz vor der Abreise ist die Freude am Neuen und die Neugierde auf das, was kommen mag, gross. Wegen der Gewichtsbeschränkung müssen beide viele Bücher zu Hause lassen. Was aber trotzdem nicht fehlen darf, bei Renato Buchs das Springseil für die körperliche Fitness und bei Irmgard Köstinger Buchs die Jasskarten und weitere kleine Gesellschaftsspiele. «Unser kleiner Luxus», wie sie es beide nennen.

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