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Wunderbare Strecke, Einnahmen für das Gewerbe – und massive Störungen

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«Ich fühle mich wie ein Junge, der bald zum ersten Mal mit seinem elektrischen Zug spielen kann», sagte Pierre-Olivier Nobs gestern, als den Freiburger Medien der Prolog vom 24. April genauer vorgestellt wurde. Nobs ist Gemeinderat der Stadt Freiburg und Präsident des Organisationskomitees der Etappe in Freiburg. «Das wird der schönste Prolog der Welt», sagte er, und war nicht der einzige, der ins Schwärmen geriet. «Das ist definitiv einer der schönsten Prologe in der Geschichte der Tour de Romandie – ein fantastisches Projekt», doppelte Tour-Direktor Richard Chassot nach.

Tatsächlich werden die Fahrer Freiburg von seiner pittoreskesten Seite präsentiert bekommen. Ab 15.13 Uhr starten sie bei der Kathedrale, gelangen via Zähringerbrücke und Stadtberg in die Unterstadt, wo sie die drei altehrwürdigen Altstadt-Brücken überqueren, ehe sie über die Alte Brunnengasse in die Alpengasse gelangen und von dort in Richtung Ziel auf den Python-Platz sprinten.

«Was für eine Symbolik?!»

Ein solcher Prolog schwebe ihm schon seit seinem Amtsantritt 2006 vor, verriet Chassot. «Als Kind habe ich einmal einen Prolog in der Unterstadt erlebt, ich glaube, es war die Tour de Suisse. Das ist mir immer in guter Erinnerung geblieben. Ich bin froh, dass ich nun als Direktor ein ähnliches Projekt durchführen kann.»

Nobs bezeichnete den Event im Bezug auf Sportanlässe als «Herzstück des Legislaturprogramms» des Gemeinderats. «Eines der Ziele der Stadt ist die Aufwertung des Burgquartiers. Da passt diese Etappe mit Start bei der Grenette bestens ins Konzept.» Und wie so oft, wenn grosse (Sport)Veranstaltungen irgendwo stattfinden, wird auch der Prolog in Freiburg noch mit ordentlich Pathos aufgeladen. «Was ist das für eine wunderbare Symbolik?!», fragte Nobs rhetorisch in die Runde. «Lange Jahre mussten das Burgquartier und die Zähringer-Brücke sehr viel Autoverkehr aushalten – und nun hat das Velo das letzte Wort.» Bei dieser schönen Symbolik durfte Nobs auch grosszügig ausblenden, dass vor und nach den Fahrern jeweils unzählige Werbe- und Helferautos sowie Motorräder der TV-Stationen und der Polizei den Tour-Tross begleiten.

Erhebliche Park- und Verkehrseinschränkungen

Dass Tour-Direktor Chassot schon seit einem Dutzend Jahren die Idee von diesem Prolog im Hinterkopf hat, diese aber erst dieses Jahr umgesetzt wird, hat seine Gründe: «Einen Prolog so mitten in der Stadt zu veranstalten, ist immer mit viel organisatorischem Aufwand und Störungen und Einschränkungen für die Bevölkerung verbunden. So etwas ist nur möglich durch die grosse Unterstützung der Politik oder auch der Polizei.»

Die Einschränkungen in Sachen Verkehr sind tatsächlich erheblich. Es dauerte rund 20  Minuten, bis unter anderen Jean-Marc Rotzetter (Chef der Verkehrspolizei des Kantons), Philippe Fragnière (Abteilungschef bei der Stadtpolizei) und Mario Grisanti von den Freiburger Verkehrsbetrieben TPF sämtliche Störungen aufgezählt hatten.

Einige der einschneidendsten: Das Burgquartier ist ab 7  Uhr morgens für den Verkehr gesperrt, die Alpengasse ab 9  Uhr. Zwischen 12 und 19 Uhr kommt man zudem weder mit dem Auto, noch mit dem Bus in das Au-Quartier rein oder aus dem Au-Quartier raus.

Weiter werden insbesondere im Burgquartier und in der Unterstadt sehr viele Parkplätze nicht zur Verfügung stehen. «Die betroffenen Anwohner werden an diesem Tag deshalb gratis im Bereich St. Leonhard und Grandfey sowie bei der Neustrasse parkieren können», sagte Philippe Fragnière. «Wir hoffen, dass das ausreichen wird.»

Schulfrei für Primarschüler

Auch die TPF sind durch den Prolog zu vielen Anpassungen gezwungen. Durch die Sperrung der Zähringer-Brücke müssen beispielsweise die Busse aus dem Sensebezirk grösstenteils umgeleitet werden und werden deshalb etwas später am Bahnhof ankommen als üblich.

Dass die TPF stark gefordert wird, hat allerdings noch weitreichendere Folgen: Weil das Transportunternehmen die wichtigen Unterstützungsbusse für die Schülerinnen und Schüler an diesem Tag nicht gewährleisten kann, hat die kantonale Schuldirektion den Primarschülern und einem Teil der Sekundarschüler der Stadt am Nachmittag freigegeben.

Fehlende Parkplätze, eingeschränkter Verkehr, Kinder, die nicht in die Schule gehen; da stellt sich die Frage: Hat Gemeinderat Nobs schon viele Reklamationen aus der Bevölkerung erhalten beziehungsweise rechnet er noch damit? «Bis jetzt hatte ich keine einzige Reklamation auf dem Tisch. Aber es wird sicher Leute geben, die nicht glücklich sind. Dafür habe ich auch Verständnis und ich möchte mich bei diesen Leuten für die Unannehmlichkeiten entschuldigen», so Nobs, «gleichzeitig bitte ich sie um Verständnis, dass es eben manchmal auch wichtig ist für die Stadt, etwas auf die Beine zu stellen und zu investieren, um etwas zurückzuerhalten.»

Volle Hotels und Restaurants

Für die Stadt ist der Event gute Werbung. «Die Tour wird in 190 Ländern übertragen und wird wunderschöne Bilder von Freiburg in die ganze Welt senden», sagt Nobs. Hinzu kommen ganz konkrete und direkte Mehreinnahmen für das Gewerbe. Einerseits für die Restaurants, andererseits in beträchtlichem Masse für die Hotels. «Viele der 19  Equipen reisen bereits am Sonntag vor dem Prolog an.» Da die erste Etappe am Mittwochnachmittag auf dem Areal der Blue Factory ebenfalls von Freiburg aus startet, ist der Tour-Tross damit diesmal lange in der Stadt. «Von Sonntag bis Mittwoch werden die Hotels in Freiburg und der Region alle voll sein», sagt Nobs.

Für die Organisation des Events steht Nobs ein Budget von 140 000 Franken zur Verfügung. «Die Hälfte davon geht bereits für die Etappenrechte weg.» 60 000 Franken wollte das OK mit Sponsoring einnehmen, bisher sind es rund 50 000. Nobs hofft dennoch, schwarze oder zumindest nur hellrote Zahlen zu schreiben, auch wenn der Kanton eine Defizitgarantie in der Höhe von 20 000 Franken gewährleistet.

Das Schlusswort hatte schliesslich noch einmal Polizist Rotzetter: «Es wird ein toller Event und ein schönes Fest für die Stadt. Wichtig ist einfach, dass sich die Bevölkerung gut über mögliche Einschränkungen informiert.» Viele Anwohner haben in den letzten Tagen deshalb auch einen Brief mit den Informationen nach Hause geschickt bekommen. «Es wäre doch schade, wenn Leute nicht auf dem Laufenden sind und deshalb Termine verpassen oder ihr Auto abschleppen lassen müssen. Das gilt es zu vermeiden, damit sich niemand zu sehr ärgern wird.»

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