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Zu Fuss nach Jerusalem

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Zu Fuss nach Jerusalem

Autor: irmgard Lehmann

Wenn du im Leben etwas völlig Neues beginnen willst, dann setze ein Datum. Hildegard Aepli, Hausleiterin und Geistliche Begleiterin am Salesianum Freiburg, hat den Ratschlag ernst genommen und auf die Anfrage, ob sie mit nach Jerusalem pilgern würde, ohne Zögern Ja gesagt. So wird sie im Juni aus ihrer schönen Wohnung im Salesianum in Freiburg ausziehen, ihren Job an den Nagel hängen und sich ins Ungewisse begeben: «Mit dieser Zäsur wird mein Leben durcheinander geworfen.»

Langgehegter Wunsch

Aus Freiburg ist ebenfalls Franz Mali dabei. An der Uni lehrt er Geschichte der Alten Kirche und orientalische Sprachen. Christian Rutishauser, Jesuit und Bildungsleiter am Lassalle-Haus Bad Schönbrunn ZG, hat das Projekt ins Leben gerufen: «Seit Jahren habe ich mir gewünscht, einmal im Leben zu Fuss nach Jerusalem zu pilgern.»

Die Vierte im Bunde ist die Pastoralassistentin Esther Rüthemann aus Jona. So ziehen Anfang Juni zwei Priester und zwei Frauen los. «Eine Frau und ein Priester hätten die Fantasien zu sehr beflügelt», schmunzelt Hildegard Aepli.

Einige Tausend Kilometer

Die Kerngruppe startet am zweiten Juni in Bad Schönbrunn mit dem Ziel, an Weihnachten in Jerusalem zu sein. Der Weg führt über das Südtirol nach Slowenien, durch Kroatien, Serbien, Bulgarien, Instanbul und über die anatolische Hochebene in den Mittelmeerraum. Über Syrien und Jordanien erreicht die Pilgergruppe an Weihnachten ihr Ziel Jerusalem. Das sind rund 5000 Kilometer. Täglich bringt die Gruppe 25 bis 30 Kilometer hinter sich – mit zehn Kilogramm Gepäck am Rücken.

Die vier Pilger – zwischen 40 und 50 Jahre alt – haben sich auf einige Strapazen eingestellt. «Einander 24 Stunden aushalten, und das sieben Monate lang, das wird für mich die grösste Herausforderung sein», meint Hildegard Aepli.

Ungewisses

Einiges bleibt im Ungewissen, wie etwa die Frage der Unterkunft. Für den Notfall trägt die Gruppe eine Isomatte und einen seidenen Schlafsack mit.

Aepli zeigt sich allerdings zuversichtlich, jeden Tag eine Unterkunft zu finden. «Ich habe keine Lust auf wilde Hunde, Schlangen und Skorpione», schmunzelt sie.

Der Pilgerweg verlangt auch körperlich einiges ab. Darum die Frage nach der Vorbereitung. Die Nonchalance von Aepli erstaunt: «Ich war einige Wochen auf dem Jabobsweg, und dies gibt mir die Zuversicht, dass ich auch diese Pilgerroute schaffen werde.»

Egotrip oder Spiritualität?

Egotrip, Ausloten der eigenen Grenzen oder spirituelle Motivation? «Weder das eine noch das andere, sondern sowohl als auch», antwortet die Theologin. Doch von Missionieren sei keine Rede.

Für Juden, Christen und Muslime sei Jerusalem ein geschichtsträchtiger Ort, betont der Jesuit Christian Rutishauser. «Mit der Wanderung wollen wir auf die interreligiöse und politische Dimension dieses Ortes hinweisen. Und auch bewusst machen, dass aufgeklärte, nicht fundamentalistisch praktizierte Religion eine Quelle für Friedensarbeit ist.»

Den Pilgerweg nach Jerusalem gibt es seit Jahrhunderten. Durch die Kreuzzüge war er jedoch belastet. Da die Christen den Muslimen im Osten unterlagen, haben sie als Ersatz für die Jerusalemwallfahrt den Jakobsweg geschaffen.

Friedenskonferenz

Die Lassalle-Pilgergruppe ist bewusst in den Orient unterwegs. Der Friede zwischen den Religionen und den Völkern sei der zentrale Aspekt der Pilgerwanderung, sagt Christian Rutishauser: «Wir gehen die meiste Zeit schweigend, feiern unterwegs die Eucharistie und beten für den Frieden.» Die Ankunft am 24. Dezember in Bethlehem und die Friedenskonferenz in Jerusalem bilden den Höhepunkt der Pilgermonate. Das Projekt «Zu Fuss nach Jerusalem» bestimmt aber auch das Jahresprogramm im Lassalle-Haus.

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