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Zusammen ein Schiff bauen

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Wer gestern am Kopf der St.-Johann-Brücke in der Freiburger Unterstadt stand und einen Blick zum Saane­ufer hinunter warf, fand sich in einer Szenerie wieder, die Assoziationen an ein Shake­speare-­Theater weckte. Ein Wagen, der als mobile Werkzeugkiste dient, junge Leute, die an einem Holztisch sitzen, aus der italienischen Kaffeekanne dampft der frisch gebrühte Kaffee. Kisten mit Baumaterial türmen sich an der Mauer.

Alte Zeiten aufleben lassen

Was sich da abzeichnete, ist die Errichtung einer temporären Schiffswerft. Die jungen Leute der Gruppe stammen aus Freiburg, Vevey, Berlin, Paris, Rennes und aus dem belgischen Leuze-en-Hainaut und sind Teil des Netzwerks Constructlab (siehe Kasten). Architektinnen und Architekten, eine Grafikerin-Konstrukteurin, ein Schauspieler und ein Koch haben sich zusammengefunden, um am Ufer der Saane ein Schiff aus Recycling-Material zu bauen. Mit ihrem Projekt wollen sie längst vergangene Zeiten wieder aufleben lassen, als die Saane ab Freiburg noch schiffbar war und bis ins Elsass Personen und Waren über die Aare und den Rhein transportiert wurden. In Freiburg befand sich der Hafen im Auquartier bei der Bernbrücke. Die Werft lag im Neustadtquartier bei der St.-Johann-Brücke.

Neue Beziehungen knüpfen

Gemäss Mitinitiant Jean-Michaël Taillebois verfolgt das Projekt noch ein weiteres Ziel: die Saane und ihre Ufer wieder aufleben zu lassen. Denn durch die Stromproduktion sei der Fluss den Menschen abhandengekommen. Dabei ist der Bau eines oder mehrerer Schiffe Mittel zum Zweck. Indem alle Interessierten bei der Entwicklung und Realisierung mithelfen können, entsteht eine neue Beziehung zum Lebensraum entlang der Saane.

Herkömmliches durchbrechen

Die lebendige Baustelle soll schliesslich herkömmliche Strukturen im Bereich der Architektur aufbrechen, erklärt Sébastien Tripod von Constructlab. «In Architekturbüros wird unter strikten Hierarchien gearbeitet. Hier arbeiten wir interdisziplinär, prozesshaft, experimentell. Wir kreieren etwas mit unseren Händen und entwerfen es nicht bloss auf dem Reissbrett.» Konkrete Erfahrungen mit Schiffsbau hat nur Amandine Lamour aus Frankreich. Für die anderen ist das Entwerfen und Bauen von Schiffen Neuland. Was dabei herauskommt, wird man sehen. Jean-Michaël Taille­bois betont aber: «Uns ist eine gewisse Ästhetik wichtig.» Heute in einer Woche wird das Boot dann ins Wasser gelassen. Groupe  E erhöht hierfür den Wasserstand. Wie weit die Fahrt reichen wird, wird sich zeigen. Ziel sind die Neiglen.

Die Stadt unterstützt das Projekt mit dem Namen «Fribourg-sur-Mer» mit 10 000 Franken. Es war als eines von fünf Siegerprojekten im Rahmen eines Ideenwettbewerbs für nicht kommerzielle, partizipative Projekte im öffentlichen Raum hervorgegangen.

Zahlen und Fakten

Ursprünge und Idee des Baulabors

Constructlab ist ein europäisches Netzwerk von Architekten, Designern, Zimmerleuten, Kulturvermittlern, Soziologen, Gärtnern und Köchen. Die Idee stammt vom Berliner Architekten Alex Römer. Constructlab schafft temporäre und permanente Design- und Bauprojekte. Die Zusammensetzung des Teams für die Realisierung eines Projekts hängt vom Projekt selber ab. Ein oder mehrere Initianten laden andere Fachkräfte aus dem Netzwerk zum Mitmachen ein. Im Gegensatz zu herkömmlichen Projekten arbeitet der Entwerfer wie in der Tradition der alten Baumeister an der Realisierung mit, und der Entwurfsprozess schliesst die Baustellenzeit ein. Die Baustelle wird somit ein Ort kreativer Gestaltung, der zur Teilnahme einlädt.

rsa

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