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Zwischen Blitzlichtern und Heinrich Heine

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Die Eröffnung des Prozesses gegen Paul Grossrieder geriet zu einem Medienspektakel

Autor: Von DAVIDSPIELMANN

Mit der Intimität, in welcher eine in den Augen der Öffentlichkeit eher unbedeutende Gerichtsverhandlung allenthalben abgehalten wird, hatte der «Anpfiff» zur Causa Grossrieder – obwohl sich, Ironie des Schicksals, die Staatsanwaltschaft wohl einen etwas vertraulicheren Rahmen gewünscht hätte – nichts zu tun. Zu hoch sind die Wellen, welche die Freiburger Justiz wirft. Zeitungs-, Radio- und Fernseh-Journalistinnen und -Journalisten aus den verschiedensten Landesteilen bevölkerten die Zuschauertribüne des umfunktionierten Generalratssaals, und die Dichte an Fotografen nahm für Freiburger Verhältnisse schon fast beängstigende Züge an.

«Wie sieht Grossrieder aus?»

Wie Paul Grossrieder aussehe, wollte gegen acht Uhr ein Fotograf von einem hiesigenJournalisten wissen, und ob der Angeklagte noch einen Schnauz habe. Schliesslich ging es dem Bilderjäger wie all seinen Berufskollegen darum, das Objekt seiner Begierde beim Eintritt in das Gericht des Saanebezirks ja nicht zu verpassen. Als Paul Grossrieder daraufhin mit seinemVerteidiger André Clerc, einer grossen Tasche sowie ein paar Harassen voller Akten in der Chorherrengasse erschien, tat man deshalb gut daran, sich möglichst schmal zu machen, auf dass man nicht unter die Füsse oder zwischen die Ellbogen der sich schier zu einer rasenden Meute wandelnden Fotografen gerate.

Wider den «Untersuchungsmooser»

Zum Star der ersten Prozessrunde wurde André Clerc: Der Verteidiger hatte in einem langen Plädoyer die Untersuchungsrichter Patrick Lamon und Jacques Reyroud als «schamlose Lügner» bezeichnet und «den sogenannten Untersuchungsmooser» – wie Staatsanwältin Anne Colliard Untersuchungsrichter MichelMooser irrtümlich genannt hatte – ebenfalls durch den Kakao gezogen. Auch der Poesie hatte sich André Clerc – Heinrich Heine zitierend – bedient.

ZwischenHeine und der Belagerung durch das Medienvolk war für André Clerc kurz Musse angesagt. Auf einer Terrasse unterhielten sich der Verteidiger und sein Klient eher ausgelassen. Doch um über die Fussball-Europameisterschaft zu sprechen, hatte Paul Grossrieder den falschen Partner erwischt.

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