GREYERZ 19.06.2017

Schwieriges Jahr für die Gruyère-Sortenorganisation

Die Aufhebung des Euro- Mindestkurses machte dem Freiburger Traditionskäse im vergangenen Jahr schwer zu schaffen.

«2016 war ein turbulentes Jahr für uns», schreibt Oswald Kessler, Präsident der Interprofession du Gruyère IPG, im Jahresbericht der Sortenorganisation, die am Mittwoch zu ihrer zehnten Generalversammlung ins Schloss Greyerz einlädt. Im Zuge der Aufhebung des Euro-Mindestkurses durch die Nationalbank habe sich die Marktlage zunehmend verschlechtert, was die Bestände belastet habe. Wegen der stark gefüllten Keller und des Überbestands an älterer Ware musste die Produktion für 2016 schliesslich um insgesamt zehn Prozent zurückgefahren werden.

«Gleichzeitig stellten wir bedeutende Mittel bereit, um den Absatz zu unterstützen», so Kessler. Im Inland habe man die Frequenz der Aktionen erhöht, im Ausland zusätzliche verkaufsfördernde Massnahmen getroffen. Ergänzt habe man dies durch punktuelle Stützmassnahmen zugunsten des Schmelzkäse- und Industriesektors. «Solche Interventionen müssen jedoch die Ausnahme bleiben», so Kessler. Ende des Jahres habe man schliesslich das Gleichgewicht bei den Lagerbeständen wiederhergestellt. «Nun scheint die Rückkehr zu einer Produktion von 100 Prozent keine Utopie mehr zu sein.»

Über 40 Prozent exportiert

Im Jahr 2016 wurde unter dem Strich so wenig produziert wie seit 2003 nicht mehr. Von total rund 29 000 Tonnen verkauftem Gruyère-­AOP-­Käse entfielen im letzten Jahr 51,1 Prozent auf die Schweiz, 25,9 Prozent auf die EU, 10,4 Prozent auf die USA und 5,2 Prozent auf andere Länder. Der Anteil des Schmelzkäses macht 4,0 Prozent aus, derjenige der Ortsreserve 3,3 Prozent. Die Spitzenmonate beim Verkauf von Greyerzerkäse waren der Oktober und der November, sowohl in der Schweiz als auch im Export.