Freiburger Sportpreis 14.01.2017

Die Belohnung für Tore am Laufmeter

Sieger Marco Schneuwly wurde durch seine Frau Rahel (1.v.r.) vertreten, Nathalie Brugger (2.v.r.), Pierre Bugnard (M.), die Freundin von Jonathan Kazadi (2.v.l.) und der Vater von Tristan Scherwey (1.v.l.).
Der Wünnewiler Fussballer Marco Schneuwly vom FC Luzern wurde gestern zum Freiburger Sportler des Jahres 2016 gewählt.

Im Gegensatz zu den letzten Jahren fand die Nacht des Freiburger Sportpreises 2016 nicht kurz vor Weihnachten statt, sondern gestern Abend. Die Idee dahinter war, den Sportlern und Gästen in den ohnehin bereits überladenen Tagen vor dem Jahreswechsel nicht noch einen Termin aufzubürden. Pech war dann aber, dass von den nominierten Kandidaten nur Nathalie Brugger und Pierre Bugnard in der Festhalle im St. Leonhard anwesend sein konnten.

Beinahe hätte es das Schicksal mit den Organisatoren doch noch gut gemeint und der Preisträger wäre vor Ort gewesen – aber eben nur fast. Seglerin Brugger, zum dritten Mal nach 2006 und 2008 für den Sportpreis, klassierte sich als Zweite vor dem Skifahrer Bugnard. Geschlagen wurden sie von Marco Schneuwly. Der 31-jährige Fussballer aus Wünnewil war wie Brugger 2008 ebenfalls schon einer der fünf vorgeschlagenen Kandidaten gewesen, musste sich damals jedoch mit Rang fünf begnügen. Die Wahl zum Freiburger Sportler 2016 – bestimmt wurde sie zu Teilen vom Publikum und von Sportjournalisten – hat sich der Stürmer des FC Luzern redlich verdient. Mit 16 Treffern war er letzte Saison der beste Schweizer Torschütze der Super League. In der aktuellen Saison ist Schneuwly mit zehn Toren bis zur Winterpause auf bestem Weg, diese Leistung zu wiederholen. «Der Preis ist eine grosse Ehre und eine Bestätigung für mich», erklärte Schneuwly per Telefon aus dem Trainingslager in Marbella zugeschaltet. «Es ist schön, dass ich nicht vergessen werde, auch wenn ich schon lange nicht mehr hier wohne.»

Brugger, die wie bei ihrer ersten von drei Olympia-Teilnahmen in Peking (2008) letzten Sommer in Rio de Janeiro ein olympisches Diplom gewonnen hatte (7. Platz in der Kategorie Nacra-17), nahm ihre «Niederlage» sportlich. «Ich war noch nie so gut klassiert», sagte sie mit einem Augenzwinkern. «Vielleicht übe ich die falsche Sportart aus.»

Der drittplatzierte Bugnard aus Charmey und Vize-Schweizermeister startete vor wenigen Wochen am Weltcup-Riesenslalom in Sölden. Er war damit der erste Freiburger seit gut 30 Jahren und Jacques Lüthy, der auf höchster Stufe ein Ski-Rennen absolvieren konnte.

Damit lag Bugnard noch vor den zwei Vertretern der in Freiburg besonders populären Sportarten. Eishockey-Spieler Tristan Scherwey wurde Vierter. Die Nomination des Stürmers von Gottérons Erzrivale SC Bern, der gestern in Davos im Einsatz gestanden hatte, wurde nicht überall goutiert. Und obwohl der SCB per Facebook dazu aufgerufen hatte, für Scherwey abzustimmen, reichte es ihm nicht für ganz nach vorne. Gleiches galt für Basketballer und Schweizer Meister Jonathan Kazadi, der jetzt in Orléans spielt und wie bei seiner Nomination 2014 Fünfter wurde, sich aus der Ferne aber mit seinen Ex-Kollegen von Olympic über den Kollektiv-Preis freuen konnte.

Die letzten 20 Sieger

Freiburger Sportpreis

2015 Ludovic Chammartin Judo

2014 Nadine Laubscher Triathlon

2013 Gaëlle Thalmann Fussball

2012 Julien Sprunger Eishockey

2011 Rolf Rüfenacht Leichtathl.

2010 David Girardet Leichtathl.

2009 Annik Marguet Schiessen

2008 Didier Moret Skitourenwett.

2007 Séverine Dewerrat Judo

2006 Stefan Zbinden Schwingen

2005 Christine Liebherr Reiten

2004 Urs Kolly Leichtathletik

2003 Valentin Wirz Eishockey

2002 Norbert Sturny Schiessen

2001 Harold Mrazek Basketball

2000 Nicolas Baeriswyl Leichtath.

1999 Nadia Waeber Leichtathletik

1998 David Aebischer Eishockey

1997 Anita Schwaller Snowboard

1996 Christian Charrière Rad

Freiburger Kollektivpreis

2015 Volley Düdingen Volleyball

2014 Ärgera Giffers Unihockey

2013 Düdingen Bulls Eishockey

2012 FC Freiburg Fussball

2011 SHC Givisiez Inlinehockey

2010 TTC Düdingen Tischtennis

2009 Fecht-Club Freiburg Fechten

2008 Volley Düdingen Volleyball

2007 Freiburg Olympic Basketball

2006 Elfic Freiburg Basketball

2005 SHC Givisiez Inlinehockey

2004 JC Freiburg-Marly Judo

2003 FC Bulle Fussball

2002 Frauenteam Freiburg Judo

2001 City Freiburg Basketball

2000 SC Le Mouret Sportclub

1999 Bündnis FR-BE Rugby

1998 Gebrüder Laciga Beachvolley

1997 Freiburger Fechtgesellschaft

1996 Pédale Bulloise Rad

Freiburger Verdienstpreis

2015 Peter Engelmann Leichtathl.

2014 B. Sansonnens Fussball

2013 Martin Laciga Beachvolley

2012 Antonin Hejda Leichtathl.

2011 T. Moret/J.-P- Frossard Rad

2010 Hanspeter Pellet Schwingen

2009 Henri Baeriswyl Turnen

2008 Hubert Pauchard Leichtath.

2007 Othmar Baeriswyl Schiessen

2006 Gérald Rumo Fussball

2005 J.-P. Cuennet Leichtathletik

2004 François Barras Basketball

2003 Guy Oberson Ski

2002 Joseph Bächler OL

2001 Bernard Carrel Fussball

2000 Umberto Mazza Fussball

1999 Gérald Rossier Fussball

1998 Christian Rolli Leichtathletik

1997 OK TDF-Etappe FR Rad

1996 Anton Krattinger Eishockey

Weitere Auszeichnungen

Kollektivpreis für Freiburg Olympic

Bereits am 22. November hatte die Kommission des Freiburger Sportpreises zwei Preise zugesprochen. Gestern wurden diese den Gewinnern im Rahmen der Gala verliehen.

Der Kollektivpreis 2016 ging bereits zum vierten Mal an Olympic. Die Freiburger Basketballer holten im letzten Jahr mit dem Schweizer Meistertitel und dem Sieg im Schweizer Cup gleich zwei Pokale, nachdem sie zuvor sechs Jahre lang leer ausgegangen waren. Zählt man den Supercup dazu, kam die junge Mannschaft von Trainer Petar Aleksic sogar auf drei Titel. «Dieser Kollektivpreis ist eine Belohnung für das ganze Team und für all jene, die den Club in irgendeiner Form unterstützt haben», sagte Präsident Philippe de Gottrau. «Zugleich ist es eine Motivation, um in der eingeschlagenen Richtung weiter voranzugehen.»

Verdienstpreis an Perroud

Nachdem er die Jahre zuvor schon des Öfteren nominiert gewesen war, aber es nie bis ganz zuvorderst geschafft hatte, sprach die Kommission den Einzelverdienstpreis 2016 Bernard Perroud zu. Der 65-Jährige aus Prez-vers-Noréaz hat 48 Jahre seines bisherigen Lebens dem Kunstturnen verschrieben. Perroud hat es als Trainer der Schweizerinnen bis an die Olympischen Spiele 1972 in Fort Worth gebracht. Aktuell ist er der Verantwortliche des kantonalen Ausbildungszentrum. «Als ich erfuhr, dass ich den Preis zugesprochen erhalten habe, war ich total überrascht», hielt Perroud, der einst als Junior das Tor von Got­téron gehütet hatte, fest. «Diese Anerkennung hat einen unbemessbaren Wert für mich.»

Förderpreis für Senslerin

Die mit 1000 Franken dotierten Förderpreise des Kantons Freiburg erhielten OL-Läuferin Valérie Aebischer und Leichtathlet Charles Devantay. Die 19-jährige Senslerin vom OLC Omström holte an den Junioren-Weltmeisterschaften eine Silbermedaille. Der 18-jährige Devantay aus Vuisternens-devant-Romont wurde 2016 mit einer Zeit von 47:40 U 20-Schweizermeister über 400 Meter.

Der Sportpreis des Kantons ging an den Verein Nordic Région Gibloux. Der 2013 gegründete Verein setzt sich für die Förderung der Langlaufloipen und Schneeschuhrouten am Gibloux ein.

fs