Unihockey 09.01.2018

Nach dem Sieg der Dämpfer

Die Freiburger um den Finnen Tomi Travanti holten aus den beiden Spielen vom Wochenende zwei Punkte.
Floorball Freiburg ist in der NLB-Meisterschaft durchzogen in das neue Jahr gestartet. Nach dem Sieg zu Hause gegen das besser klassierte Sarnen folgte tags darauf die Niederlage beim schlechter klassierten Gordola.

Im Spitzenkampf vom Samstag stellte Freiburg unter Beweis, dass es auch in der NLB mit jedem Gegner mithalten kann. Die fünftklassierten Saanestädter besiegten den Tabellendritten Ad Astra Sarnen in einem spektakulären Spiel in der Heilig-Kreuz-Halle 6:5 nach Verlängerung – gegen eine Mannschaft, die eine der besten Offensiven hat und mit vier spielstarken Ausländern bestückt ist. Das Spiel stand «bis zum Schluss auf Messers Schneide», wie Coach Stefan Hayoz sagte. Die Freiburger mussten sich von ihrer besten Seite zeigen, um gegen den Obwaldner Aufstiegskandidaten eine Chance zu haben.

Hart, aber fair

Beide Teams stiegen mit kraftvoller Spielweise in die Partie und wollten die Oberhand gewinnen. Es wurde hart, aber fair gekämpft, wie Coach Hayoz analysierte. Es dauerte nicht lange, bis die Gastgeber ihren ersten Treffer verbuchen konnten. Schon in der dritten Minute schoss Jan Köstinger nach Zuspiel von Olivier Müller die Freiburger in Führung. Es blieb danach ein hart umkämpftes Duell auf Augenhöhe – mit Torchancen auf beiden Seiten. Das Freiburger Aufbauspiel funktionierte gut, und auch die Defensive zeigte eine solide Leistung. Lange konnte man die Null auf Freiburger Seite bewahren, doch dann mussten sich die Gastgeber zum ersten Mal geschlagen geben. Nach einem Freistoss für Ad Astra aus aussichtsreicher Lage konnten die Innerschweizer zum 1:1 ausgleichen. Daraufhin hatte Freiburg sofort eine Antwort parat: Jonathan Stirnimann netzte zum 2:1 ein.

Für Geduld belohnt

Kurz vor der Pause glich Sarnen aus und ging wenige Minuten nach Wiederanpfiff zum ersten Mal in Führung – ein Paukenschlag. Freiburg stand unter Druck und musste eine Reaktion zeigen. Geduld war nun beim Heimteam gefragt. Ab und zu schlichen sich einige Unkonzentriertheiten in Freiburgs Defensive ein, doch Torhüter Matthias Stern konnte mit mehreren Glanzparaden über den ganzen Abend hinweg überzeugen. Die Geduld der Saanestädter zahlte sich in der 30. Minute aus. Daniel Kaeser setzte dem Warten ein Ende und bescherte seinem Team den 3:3-Ausgleichstreffer. Wenige Minuten später schoss Basil Aerschmann mit einem platzierten Schuss in die obere Torecke das Heimteam sogar wieder in Führung.

Das Spiel war jedoch ein offener Schlagabtausch. So drehte Sarnen die Partie wieder und führte seinerseits zu Beginn des Schlussdrittels 5:4. Ein verschossener Penalty der Gäste gab den Freiburgern anschliessend nochmals den Mut und die Kraft, nach vorne zu spielen, während Sarnen in den Schlussminuten nachliess. Es ergaben sich viele Torchancen für die Freiburger, doch beim Abschluss haperte es vor lauter Nervosität ein wenig. Sechs Minuten vor Schluss aber traf Stirnimann für sein Team zum erlösenden Ausgleich, und in der vierten Minute der Verlängerung schoss Michele Weibel das Heimteam zum Sieg.

Es war der zweite Sieg im zweiten Direktduell mit Ad Ast­ra Sarnen, das auf dem Papier besser eingestuft ist als die Saanestädter.

Ernüchterung im Tessin

Im Auswärtsspiel vom Sonntag konnten die Freiburger nicht an die gute Leistung des Vortags anknüpfen. Beim Tabellensechsten aus Gordola kassierten sie eine 4:6-Niederlage.

Nach einer langen Anreise wollten die Freiburger das Spiel gleich an sich reissen. Es waren in den ersten paar Minuten hauptsächlich die Gäste, die mit einem hohen Balltempo das Spiel bestimmten. Doch klare Torchancen blieben aus. Die Hausherren ihrerseits lauerten auf Konter. In der 7. Minute gingen sie durch einen dieser Gegenstösse in Führung. Freiburg drückte weiter, und Michele Weibel schoss den Ball in das hohe Eck (11.). Die Gäste waren bemüht nach vorne zu spielen, doch agierten sie nicht mehr gleich agil und stilsicher, wie das am Vortag der Fall war. In der 17. Minute erzielten die Hausherren wieder mit einem Konter das 2:1.

Im zweiten Abschnitt gelang Brodard der Ausgleichstreffer (27.). Doch schon in der 33. Minute fand Gordola erneut eine Antwort. Im Schlussabschnitt schossen die Hausherren in der 46. Minute in Überzahl das 4:2 und lagen so erstmals mit zwei Toren in Front. Kurze Zeit später konnten die Freiburger den Anschlusstreffer verbuchen. Michele Weibel bediente Elia Aersch­mann, der mit einem Volleytreffer das 4:3 markierte. Freiburg drückte nun auf den Ausgleich, doch die Unparteiischen entschieden in der 50. Minute auf Strafstoss. Gordola verwandelte den Penalty zum 5:3. Zwei Minuten später kam es noch dicker für die Üechtländer: Das Heimteam ging mit 6:3 in Führung. In der 56. Minute erzielte Loris Roulin im Powerplay das 6:4. Danach rannte Freiburg noch einmal an, doch zu mehr reichte es an diesem Sonntagabend nicht mehr.

Dennoch dürfte das Wochenende dem Team von Richard Kaeser und Stefan Hayoz Selbstvertrauen im Hinblick auf das Spiel vom Sonntag gegen das zweitklassierte Thurgau geben. Mit dem Sieg gegen Sarnen haben die Freiburger bewiesen, dass sie auch gegen Spitzenteams gewinnen können.

nh/ba

Telegramme

Freiburg - Ad Astra Sarnen 6:5 n.V. (2:2, 2:2, 1:1, 1:0)

Heilig-Kreuz-Halle, Freiburg. 337 Zuschauer. SR Geissbühler/Schmocker.

Tore: 3. J. Köstinger (O. Müller) 1:0. 13. C. von Wyl 1:1. 14. J. Stirnimann (D. Kaeser) 2:1. 18. R. Markström (G. Amstutz) 2:2. 23. C. von Wyl (J. Höltschi) 2:3. 30. D. Kaeser (B. Aerschmann) 3:3. 35. B. Aerschmann (D. Kaeser) 4:3. 39. J. Höltschi (C. Ming) 4:4. 41. T. Eronen (M. Abegg) 4:5. 56. J. Stirnimann (D. Kaeser) 5:5. 64. M. Weibel (J. Staub) 6:5.

Gordola - Freiburg 6:4 (2:1, 1:1, 1:1, 1:0)

CST Tenero, 180 Zuschauer. SR Sprecher/Schuler.

Tore: 7. J. Eskelinen (S. Pellegrini) 1:0. 11. M Weibel (J. Brodard) 1:1. 17. T. Kantanen 2:1. 27. J. Brodard (T. Meyer) 2:2. 33. S. Pellegrini 3:2. 46. A. Castellani (J. Eskelinen) 4:2. 48. E. Aerschmann (M. Weibel) 4:3. 50. T. Kantanen 5:3. 52. J. Prato (T. Kantanen) 6:3. 56. L. Roulin (B. Aerschmann) 6:4.

Männer. Nationalliga B. Die Rangliste (alle 17 Spiele): 1. Basel 44. 2. Thurgau 37. 3. Sarnen 34. 4. Langenthal Aarwangen 34. 5. Freiburg 31. 6. Gordola 25. 7. Davos-Klosters 23. 8. Sarganserland 23. 9. Grünenmatt 19. 10. Ticino 17. 11. March-Höfe Altendorf 10. Pfannenstiel Egg 8.