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Absurd, grob – perfekter Punk

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Jack «Midi» Stoiker, St. Galler Kultfigur und in der Publikumsbeschimpfung Meister seines Fachs. Der selbst ernannte «Bob Dylan für Arme» betritt mit Kontrabassist Marc Jenny die Bühne. In Sonntagshemd und Sacko spielten die beiden am Freitagabend im Bad Bonn in Düdingen als Vorband die alten Klassiker von Jack Stoiker. Später werden sie mit Knöppel gröbere Register aufziehen, doch noch steht kein Punkrock auf dem Plan, dafür aber sanfte und malerische Lieder über befleckte Leintücher, Sackhaare oder Parolen wie «Di Tüütsche sind blöd». Und nein, es stehen keine Pubertierenden auf der Bühne, sondern gestandene Erwachsene, welche über die Bremsspuren in den Windeln von Babys singen. Überall Schmunzeln und Lachen, kaum jemand kann dem Fäkalhumor widerstehen. Schon gar nicht im St. Galler Dialekt.

Tiefgründig – tief unter der Gürtellinie

Nach fast einer Stunde beenden die beiden ihr Set, kaum ein Auge trocken, fertig lustig, 11 Uhr, das Bonn ist rammelvoll. Knöppel betreten die Bühne, diesmal in Tanktops. Der Kontrabass muss einer Bassgitarre weichen. Das Trio aus St. Gallen poltert los und grölt: «Wir sind Knöppel und hüt wird onaniert!» Man merkt sofort: die Texte tiefgründig, tief unter der Gürtellinie. Absurd und grob. Die Gitarre auf Dauerverzerrung, so muss es sein. Vor der Bühne ein wildes Getummel, die Schuhe klebrig vom bierbefleckten Boden, dazu ein leichter Brummschädel, und zwischen den Songs fällt irgendwo eine Flasche zu Boden. Alles in allem das perfekte Bild eines Punkkonzerts.

Maximaler Krach mit minimalem Aufwand

Jack Stoiker rief vor fünf Jahren die Band Knöppel ins Leben, um mehr Gewalt, mehr Sport und mehr Fluchwörter (besonders das eine) in seine Musik einfliessen lassen zu können. Entstanden ist ein Trio, das mit minimalem Aufwand maximalen Krach macht und bei dem in jedem Lied mindestens einmal das Wort «Wichser» zu hören ist. Punk erster Klasse. Wenn man genau hinhört, erkennt man hinter der lärmenden Fassade punktgenau getextete Songs. Bei Hits wie «Du stoohsch abseits, du Wichso! Drüü Meter im Abseits, du Wichso!» singt das ganze Bad Bonn mit. Grandios.

Ein Abend, der für vielerlei Schmunzeln und Ohrensausen sorgte. Seither spiele ich mit dem Gedanken, als Punker in St. Gallen mit Songtexten wie «Mach doch a kis Icing, dù Pajass!» Furore zu machen.

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