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Aller guten Dinge sind drei

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Die Young Boys sind zum 14. Mal Schweizer Meister. Die Berner besiegten am Freitag in der 35. und vorletzten Runde der Super League Sitten 1:0 und machten damit den ­Titel-Hattrick perfekt.

Michel Aebischer, «Geister-Meister» steht auf den gelb-schwarzen Shirts, die Ihr Team nach dem entscheidenden 1:0-Sieg in Sion übergezogen hat. Wie speziell war es, den Titel auswärts ohne Fans feiern zu müssen?

Es war schon speziell, nur mit den Mitspielern und dem Staff zu feiern. Deswegen war es aber nicht weniger emotional. Ich konnte die Momente intensiver mit unseren Leuten geniessen. Man hat so auch mal mit Spielern getanzt, mit denen man vorher noch nie getanzt hat (lacht). Die Feier in einem etwas persönlicheren Rahmen hatte durchaus auch sein Gutes: Als Team hat es uns noch näher zusammengebracht.

Haben Sie nach der Rückkehr aus Sion in Bern zusammen mit den Fans feiern können?

Als wir mit dem Car im Wankdorf ankamen, haben uns einige Fans empfangen. Im Stadion haben wir mit ihnen rund zehn Minuten gefeiert: sie auf der einen Seite der Abschrankung, wir auf der andern. Wir wären gerne noch in die Stadt gegangen, um Party zu machen, aber die aktuellen Umstände lassen das nicht zu. Einige Spieler haben hinterher noch privat weitergefeiert, die meisten anderen gingen aber nach Hause.

Wird es dieses Jahr noch eine grosse Meisterfeier geben?

Ich weiss nicht genau, was noch geplant ist, aber ich kann es mir nicht vorstellen. Nach dem letzten Spiel gegen St.  Gallen (heute 20.30 Uhr, Red.) wird die Pokalübergabe stattfinden, dann wird das Team gemeinsam essen gehen, und das wird es dann gewesen sein.

«Wenn die gegnerischen Fans ‹Scheiss YB› von den Rängen brüllen, dann spornt das einen an.»

In den Super-League-Spielen waren in den letzten Wochen 1000 Anwesende im Stadion erlaubt. Wie haben Sie diese Kulisse wahrgenommen?

Es ist schon etwas komisch, vor grösstenteils leeren Rängen zu spielen. Aber mir ist das immer noch viel lieber als wie zu Beginn ohne Zuschauer. Auch wenn nur 700 Leute zusammen ein Lied singen, kommt Stimmung auf. Klar ist es nicht dasselbe, wie wenn dir 25 000 zujubeln, aber es spornt einen dennoch an. Auswärts dürfen keine eigenen Fans ins Stadion, aber dafür hört man besser, wenn die Fans der anderen Mannschaft «Scheiss YB» von den Rängen brüllen. Das spornt einen auch an (lacht).

So wie es momentan aussieht, könnte die Regelung mit 1000 Zuschauern noch länger Bestand haben. Können die Klubs so längerfristig überleben?

Darüber sprechen wir Spieler untereinander kaum, weil wir nicht genau wissen, was alles dahintersteckt. Aber bei den Clubverantwortlichen ist dies ein Thema, das heiss diskutiert wird. Wir leben zu einem sehr grossen Teil von den Zuschauereinnahmen. Wenn die weiterhin so tief bleiben müssen, dann bringt dies jeden Verein über kurz oder lang in ernsthafte Schwierigkeiten.

Haben Sie Zukunftsangst ob der Situation auf unserem Planeten?

Ich diskutiere oft mit Leuten über das, was momentan auf unserer Welt passiert. Es beschäftigt mich, aber Zukunftsängste habe ich keine. Ich halte mich an die Regeln und Hygienevorschriften, reduziere die sozialen Kontakte auf ein Minimum, aber vieles kann man nicht selber beeinflussen.

Sie sind 23 Jahre alt und bereits zum dritten Mal Schweizer Meister ge­worden …

Das hört sich ganz gut an (lacht). Alle drei Titel waren auf ihre Art sehr speziell. 2018 war es der erste Titel für YB seit 32  Jahren, entsprechend gross war die Freude im Verein. 2019 haben wir die Meisterschaft dominiert und mit 20 Punkten Vorsprung souverän gewonnen. Dieses Jahr ist es wegen der Corona-Pandemie ein sehr spezieller Titel, und es war für mich sportlich das erfolgreichste Jahr.

«Das Bubi, das vor drei Jahren aus der U21 zur ersten Mannschaft gekommen ist, ist reifer geworden.»

Sie waren hinter Goalie David von Ballmoos jener Spieler, der bei YB in dieser Saison am zweitmeisten eingesetzt worden ist. Was sagt uns das über den Spieler Michel Aebischer?

Dass das Bubi, das vor drei Jahren aus der U21 zur ersten Mannschaft gekommen ist, reif geworden ist und eine schöne Entwicklung durchgemacht hat. Im ersten Jahr bei YB habe ich kaum gespielt, es hat mir aber gutgetan, früh mit der ersten Mannschaft zu trainiere und so an Härte zuzulegen. Im zweiten Jahr bei YB durfte ich in der Rückrunde bereits regelmässig auflaufen, und in dieser Saison war ich Stammspieler. Man hat vermehrt auf mich gesetzt, mir mehr Verantwortung übertragen. Ich merke auch, dass die Mitspieler mehr an mich glauben und mein Wort im Team ein gewisses Gewicht hat. Es ist ein gutes Gefühl, zu sehen, wie ich mich entwickelt habe und an Wichtigkeit gewonnen habe.

«Sollte ich eines Tages abheben, wird mich meine Familie mit Sicherheit wieder auf den Boden holen.»

Trotz des persönlichen Erfolgs sind Sie immer am Boden geblieben. Wie schaffen Sie das?

Das ist nicht schwer, ich bin erzogen worden, dankbar und bescheiden zu sein. Sollte ich eines Tages abheben, wird mich meine Familie wieder auf den Boden holen.

Letzte Saison war YB allen klar überlegen, dieses Jahr musste man bis zuletzt um den Titel kämpfen. Warum konnte YB nicht erneut souverän durchmarschieren?

Im Sommer hatte es viele Rochaden gegeben im Team. Wichtige Spieler sind gegangen, viele neue sind dazugekommen, so dass sich die Mannschaft erst finden musste. In der Vorrunde hatten wir zudem ein unglaubliches Verletzungspech, wodurch es immer wieder Wechsel gab. Das hat es nicht einfacher gemacht, Stabilität und Kontinuität in das Team zu bringen. Dann kam die Corona-Zeit, die für alle Mannschaften schwierig war. Man musste erst herausfinden, wie man alleine trainieren und fit bleiben kann. Am Schluss haben wir uns gut gefunden, so dass es doch zum Titel gereicht.

Was hat den Ausschlag zugunsten von YB gegeben?

Ich denke, unser breites Kader war ein sehr wichtiger Aspekt. Dadurch konnten wir viel rotieren und regelmässig neue Kräfte auf den Platz schicken. Die zweite Garde war immer sehr erfolgshungrig, wenn sie zum Einsatz kam, dadurch ist ein Konkurrenzkampf entstanden. Ein weiterer Punkt war unsere Heimstärke: Wir haben in der ganzen Saison zu Hause kein einziges Spiel verloren.

YB litt in der Rückrunde lange Zeit unter einer latenten Auswärtsschwäche.

Das stimmt, und das bereitete uns einiges Kopfzerbrechen. Wir haben uns zusammengesetzt und analysiert, warum es auswärts nicht läuft. Dabei haben wir gemerkt, dass wir in der Defensive solidarischer zu Werke gehen müssen. Vorne haben wir immer Tore gemacht, aber das nützt nichts, wenn du hinten ständig einen reinbekommst. Es heisst nicht umsonst: «Die Offensive gewinnt Spiele, die Defensive Meisterschaften.» Also haben wir fortan alle mehr nach hinten gearbeitet und so unsere defensive Stabilität wiedergefunden. In den letzten vier Partien haben wir keinen Gegentreffer kassiert. Wenn du so spielst, dann gewinnst du auch auswärts.

Was ziehen Sie als Spieler eigentlich vor? Eine einseitige Meisterschaft wie 2019 oder eine umkämpfte wie 2020?

Ich habe es lieber, wenn wir mit 20 Punkten führen. Das braucht weniger Nerven (lacht). Letztes Jahr gingen wir auf den Platz und wussten, dass wir gewinnen werden. Unser Selbstvertrauen war so gross, uns konnte nichts erschüttern. Dieses unerschütterliche Selbstverständnis hat uns dieses Jahr gefehlt. Dafür kann ich in einer umkämpften Saison als Persönlichkeit mehr profitieren: Wenn man an seine Limiten kommt und Verantwortung übernehmen muss, dann macht das einen stark.

Heute Abend spielen Sie im letzten Meisterschaftsspiel gegen den FC St. Gallen, der im Kampf um den Titel mit Platz 2 vorliebnehmen musste.

St. Gallen hat in dieser Saison mit einem sehr jungen Team erfrischenden Fussball gespielt. Keine andere Mannschaft ist so aufgetreten wie St.  Gallen: viele Spieler in der Mitte, wenig Angriff über aussen und 90 Minuten Powerfussball. Diese Spielweise kostet allerdings sehr viel Energie, was St.  Gallen am Ende zum Verhängnis geworden ist. Zwischen St. Gallen und uns herrscht eine gesunde Konkurrenz. Wir setzten jedenfalls alles daran, um das letzte Duell zu bezwingen und zu zeigen, warum wir Meister geworden sind.

Mit dem Cup bietet sich YB nun sogar die Chance auf das Double.

Nachdem es in den letzten Jahren eine Final- und eine Viertelfinalniederlage gegeben hat, wollen wir diese Saison den Pokal holen. Den Cup konnte ich noch nie gewinnen – das wär doch was.

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