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Alles hat seine Zeit

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wort zum sonntag

Autor: Jakob Hertach/Kipa

Alles hat seine Zeit

Mit den Worten «Als die Zeit herankam» beginnt das Evangelium des morgigen Sonntags (Lk 9,51-62). In unserem Leben erfahren wir verschiedene Lebensabschnitte: Geburt, Berufswahl, Heirat, Pensionierung, Tod. Diese Lebenswendepunkte sind wichtig und gehören für viele Christen zu den wenigen Kontakten mit der Kirche.

Im Verlaufe unseres Lebens erfahren wir noch andere wichtige Zeiten. Ich denke an die Zeit der Familiengründung. Die Frau wird Mutter und widmet sich dem jungen Leben. Meist fällt in diese Zeit die berufliche Weiterentwicklung des Ehemannes. Die ausserfamiliären Beziehungen des Paares werden neu gestaltet: zu Bekannten, Freunden und mit Nachbarn in der gleichen Lebenssituation, beispielsweise mit gleichaltrigen Kindern.

Es wird auch das Beziehungsnetz mit Personen aus dem Sport und Freizeitbereich erweitert. So ändern sich Bekannt- und Freundschaften während des Lebens. Alles hat seine Zeit. Auch die Beziehung zu unserer Religion, zur Glaubens- und Lebensgemeinschaft, hat ihre Zeit, je nach dem Verständnis von Kirche. Viele Eltern lassen ihre Kinder taufen, das heisst, sie lassen sie in die Glaubensgemeinschaft aufnehmen. Mit dem Eintritt in das Schulalter werden sie von den Religionspädagogen in Glauben und Leben der Pfarrei eingeführt.

Die eigenen Erfahrungen der Eltern mit der Kirche spielen bei der Unterstützung des Religionsunterrichtes eine wichtige Rolle. Oft werden eigene oder von andern übernommene schlechte Erfahrungen mit der Kirche unbewusst den Kindern weitergegeben und schwächen die Motivation der Kinder im Unterricht. Geburt, Heirat und Tod: die wichtigsten Schnittpunkte im Leben und die Stationen zwischendrin. Welchen Platz nimmt die Wohnortspfarrei ein? Ist sie als Lebens- und Glaubensgemeinschaft erfahrbar? Die Lebenswenden sind für die Seelsorgenden wie für die Betroffenen Möglichkeiten, neue Beziehungen aufzubauen und weiterzuentwickeln.

Vor einigen Wochen machte ein Pfarrer mit einem Angebot Schlagzeilen. Er mache Paaren, die er traut, das Angebot, sich jährlich zu einem Erfahrungsaustausch zu treffen. Er wolle damit die Voraussetzungen für das Gedeihen der Beziehung schaffen. «Pfarrer gibt eine Heiratsgarantie», haben die Medien das Angebot betitelt. Der Pfarrer hat mit seiner Idee, die sich noch bewähren muss, ein Defizit angesprochen: die Nachbetreuung von Personen, welche Dienste der Kirche bei Lebenswenden beanspruchen. Dies setzt aber auch voraus, dass die Betroffenen das oder die Angebote der Seelsorgenden annehmen.

Jakob Hertach (1937), Seelsorgehelfer und Journalist, lebt in Dielsdorf ZH.

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