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«Als Hausarzt steht man mitten im Leben»

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Dass Stephan Häcki sich vor fast 40 Jahren in Bösingen niedergelassen hat, ist dem Zufall zu verdanken. Der gebürtige Innerschweizer hat in Bern Medizin studiert, dissertiert und dann seinen Plan verfolgt, als Dr. med. eine eigene Hausarztpraxis zu eröffnen. «Wo, war mir gleich. Kantonsgrenzen existierten nicht für mich», erzählt er im Gespräch.

Er habe sich 70 Orte in einem weiten Radius rund um Bern aufgeschrieben und diese systematisch abgefahren. «Auch Bösingen stand auf dieser Liste, gekannt habe ich die Gemeinde nicht. Die schöne, erhöhte Lage des Dorfes hat mir aber auf Anhieb gefallen», sagt er. Er habe sich informiert und mit dem Gemeinderat Kontakt aufgenommen. «Sie sagten mir, dass ein Arzt in Bösingen sehr willkommen wäre, so entstand der Kontakt.»

Der erste Dorfarzt

Es war der Wunsch der Gemeinde, dass er zentral im Dorf ein Haus mit einer Praxis baut, und sich nicht in einem neuen Wohnquartier niederlässt und dort Verkehr generiert. Am 4. September 1982 hat Stephan Häcki die ersten Patienten empfangen. Er war der erste Dorfarzt von Bösingen. «Ich wurde gut aufgenommen», erinnert er sich. Ressentiments gegenüber dem Neuen mit dem Innerschweizer Dialekt habe er nie gespürt. «Ich habe die Sensler als sehr offen erlebt. Ich konnte mich gut integrieren und hatte das Gefühl, dass sie mich schnell akzeptiert haben.» Das gelte auch für die vielen Zuzüger in Bösingen.

Die Arbeit als Hausarzt war ihm nicht fremd. Bereits sein Vater hatte diesen Beruf. «Schon als Kind durfte ich ihn ab und zu auf Hausbesuche begleiten und während des Studiums in seiner Praxis vertreten. Das hat mir so viel Spass gemacht, dass ich mein restliches Studium in Richtung Allgemeinpraktiker ausgelegt habe.» Diese Entscheidung habe er nie bereut, auch wenn er anfangs ein grosses finanzielles Risiko eingegangen sei, als junger Berufsmann viel Geld zu den damals hohen Zinsen zu investieren.

Mit Empathie an der Arbeit

«Als Hausarzt steht man mitten im Leben, man verpasst nichts», erklärt er seine Leidenschaft für seinen Beruf. «Die Leute erzählen mir ihr Leben, bringen es in meine Praxis.» Mit der Zeit erfahre man viele Dinge über die Patienten, begleite sie durch wichtige Stationen. «Man erlebt so viel mit ihnen, sie wachsen einem ans Herz.» Die Tätigkeit setze Empathie voraus. Man müsse in die Patienten rein- und ihnen zuhören. «Das habe ich von meinem Vater gelernt. Deshalb habe ich meine Untersuchungszimmer von Anfang an bewusst als Sprechzimmer angeschrieben.» Als «Gott in Weiss» habe er sich nie gesehen, wohl aber als Partner des Patienten.

Auch ein voller Wartesaal oder die Ansprüche der Krankenkassen hätten ihn nie unter Druck gesetzt: «Man muss zwar vorwärtsmachen, darf trotzdem nicht zu viele Patienten pro Stunde einschreiben.» Als selbstständiger Allgemeinpraktiker sei man auch ein Unternehmer und müsse den Betrieb finanzieren können, das Personal bezahlen und die eigene Vorsorge sichern. «Deshalb soll der Arzttarif so festgelegt sein, dass man seine Arbeit korrekt leisten kann und die Erträge stimmen, ohne immer die eigenen Finanzen vor Augen haben zu müssen.»

Berufung, nicht nur Beruf

Er habe nie das Gefühl gehabt, dass die Work-Life-Balance nicht stimme, denn für ihn sei Arbeit auch Leben. Trotzdem kamen die Familie und Hobbys wie das Reiten, Reisen und Wanderungen nicht zu kurz. Arzt sei sein Traumberuf, «nicht nur Beruf, sondern Berufung». Auf die Frage, was er anders machen würde, sagt er mit Überzeugung «Nichts, gar nichts! Ich kann gar nichts Negatives sagen. Es war eine wirklich schöne Zeit.»

Mit der Verantwortung, dem Vertrauen der Patienten gerecht zu werden, habe er gut umgehen können. «Auch wenn ich die Praxis alleine führte, so hatte ich doch einen sehr guten Kollegenkreis in der Region», sagt er. Er habe sich jederzeit mit ihnen, aber auch mit Spitälern oder mit Fachärzten austauschen können. «Ich war immer vernetzt, auch als es das Internet noch nicht gab.»

Blickwinkel vergrössert

Stephan Häcki setzte in seiner Tätigkeit sowohl auf die klassische Medizin als auf die Homöopathie. «Dieser Spagat ist machbar, da ich die beiden Methoden als komplementär und nicht als alternativ betrachte.» Diese Ausweitung habe seinen Blickwinkel stark vergrössert. «Der Schlüssel liegt darin, beide Behandlungsmethoden zu kombinieren und nicht gegeneinander auszuspielen.» Bei funktionalen und nicht strukturellen Störungen habe er mit Homöopathie sehr gute Erfolge erzielt.

Keine Zeit für Langeweile

Derzeit ist Stephan Häcki sozusagen auf seiner Abschiedsrunde. Mit bald 68 Jahren übergibt er seine Praxis an seinen Nachfolger (siehe Kasten). Er verabschiedet sich von seinen Patienten und übergibt Schritt für Schritt die Dossiers. Diese Woche hat ihn die Gemeinde zu einem Apéro eingeladen, um ihn für seine Verdienste zu ehren, was ihn sehr gefreut habe.

Der Abschied wird ihm aber trotz allem nicht schwerfallen. «Langweilig wird es mir nicht», sagt er. Er habe eine grosse, weit verzweigte Familie, Grosskinder, Hobbys und einen Garten. Bei Bedarf könne er auch seinen Nachfolger unterstützen. «Ich muss wohl eher schauen, dass ich für alles Zeit finde.»

Praxis

Nachfolge ist geregelt

«Ich habe mir vorgenommen, bis 68 zu arbeiten», sagt Stephan Häcki. Er habe immer ein gutes Bauchgefühl gehabt, dass sich die Nachfolge gut regeln lasse, dies auch, weil Bösingen von der Lage her ein guter Ort für einen Arzt sei. Mathias Marchon hat sich auf sein Inserat in der Ärztezeitung vor einem Jahr gemeldet. Es sei wohl eine gute Fügung gewesen, sagt Stephan Häcki: Die Frau von Mathias Marchon ist eine Jugendfreundin seiner jüngsten Tochter. «Wir arbeiten nun seit einem Monat zusammen, und ich bin sehr erfreut, wie es läuft. Wir tauschen uns aus und ich übergebe ihm nach und nach die Dossiers.»

Der Nachfolger von Stephan Häcki ist 45 Jahre alt. Mathias Marchon wohnt in Bösingen, ist mit einer Bösingerin verheiratet und hat zwei Kinder im Vorschulalter. Er übernimmt die Praxis offiziell am 1. Fe­bruar 2019.

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«Ich habe die Sensler als sehr offen erlebt und hatte das Gefühl, dass sie mich schnell akzeptiert haben.»

Stephan Häcki

Allgemeinpraktiker

«Ich war in der Region immer vernetzt, auch als es noch kein Internet gab.»

Stephan Häcki

Allgemeinpraktiker

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