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Am falschen Ort gebaut

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Am falschen Ort gebaut

Behörden haben ungünstig gelegenen Biberdamm in der Bibera entfernt

Nach längerer Abwesenheit tauchte der Biber erst vor etwa 50 Jahren wieder in der Schweiz auf. Seine Rückkehr stösst aber nicht auf ungeteilte Freude. Vor allem seine Bautätigkeit bereitet Sorgen – zum Beispiel in der Bibera.

Autor: Von PATRICK HIRSCHI

Vor rund 200 Jahren war der Biber in der Schweiz von der Bildfläche verschwunden. Im Jahr 1950 wurde er aber wieder angesiedelt, so dass laut einer Schätzung des Bundesamts für Umwelt (Bafu) heute in unserem Land zwischen 400 und 500 Biber leben.Seit dem Jahr 2000 hat sich auch in der Bibera wieder ein solches Tier heimisch gemacht. Durch die breit angelegte Revitalisierung des Baches, für dessen Namen das Nagetier einst Pate stand, fand der Biber zwischen Courtaman und Liebistorf wieder einen Lebensraum vor. Inzwischen hat der Bibera-Biber gemäss Wildhüter Elmar Bürgy sogar eine Familie mit zwei Jungen gegründet.

Biber aus dem Biotop vertrieben

Obwohl der Biber mit der Revitalisierung bewusst angelockt worden ist, musste ein von ihm gebauter Damm bei Cressier anfangs dieser Woche entfernt werden. «Das gestaute Wasser hat das Ufer aufgeweicht und der Landwirtschafts- und Veloweg entlang des Baches drohte einzustürzen», sagt Elmar Bürgy gegenüber den FN. Im Frühling sei dies bereits einmal geschehen. Damals sei ein Sachschaden von rund 6000 Franken entstanden.Früher sei die Bautätigkeit des Bibers kein Problem gewesen, sagt Elmar Bürgy. Damals habe das Tier seinen Damm drei bis vier Kilometer bachaufwärts errichtet – direkt unterhalb des Biotops bei Guschelmuth, wo gestautes Wasser das Ufer nicht aufweichen kann. Doch leider hätten Unbekannte diesen Damm regelmässig zerstört. «Deswegen ist der Biber wohl umgezogen», meint der Wildhüter.Weder Bürgy noch Sophie Ortner von Pro Natura Freiburg können sich erklären, warum jemand mutwillig diesen Damm zerstört hat. Weil es wiederholt geschah, könne ein Kinderstreich ausgeschlossen werden, meint Ortner.

Überlauf statt weitere Zerstörung

Weil der Biber auf Bundesebene geschützt ist, musste das Bafu den Abbruch des neuen Damms bewilligen. Es knüpfte diese Bewilligung aber an gewisse Bedingungen. So verlangte das Bundesamt, dass der Abbau des Dammes eine einmalige Lösung sei.Den Biber kümmert all dies herzlich wenig. Unverdrossen hat er inzwischen seinen Damm wieder aufgebaut, wie Elmar Bürgy am Freitag gegenüber den FN erklärte. Nächsten Dienstag soll deshalb ein künstlicher Überlauf durch den Damm hindurch gelegt werden; eine Leitung, die – ähnlich wie in der Badewanne – das Wasser ab einem bestimmten Pegelstand abfliessen lässt.Weiter hat das Bafu dem Kanton empfohlen, ein kantonales Konzept für den Umgang mit dem Biber zu entwickeln. Darin soll vor allem festgelegt werden, wo der Biber angesiedelt werden soll. «Dieses Konzept wird demnächst in Angriff genommen», sagt Walter Schwab, Vorsteher des kantonalen Amtes für Wald, Wild und Fischerei. Als Grundlage hat das Bafu ein bundesweites Konzept ausgearbeitet, dass seit zweieinhalb Jahren besteht.

Biber werden regelmässig beobachtet

Wie Paul Demierre, kantonaler Sektorchef Jagd und Wild, erklärt, ist der Kanton Freiburg aber bisher nicht untätig gewesen. «Wir haben jemanden mit dem Mandat betraut, die Biber im Kanton regelmässig zu beobachten», erklärt er gegenüber den FN. Dieses sogenannte Monitoring werde zurzeit von einer Person nebenberuflich gemacht.Monitoring hin, Konzept her – der Biber wird wohl weiterhin dort bauen, wo es ihm am besten passt. Allerdings weise der Biber auch eine gewisse Flexibilität auf, meint Christoph Jäggi, wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Bafu. «Er kann sich problemlos einen neuen Höhleneingang graben.»

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