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Ärzte und Taskforce fürchten um die Sicherheit von Sensler Patienten

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«Massiv enttäuscht», «vehement erbost» und «stinksauer» – die Sensler Ärzte und die Taskforce Pro Akut Tafers geben in einer gemeinsamen Medienmitteilung ihrem Ärger über die Haltung des Freiburger Spitals HFR deutlich Ausdruck. Ihr Unmut richtet sich gegen die beschlossene Änderung im Bereich Anästhesiepflege. Was war geschehen? Weil das Pflegepersonal der Anästhesie nachts und am Wochenende im Spital Tafers nicht ausgelastet ist, hatte die Spitalleitung des HFR im Juni vorgeschlagen, dass dieses Personal in dieser Zeit die Teams der Notaufnahme unterstützen soll. Das Anästhesiepersonal lehnte diesen Vorschlag ab, weil es nicht die nötigen Qualifikationen habe, und schlug stattdessen einen Kompromiss vor. Dieser gefiel aber der Spitalleitung nicht. Sie beschloss in der Folge, die Anästhesiepflege nachts und am Wochenende ganz aufzuheben und deren Aufgaben der Notaufnahme zu übertragen. Betroffen ist nebst dem Spital Tafers auch jenes in Riaz.

Kein runder Tisch

Diese Regelung hat beim Personal und unter den Ärzten für Diskussionen gesorgt. Im September hat der Sensler Oberamtmann Manfred Raemy angekündigt, einen runden Tisch einberufen zu wollen, um das Thema mit allen beteiligten Parteien zu besprechen (die FN berichteten). Zwar habe er mit der Gesundheitsdirektion, Vertretern der Taskforce und der Spitalleitung ein Gespräch geführt, sagt Raemy auf Anfrage. «Unser Vorschlag eines breit abgestützten Treffens, an dem auch Ärzte der Spitäler Tafers und Freiburg, Hausärzte sowie Vertreter des Anästhesiepersonals teilnehmen sollten, kam aber bisher nicht zustande.»

Die beschlossenen Massnahmen werden nun auf den 1. Dezember umgesetzt, ohne weitere Rücksprache mit den betroffenen Parteien. Die Taskforce kritisiert in der Medienmitteilung die Kommunikation des Freiburger Spitals. Ein Brief der Sensler Ärzte an das HFR und an die Gesundheitsdirektion seien unbeantwortet geblieben (siehe auch Kasten).

Die Taskforce Pro Akut Tafers ist überzeugt, dass die Neuorganisation der Anästhesiepflege negative Begleiterscheinungen haben wird. «Die Patientensicherheit sinkt gegenüber heute massiv», heisst es in der Mitteilung. «Es ist illusorisch, dass das Notaufnahmeteam mit einer Schnellbleiche die gleichen Kompetenzen erreicht, wie sie das Anästhesieteam mit seiner Spezialausbildung und seiner Spezialerfahrung hat», sagt Manfred Piller, Präsident der Sensler Ärzte.

«Haarsträubende Direktiven»

Beim Lesen der Direktiven, die der Anästhesie-Chefarzt des Freiburger Spitals für den Umgang mit Notfällen ausserhalb der normalen Öffnungszeiten herausgegeben hat, seien ihm die Haare zu Berge gestanden. «Es wird praktisch davon ausgegangen, dass kaum lebensbedrohliche Situationen entstehen», sagt er. Die Ambulanzen seien angewiesen, solche Fälle nachts und am Wochenende nur noch nach Freiburg und nicht mehr nach Tafers zu bringen. «Doch was ist mit den Patienten, die selbst den Notfall aufsuchen?», fragt Manfred Piller. Ihr Gesundheitszustand könne sich rasch verschlechtern, das könne vorher nicht abgeschätzt werden. In den Direktiven heisse es, dass der Pikett-Anästhesiearzt innert 35  Minuten vor Ort sein müsse. «Das ist eine Ewigkeit, wenn ein Leben in Gefahr ist», so der Arzt. Das Anästhesiepersonal sei ausgebildet in Reanimation und könne Leben retten. «Die Notfallpflege hat diese Erfahrung nicht.» Die Sensler Ärzte wollten das Spital erhalten, betont er. «Doch für uns geht das Wohl unserer Patienten vor.»

Manfred Raemy, die Sensler Ärzte und die Taskforce hoffen weiterhin auf eine Lösung am Verhandlungstisch. «Die Kommunikation mit der Spitalleitung ist derzeit schwierig. Wir haben das Gefühl, dass sie uns nicht ernst nimmt», so der Arzt. Die Taskforce fordert den Einsatz eines kantonalen Mediators. Sie verlangt, dass die Änderungen rückgängig gemacht werden, damit die Akutversorgung für die deutschsprachige Bevölkerung im Spital Tafers erhalten bleibt.

Das Freiburger Spital hat für heute Freitag zu einer Medienkonferenz eingeladen.

Reaktionen

«Das ist eine massive Übertreibung der Situation»

«Die Mitteilung der Ärzte und der Taskforce übertreibt die Situation massiv», sagt Rolf Wymann, Mitglied der ärztlichen Leitung des Freiburger Spitals HFR und selbst ausgebildeter Anästhesiearzt. Es komme selten vor, dass die Anästhesiepflegenden für die Stabilisierung eines Patienten in einer lebensbedrohlichen Situation beigezogen würden. Bisher hätten sie während der Nachtschichten in Tafers meist geschlafen. «Wir können es uns nicht leisten, Leute zu bezahlen, die schlafen.» Die Sicherheit der Patienten sei gewährleistet, auch wenn Anästhesiepflegekräfte in der Nacht und am Wochenende fehlten. «Sämtliches Pflegepersonal ist in Reanimation geschult.» Anästhesisten könnten zusätzlich intubieren. Bei einer lebensbedrohlichen Situation sei dies aber nicht der erste Schritt.

Laut Wymann werden mit der Massnahme drei Stellen von Anästhesiepflegenden eingespart, das entspreche 375 000 Franken pro Jahr. Entlassen werde niemand, es gebe spontane Abgänge. Ab dem 1. Dezember wird es in Tafers drei Anästhesiearzt-Stellen und viereinhalb Anästhesiepflegekraft-Stellen geben.

Wymann versteht die Sorgen der Sensler um ihr Spital. Er bedauert die Mitteilung aber. «Sie schürt Verunsicherung. Aufgrund dieser Nachrichten fährt jemand für einen Notfall vielleicht den längeren Weg nach Bern statt nach Freiburg – das kann fatal enden.»

Laut HFR-Sprecherin Jeannette Portmann ist eine Gesprächsrunde geplant. Den Lead habe die Gesundheitsdirektion. Diese teilt mit, sie versuche, den Dialog zu fördern. Diese Woche habe eine Sitzung mit den Pflegerinnen stattgefunden; die Ärzte würden nun informiert. Weder das HFR noch die Gesundheitsdirektion gingen auf die Frage ein, weshalb sie Schreiben der Ärzte und der Taskforce nicht beantwortet hatten.

nas

 

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