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Auch Karateka Andrea geht nicht in jeden Park

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Die 24-jährige Lehrerin aus Bösingen hat eine Weltmeisterschaft in Bali hinter sich

Autor: Von GUIDO BIELMANN

Andrea Jungo stammt aus Bösingen, wohnt jetzt in Riaz und ist an der Bösinger Primarschule Lehrerin in der ersten Klasse. Man könnte sich vorstellen, dass alle Kinder Karate machen wollen, gerade wenn sie eine Lehrerin haben, die an der Europameisterschaft Dritte gewesen ist und nun an den Weltmeisterschaften teilnehmen konnte: «Nein überhaupt nicht», wehrt Andrea Jungo ab, «die Kinder bekommen schon mit, dass ich an der WMwar, aber sie vergessen es schnell wieder. Man könnte die Kinder leicht beeinflussen, ins Karate zu kommen. Aber das tue ich nicht. Wenn sie interessiert sind, kommen sie von sich aus mit Fragen.»

Andrea Jungo trainiert im Shotokan-Club Laupen. Shotokan ist einer der sieben Stilarten in der Schweiz, die in sieben Verbänden organisiert sind. In der sechsmonatigen WM-Vorbereitung waren es fünf Trainings wöchentlich. Dennoch reichte es an der WMnicht, um über die erste Runde hinauszukommen. Die 168 cm grosse kämpfte in der Klasse über 60 kg, in der 60 Kämpferinnen antraten. Dabei habe sie gegen die Australierin ein gutes Gefühl gehabt: «Mich dünkte, dass wenig gefehlt hat, sie zu besiegen. Für meine Verhältnisse habe ich gut gekämpft. Ich habe mein Bestes gegeben und bin nicht enttäuscht gewesen.»

Keine Angst und kann einstecken

Der Jubel war dafür im Mannschafts-Kampf gross, als das Schweizer Team im kleinen Final Italien 2:1 besiegte und Bronze gewann. Andrea verlor da zwar ihren Kampf, dafür brillierte sie in den Ausscheidungen vor dem kleinen Final, indem sie drei der vier Kämpfe gewann. Das wertvollste Resultat gelang ihr, als sie eine Indonesierin schlug, die dem späteren Team-Weltmeister angehörte: «Sie war stark. Aber ich habe ihren Fussschlag abgeblockt und den Gegenangriff anbringen können.»

Die Spezialität, oder besser gesagt die Stärke von Andrea Jungo ist, dass sie im Kampf keine Angst hat und einstecken kann, wie sie selber sagt:«Die Punkte mache ich eher mit Faustschlägen, den Zukis. Wenn man international schaut, gibt es immer weniger Karatekas, die mit Fussschlägen Punkte machen. Die Füsse braucht man viel mehr zum Täuschen.»

Erster Meistergrad

Die farbigen Gürtel der Schülergrade hängen bei Andrea Jungo längst alle im Schrank, denn seit 1998 besitzt sie den ersten Dan, den ersten Meistergrad, womit sie den Schwarzgürtel tragen darf. Nebst ihrem Training im Laupener Club gibt sie dort ihr Können auch an Kinder weiter. Sie selber war auch als Kind zum Karate gekommen: «Ich bin mit zwei Brüdern aufgewachsen und musste mich immer wehren. Irgendwann, als ich elfjährig war, bin ich mit einem Bruder ins Karate gegangen. So hat das begonnen.»

Von den Karateleuten hört man immer, das Karate eine Lebensschule verbunden mit einer speziellen Lebenseinstellung sei. Andrea Jungo erklärt es so: «Karate bedeutet für mich Respekt, nicht nur vor dem Trainer, sondern auch vor den anderen, die mit dir zusammen trainieren, ob sie besser oder schlechter sind. Aber es ist auch Respekt vor dir selber, man respektiert seine eigenen Fehler und ist dadurch mit sich im Reinen.»

Full-Contact: «Wenn sie es
brauchen

Wer nichts mit Karate am Hut hat, möchte sich eine Karatemeisterin wohl am liebsten als ein Mannsweib mit dem Charme einer Kampfmaschine vorstellen. Dem ist natürlich weit gefehlt. Es sind viel mehr psychische Qualitäten, die im Karate zum Erfolg führen: «Karatekas sind Leute mit Selbstbewusstsein, die wissen, dass sie sich wehren können. Es geht darum, nicht Angst auszustrahlen. Ein Angreifer irgendwo auf der Strasse sieht und merkt das auch. Ängstliche sind mehr durch Überfälle gefährdet.» Andrea Jungo selber musste im Privaten ihre Verteidigungskünste noch nie zu Hilfe nehmen: «Wenn ich spüre, dass ich in eine solche Situation gerate, gehe ich ihr aus dem Weg. Wenn ich zum Beispiel in einer Grossstadt in einem Park ein schlechtes Gefühl habe, gehe ich dort auch nicht durch.»

Überhaupt betreibt ja Andrea Jungo nicht das Full-Contact-Karate, sondern das klassische, bei dem die Schläge nur angedeutet werden. Und vom Full-Contact, wie es Andy Hug, der Schweizer, der mit seinen Fusstritten die Japaner verzückt, betreibt, hält sie nichts: «Wenn sie es brauchen, sollen sie es machen», bemerkt sie lakonisch dazu.

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