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Bauernhäuser bewahren trotz Umbau ihren Charme

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Das Bauernhaus der Familie Stritt liegt mitten im Dorfzentrum von Tafers – gleich hinter dem Hotel Taverna. Seit Anfang Jahr befindet sich das Gebäude im Gerüst: Besitzer Christian Stritt baut es um. Ein riesiges Projekt für den Landwirt, der auch gleich die Bauleitung übernommen hat. Bereits die Planung hatte dem 46-Jährigen viel abverlangt. «Es hat etwa 13 Jahre gedauert, bis ich die Vorgaben des Denkmalschutzes, meine Vorstellungen und die Finanzen miteinander in Einklang bringen konnte», erzählt er. Das Projekt deshalb auf Eis zu legen oder das Haus gar abzureissen, das kam für ihn nie in Frage. «Das 163 Jahre alte Haus soll mindestens noch einmal so lange leben wie bisher.» Er will aber nicht nur das Familienerbe fortführen, sondern auch Wohnraum schaffen. «Mitten im Dorf sollte der Wohnraum auch genutzt werden können», findet Stritt.

Das Dach wurde dreifach gedeckt. 24 Dachfenster ha Christian Stritt einbauen lassen.

So entsteht aus den zwei Wohnungen – in der einen lebte seine Mutter Lydia Stritt – ein Mehrfamilienhaus mit mindestens vier Mietwohnungen und Betriebsräumen für seinen Landwirtschaftbetrieb. Christian Stritt wird nicht ins Bauernhaus zurückkehren. Er hat im Quartier oberhalb der Baustelle im Hinblick auf den Umbau ein Einfamilienhaus erstellt. Lydia Stritt hingegen wird wieder einziehen. Sie wohnt bis dahin in einer Wohnung im Gebäude der Garage Schweingruber.

Scheune zweimal abgebrannt

Das Gebiet, auf dem sich sein Hof befindet, sei der Ursprungsort aller Stritt-Familien weit und breit, erklärt Christian Stritt. 1854 hatte sein Ururgrossvater Jakob Stritt das Bauernhaus gebaut. In den 1960er-Jahren ist die Scheune zweimal abgebrannt. «Durch Brandstiftung», so Stritt. Dank der Brandschutzmauer ist der Wohnteil jeweils vom Feuer verschont geblieben. Die Brandschutzmauer spielt auch im renovierten Haus eine wichtige Rolle. Sie ist um ein Treppenhaus, das als Fluchtweg dient, erweitert worden. Für Stritt als Feuerwehrkommandant ein wichtiges Element.

Im Keller wurde so viel ursprüngliches wie möglich bewahrt.

Die Baustelle an der Freiburgstrasse ist exponiert. «Ich werde extrem oft darauf angesprochen», sagt Stritt. Am häufigsten sei er gefragt worden, weshalb das alte Dach so lange darauf geblieben sei. «Aus statischen Gründen», erklärt er. Wie das neue Dach aussehen sollte, davon hatte er eine genaue Vorstellung: Es sollte mit denselben Biberschwanzziegeln gedeckt werden, die die Pfarrkirche bedecken. «Sie gefallen mir einfach so gut.» Alleine die Ziegel auf dem soeben neu gedeckten Dach wiegen 25 Tonnen. Das Dach ist dreifach gedeckt. Es zählt 24 Dachfenster, die im ausgebauten Dachstock für genügend Licht sorgen. Solarpanels – auch das wusste Christian Stritt ganz genau – sollten auf dem Dach des Wohnhauses keine eingebaut werden. Im Gegensatz zum Scheunendach, das seit fünf Jahren vollständig mit Fotovoltaikplatten bedeckt ist.

Geschütztes Gebäude

Beim Innenausbau legt Stritt Wert darauf, so viel vom ursprünglichen Material und Stil zu bewahren wie nur möglich. Gleichzeitig will er auch Wohnungen mit einem hohen Komfort und einer ausreichenden Dämmung schaffen: «Niemand will morgens um sechs Uhr das Radio des Nachbarn hören.» Schliesslich habe er sich auch in dieser Frage mit dem Kulturgüterdienst einigen können. «Wir führten unzählige Diskussionen.» Denn das Gebäude steht unter Schutz und ist in der dritthöchsten Kategorie C eingestuft.

Hier geht’s zum Artikel zum Haus von Paul Blanchard.

Obwohl nicht alle Balken dort geblieben sind, wo sie waren, hat Stritt viel Altholz wiederverwendet. Die Sandsteineinfassungen der Fenster sind komplett erneuert worden – in genau gleicher Manier, wie sie vor mehr als 160 Jahren hergestellt worden waren. Die Sandsteinquader werden als Dekorationselemente wieder in den Wohnraum integriert. So viele Steinmauern wie nur möglich hat er stehen ge­- lassen. Und die alten Möbel aus den Wohnungen sollen einst im Treppenhaus und im Haupt­eingang ausgestellt werden.

Hilfe vom Gebäudeprogramm

«Eine stolze Summe» habe er in die Umbauarbeiten investiert, sagt Christian Stritt, ohne genaue Zahlen nennen zu wollen. Er finanziere alles selber; dank tiefen Bankhypotheken und den prognostizierten Mietzinseinnahmen liege das drin. Weil er eine kontrollierte Lüftung einbaut, die Isolation verbessert und das Gebäude an eine Schnitzelheizung anschliesst, kann er vom kantonalen Gebäudeprogramm profitieren. Er spare zudem einen sechsstelligen Betrag ein, indem er selber als Bauleiter fungiere.

Diese Einsparung bezahlt Christian Stritt jedoch mit seiner Freizeit. Als Landwirt, Bauleiter und Feuerwehrkommandant habe er bis zum Abschluss der Bauarbeiten im Sommer 2018 wohl kaum auch nur einen einzigen freien Tag vor sich. «Am meisten muss die Familie darunter leiden.» Seine Kinder sind vierzehn, elf und zweieinhalb Jahre alt.

Keine Schweinehaltung mehr

Ist das Bauprojekt einmal abgeschlossen, wird er die Schweinehaltung einstellen, die er direkt neben dem Wohnhaus betreibt. «Die Geruchs­emissionen für die Mieter wären zu stark», so Stritt. So oder so sei es aussergewöhnlich, dass er mitten im Dorf noch 80 Schweine halten könne. Den Ackerbau und die Mutterkuhhaltung wird er weiterführen. Nebst der Anleitung durch Architekt Jacques Folly könne er auf die Unterstützung vieler Freunde zählen, so Stritt. Dafür ist er dankbar. «Es gibt schon Tage, an denen es an meinen Kräften zehrt. Aber es freut mich dann wieder, zu sehen, dass der Umbau vorwärtsgeht.»

Gemessen an der Zeit, die das Gebäude bereits überdauert hat, sind eineinhalb Jahre Bauzeit vernachlässigbar.

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