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Bereits drei Monate im Rückstand

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Autor: Marc Kipfer

«Es ist schade», findet Daniel Lehmann. Der Oberamtmann des Seebezirks bestätigte gestern Recherchen der FN, wonach sich der geplante Um- und Neubau des HFR Meyriez-Murten um mindestens drei Monate verzögert. Das Grossprojekt hätte gemäss Zeitplan spätestens in der laufenden Junisession vom Grossen Rat behandelt werden sollen. Dazu wird es nicht kommen.

Die für den Umbau verantwortliche Planungskommission treffe keine Schuld, betont Lehmann, der dieser Kommission angehört. Man habe die nötigen Unterlagen stets fristgerecht nach Freiburg geliefert. «Dass das Geschäft noch nicht im Grossen Rat ist, liegt daran, dass die kantonalen Dienste offenbar schlecht miteinander kommuniziert haben», glaubt er.

Fernwärme oder nicht?

Für Verwirrung sorgte die Frage, wie das Spital nach dem Umbau geheizt werden soll. Geplant war ursprünglich eine Holzschnitzelheizung. Dann aber präsentierte die Stadt Murten im Herbst 2011 ihre überarbeiteten Pläne für ein Fernwärmenetz. Dessen Zentrale soll in der Nähe von Merlach gebaut werden. Ein Anschluss des Spitals wäre darum sinnvoll, befanden beide Seiten. Das Problem: Noch ist weder gesichert, dass das Fernwärmenetz zustande kommt, noch dass es bereits in Betrieb ist, wenn das Spital in einigen Jahren wiedereröffnet wird. Einsprachen könnten das Fernwärmeprojekt verhindern oder verzögern.

Diese Unsicherheit zwang die Spitalplaner dazu, vorerst an der Holzschnitzelheizung festzuhalten. Denn, so Lehmann: «Es wäre verantwortungslos, ein Spital ohne Heizung zu planen.» Der Kanton habe diese Situation gekannt, versichert er. Trotzdem habe die Planungskommission Erklärungen nachliefern müssen; die Abklärungen hätten sich in die Länge gezogen, und als sie nachfragten, seien er und die weiteren Verantwortlichen vertröstet worden.

«Es fehlten Informationen»

Letzte Woche nun konnten Lehmann und seine Mitstreiter mit einer Delegation des Staatsrats sprechen. Die Situation wurde laut dem Oberamtmann geklärt. Nun dürfte der Staatsrat in der nächsten Zeit über das Geschäft befinden. Der Grosse Rat könne sich aber frühestens im September damit beschäftigen.

Lehmann ist enttäuscht: «Wir haben uns nicht gewünscht, gegenüber dem Zeitplan in Rückstand zu geraten.»

Eine Kommunikationspanne könne sie nicht bestätigen, sagt Claudia Lauper, Mediensprecherin der kantonalen Gesundheitsdirektion. «Die Informationen wurden stets weitergeleitet», sagte sie gestern auf Anfrage. Das Dossier sei allerdings erst seit diesem Montag komplett. Bis dahin hätten einige detaillierte Informationen gefehlt. Erfahrungsgemäss könne das Dossier in den nächsten Tagen dem Staatsrat überreicht werden.

Welche Angaben genau fehlten, konnte Lauper gestern nicht sagen. Sie erklärte lediglich: «Es fehlten Informationen für das Hochbauamt sowie für die Finanzdirektion. Dabei ist es auch um das Fernwärmenetz gegangen.»

Warten auf den Umbau: Das Personal des Spitals Merlach wird länger als geplant in den alten Räumen weiterarbeiten.Bild Charles Ellena/a

Zahlen und Fakten

Frühe Volksabstimmung hat ihr Ziel verfehlt

Das Spital Merlach soll in den nächsten Jahren umgebaut und um einen Neubau erweitert werden. Die Zahl der Betten würde von 49 auf 72 steigen. Das Projekt kostet rund 55,5 Millionen Franken. Gut 30 Millionen Franken soll der Kanton bezahlen: Dafür ist die Zustimmung des Freiburger Staatsrats und des Grossen Rats nötig. Die Gemeinden des Seebezirks teilen einen Kostenbeitrag von 25 Millionen Franken unter sich auf. Das Stimmvolk des Bezirks hat dies am 5.Februar 2012 an der Urne mit einem Ja-Anteil von 88 Prozent genehmigt. Die Bezirksabstimmung fand nicht zusammen mit den Eidgenössischen Abstimmungen vom 11. März statt, sondern gut einen Monat früher. Die Verantwortlichen wollten damit ermöglichen, dass der Grosse Rat in der Mai- oder Junisession den Umbau absegnen kann. Ein Baubeginn per Ende 2012 wäre denkbar gewesen. Dieser Zeitplan ist jetzt gescheitert. Wann die Umbauarbeiten nun frühestens beginnen, ist laut Oberamtmann Daniel Lehmann unklar. Weitere Verzögerungen könnte es wegen Einsprachen geben. mk

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