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Bevölkerung soll sich sicherer fühlen

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Bevölkerung soll sich sicherer fühlen

Eine Studie hilft bei der Suche nach «bürgernahen» Lösungen

Acht Prozent der Jugendlichen der Agglomeration Freiburg sind in den letzten fünf Jahren Opfer einer Aggression geworden. Gerade bei der Jugend ist das Gefühl der Unsicherheit sehr ausgeprägt, wie eine Umfrage zeigt.

Von ARTHUR ZURKINDEN

Seit Ende März dieses Jahres verfügt die Kantonspolizei über eine «bürgernahe Polizei». Sie besteht vorläufig aus acht Mann und ist in der Agglomeration Freiburg tätig. Staatsrat Claude Grandjean, Sicherheitsdirektor, will den Bestand auf zwanzig erhöhen und verlangt deshalb im Staatsbudget 2005 zwölf weitere Stellen.

Studie untermauert Bedürfnis

Die Kantonspolizei selber möchte vor allem auch eine «bürgernahe Polizei», welche den Erwartungen der Bevölkerung entspricht, wie Polizeikommandant Pierre Nidegger am Montag vor den Medien sagte. Deshalb gab sie einem spezialisierten Büro (TC Team Consult) eine Studie (lokale Sicherheitsdiagnostik) in Auftrag. In einer ersten Phase wurde eine repräsentative Umfrage durchgeführt. 250 Personen in der Stadt Freiburg und 250 in den andern neun Gemeinden der Agglomeration Freiburg wurden über ihre Sicherheitsbedürfnisse befragt.

«Die Studie hat bestätigt, was wir schon wussten. Es sind aber auch einige Elemente zum Vorschein gekommen, denen wir besondere Beachtung schenken werden», resümierte Staatsrat Grandjean einleitend das Ergebnis der Studie.

Neuer Polizeiposten
in den ehemaligen GFM-Garagen?

So hat die Studie ergeben, dass sich 22,8 Prozent der Befragten der Stadt Freiburg ab 22 Uhr nicht mehr sicher fühlen. In den übrigen Gemeinden der Agglomeration sind es 15,5 Prozent. Als unsicher gelten vor allem der Bahnhof Freiburg sowie die Quartiere Schönberg und Villars-Vert (Villars-sur-Glâne), wie Hauptmann François Schmutz, Chef der Region Zentrum, ausführte. «Das heisst noch nicht, dass in diesen Orten tatsächlich mehr Gewalttaten verübt werden», ergänzte er.

Gefühl der Unsicherheit
in den öffentlichen Transportmitteln

Die Polizei will aber als Folge der Studie ihre Präsenz rund um den Bahnhof Freiburg (Perolles, Schützenmatte, Georges-Python-Platz) verstärken. Sie denkt auch an die Eröffnung eines Polizeipostens in den ehemaligen Bus-Garagen der GFM (TPF) an der Pilettesgasse.

Ausgeprägt ist das Gefühl der Unsicherheit abends in den Zügen und in den Bussen. «Rund 60 Prozent der Bahn- und Bus-Benützer fühlen sich nach 20 Uhr unsicher. Zehn Prozent der Einwohner von Grossfreiburg verzichten gar auf die Benützung der öffentlichen Transportmittel aus Sicherheitsgründen», führte Schmutz weiter aus. Dies treffe vor allem für ältere Leute zu. Aber auch 4,3 Prozent der Jugendlichen unter 20 Jahren meiden abends Züge und Busse. «Wir haben mit den tpf-Verantwortlichen gesprochen», führte er aus. Eine detaillierte Analyse soll weitere Erkenntnisse bringen. Nebst einer vermehrten Polizei-Präsenz wird auch eine Zusammenarbeit mit privaten Sicherheitsunternehmen (Securitrans) vorgesehen.

Unfälle verhüten

Die Studie empfiehlt den Behörden weiter, die Unfallverhütung in der Agglomeration Freiburg ebenfalls prioritär zu behandeln. Die Statistik zeigt nämlich, dass die Unfallhäufigkeit in der Agglomeration Freiburg grösser ist als im übrigen Kantonsgebiet. Auf 1000 Einwohner sind in der Agglo im Jahre 2002 3,25 Personen verletzt worden gegenüber 2,61 im übrigen Kanton. Mit verschiedenen Aktionen will die Polizei das Unfallrisiko senken. Laut Schmutz ist u. a. eine bessere Platzierung der Polizeihostessen vorgesehen, aber auch Massnahmen zur Senkung der Geschwindigkeiten sowie eine bessere Zusammenarbeit mit der Lokalpolizei.

Alkoholkonsum
als grosses Problem

Sowohl Sicherheitsdirektor Claude Grandjean als auch die Spitze der Kantonspolizei waren am Montag überrascht vom hohen Anteil der Jugendlichen (acht Prozent), die in den letzten fünf Jahren in der Agglo Freiburg Opfer einer Aggression geworden sind, zumal dieser Anteil gesamtschweizerisch bei 1,4 Prozent liegt. Die Studie hat weiter ergeben, dass die Opfer vor allem männlich sind, dass 40 Prozent der Delikte während der Freizeit geschehen, dass 40 Prozent der Gewalttaten von Gruppen verübt werden und dass in 25 Prozent der Fälle eine Waffe (Schweiz = 29 Prozent) im Spiel war.

«In 37,5 Prozent der Fälle stand der Aggressor unter Alkoholeinfluss. Der Einfluss der Drogen wird von den Opfern nur sehr selten erwähnt», hielt Schmutz weiter fest. «Der Alkohol verursacht enormen Schaden. Er ist ein grosses Problem für unsere Jugend», doppelte Grandjean nach.

Lebensqualität verbessern

«Auch die Jugendlichen wollen Polizisten in Uniform sehen, damit sie sich sicherer fühlen», fasste der zuständige Staatsrat zusammen. Einig war man sich aber auch darin, dass allein durch die vermehrte Präsenz einer bürgernahen Polizei nicht alle Probleme gelöst werden können. Die Ausarbeitung von Konzepten zusammen mit Eltern, Schulen, Gastwirten, Jugendorganisationen, Jugendarbeitern usw. wird notwendig sein, um in den Quartieren und anderswo die Sicherheit zu erhöhen, wie betont wurde.

«Wir müssen die Lebensqualität erhöhen», ergänzte Grandjean, der festhalten konnte, dass die ersten Erfahrungen mit der «bürgernahen Polizei» sehr positiv seien. Geschätzt würden vor allem auch die Kontakte zu den verschiedensten Kreisen, um gemeinsam nach Lösungen zu suchen. «Der Polizist bleibt aber ein Polizist. Er ist kein Jugendarbeiter», meinte jedoch Sicherheitsdirektor Grandjean.
Rasches Ausrücken ist gefragt

Noch mehr geschätzt als eine uniformierte Polizei, die zu Fuss patrouilliert, ist eine Polizei, die sofort da ist, wenn sie gerufen wird.

Fast 50 Prozent der Befragten der erwähnten Studie gaben das rasche Ausrücken der Polizei als erste Priorität in deren Tätigkeit an, wie Kommandant Pierre Nidegger ausführte. 40 Prozent sehen die Bürgernähe der Polizei als die wichtigste Aufgabe, während acht Prozent dem Polizeiposten im Quartier erste Priorität einräumten.

Unzivilisiertes Verhalten

Im Gegensatz zu den Aggressionen ist das unzivilisierte Verhalten in der Agglomeration Freiburg nicht grösser als in der übrigen Schweiz. Laut Umfrage waren 53,6 Prozent der befragten Personen der Stadt Freiburg in den letzten fünf Jahren mindestens einmal Opfer eines unzivilisierten Verhaltens geworden. Darunter sind vor allem die nächtlichen Ruhestörungen, die Jugendbanden und die Verkehrsprobleme zu nennen.

«Die Effizienz der bürgernahen Polizei wird in der Agglomeration vor allem an der Fähigkeit der Polizei gemessen, das Gefühl der Unsicherheit, das vom unzivilisierten Verhalten hervorgerufen wird, abzubauen», hielt Nidegger weiter fest.

Im Hinblick auf die Vorbeugung der Jugendgewalt will die Polizei eine eigene Jugendbrigade schaffen, die öffentlichen Gaststätten besser kontrollieren und die Betreuung der Opfer verbessern. az

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