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Blick in das künftige Herz der Politik

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Tritt man vom Vorplatz her ebenerdig durch das von Bauzäunen verdeckte Tor in das Rathaus, so stellt das in der knapp 500-jährigen Geschichte des Gebäudes ein Novum dar. Bisher nutzten die Besucher immer den Eingang im ersten Stock; neu wird das Erdgeschoss zum Knotenpunkt des politischen Lebens Freiburgs. In diesem künftigen Empfangsraum sind die Bodenplatten entfernt. Es riecht nach alter Erde: Auf diese Erde fällt erstmals nach 500 Jahren wieder Tageslicht.

Die Arbeiten zum Umbau und zur Renovation des Freiburger Rathauses haben Fahrt aufgenommen. Gestern haben die Bauherren den Medien erstmals Einblick in die Baustelle gewährt. Die Arbeiten sind im Zeitplan, damit das Gebäude auf Beginn der kommenden Legislatur wieder dem Grossen Rat übergeben werden kann. Neu wird es als einziger Standort ganz dem Parlament zur Verfügung stehen. Seit das Kantonsgericht ausgezogen ist, stehen grosse Teile leer.

Erste Gesamtrenovation

«Vom historischen Wert her ist es das zweitwichtigste Gebäude Freiburgs nach der Kathedrale», sagte der verantwortliche Architekt, Stéphane Emery, vom Büro Aeby Aumann Emery. Es sei die erste komplette Renovation nach 500 Jahren. Bisher seien die Arbeiten immer stückweise erfolgt. «Einige Änderungen waren ­gute Arbeiten, andere waren nicht sehr logisch. Jetzt können wir etwas Kohärenz hineinbringen.»

Wie Emery sagte, findet beim laufenden Projekt eine stetige Interessenabwägung zwischen den heutigen Bedürfnissen und dem Erhalt historischer Elemente statt. Deshalb steht die Bauherrschaft seit Projektbeginn in engem Dialog mit dem Kulturgüterschutz und Vertretern des Grossen Rates.

Bisher haben die Grossratsmitglieder einzig einen Kleiderhaken für die persönliche Nutzung gehabt, sagte CSP-Grossrat Benoît Rey. In Zukunft wird es Arbeits- und Aufenthaltsräume geben. Das Gebäude wird den Parlamentariern immer offen stehen, nicht wie bisher nur zur Zeit der Sessionen.

Erwartete Überraschungen

Die Führung durch die Baustelle beginnt im Erdgeschoss, das in Zukunft ein Ort des Austauschs zwischen der Bevölkerung und der politischen Welt sein soll. Die Zwischenwände, die für die Büros der Kantonsrichter eingerichtet worden waren, sind inzwischen entfernt; die ursprüngliche Dimension der früheren Lagerhalle ist nun wieder sichtbar. Dabei hat sich gezeigt, dass sich das Rathausgebäude über die 500 Jahre verformt hat. Einzelne der massiven Stützbalken sind heute gespalten; derzeit garantieren Metallstützen die Statik des Gebäudes.

«Wir wussten, dass es Überraschungen geben wird», sagte der Architekt Emery. Und zwar positive wie auch negative. Die kaputten Holzpfeiler müssen zwar ersetzt werden, sie stellen aber weder geplante Arbeiten infrage, noch treiben sie die Bauzeit in die Länge oder die Kosten in die Höhe. Dafür sind andernorts hinter der Wandverkleidung Strukturen und Wandmalereien aufgetaucht, die an jene des fast zur gleichen Zeit gebauten Berner Rathauses erinnern.

Ein einziger Ort für den Lift

Die grösste Intervention stellt eine Aushöhlung im vorderen Teil des Erdgeschosses dar. Saaneseitig befinden sich bereits zwei Untergeschosse. Nun gibt es auch stadtseitig eines: Sanitäre Anlagen finden dort Platz. Vom Erdgeschoss aus, etwas links vom Eingang, wird künftig ein Lift in die Höhe führen. «Es ist der einzige Ort im ganzen Gebäude, wo ein Lift möglich ist», so Emery.

Kaum verändert wird der geschützte Grossratssaal im ersten Stock, der bereits 1999 renoviert wurde. Die Eingriffe betreffen die Heizung und die Lüftung. Gleich nebenan werden die Ratsweibel künftig einen Raum ganz für sich haben. Nach den Arbeiten wird dahin ein Original-Tisch von 1546 aus dem Museum zurückgestellt, auf dem die Stimmenzähler künftig Wahlbulletins auswerten werden. Früher warteten in diesem Raum Beschuldigte auf ihr Urteil.

Die Turmecke unter der Rathausuhr diente zuletzt als Abstellkammer. Es war der frühere Tresorraum für Kriegsbeute. Bei der jetzigen Renovation wird da die Tür wieder mit einer schweren Schlossvorrichtung versehen.

Zahlen und Fakten

Vielfältige Nutzung in 500 Jahren

2020 und 2021 kann das Rathaus nicht für die Sessionen des Kantonsparlaments verwendet werden. Geplant war, diese im Polizeigebäude durchzuführen. Nach einer Session wurde dies aufgrund des Coronavirus unmöglich. Zwei Sessionen fanden im Forum Freiburg statt, und die nächsten sind in der Festhalle St. Leonhard angesetzt. Für den Umbau des Rathauses hatte der Grosse Rat im Oktober 2018 einstimmig einen Kredit von 19  Millionen Franken genehmigt; zuvor waren 1,43 Millionen für einen Studienkredit verwendet worden. Das Rathaus wurde 1522 in Betrieb genommen; 1782 folgte der Wachtposten. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts diente es dem Staat und der Stadt gemeinsam. Es diente auch als Getreide- und Salzlager, Zeughaus, Gefängnis, Archiv, Gericht, Aufbewahrungsort für Kriegsbeute und für die Gendarmerie.

uh

 

 

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