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Die Puzzleteile von Teichmann passen endlich zusammen

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Jil Teichmann spricht von einem Puzzle, das sie aus den verschiedenen Elementen ihres Spiels zusammensetzen müsse. Beim hoch dotierten Turnier in Cincinnati gelang ihr dies mit dem Finaleinzug so gut wie noch nie.

Der Abschluss ihrer «Wahnsinnswoche» war für Jil Teichmann schmerzhaft. In der Glutofen-Hitze von Cincinnati warf sie gegen die derzeit beste Tennisspielerin alles in die Waagschale, konnte gegen Ashleigh Barty aber nur vier Games gewinnen. Zudem plagten die 24-jährige Seeländerin Blasen an Händen und Füssen. Grund zur Klage fand sie dennoch keinen.

Teichmann gelang es bereits wenige Minuten nach dem verlorenen Final im US-Bundesstaat Ohio, das Positive zu sehen. Sie hatte – wie zuvor in diesem Sommer schon Viktorija Golubic mit dem Wimbledon-Viertelfinal und Belinda Bencic mit dem Olympiasieg – einen Meilenstein geschafft. Und selbstbewusst betont die Linkshänderin, dass sie sich dies auch absolut zugetraut hatte. Trotz einem bisher sehr schwierigen Jahr. Einem Puzzle gleich musste sie die einzelnen, bereits sehr guten Teile ihres Spiels richtig zusammensetzen.

In Montreal machte es Klick

Gerade mal eine Partie hatte Teichmann in den letzten drei Monaten gewonnen. Es war aber die fünfte Niederlage in dieser Zeitspanne vor zwei Wochen in Montreal, die in ihr wieder Zuversicht weckte. Die in Barcelona geborene und aufgewachsene Tochter von Zürcher Eltern verlor in drei Sätzen gegen die formstarke Danielle Collins, die eben von einem Turniersieg in San Jose kam. «Ich kam vom Platz, es war ein knapper Match, und ich sagte zu meiner Physiotherapeutin: Jetzt spüre ich, dass der Körper wieder bereit und mein Spiel da ist.» Sie habe gewusst, dass, wenn sie konsequent weiterarbeite, auch die Resultate wieder kommen würden.

Für Teichmann war es nur eine Frage der Zeit, bis es wieder Klick macht. «Ich war bereits Anfang Jahr sehr gut drauf», betont sie. Dann aber kam eine ganze Reihe von Verletzungen, die sie einbremsten.

Lange hing Teichmann das Label einer Sandplatz-Spezialistin an. «Das sagen vor allem die Medien und Aussenstehende», meint der Fan des FC Barcelona. Vielleicht liegt es an den vielen Jahren in Spanien, vielleicht an der spanischen Trainercrew (die ehemaligen Spitzenspieler Arantxa Parra, die in Amerika dabei ist, und Alberto Martin) oder an der herausragenden Serie im Sommer vor zwei Jahren mit den Turniersiegen in Prag und Palermo. Doch Teichmann findet: «Für mich war immer klar, dass mein Spiel auch auf Hartplatz sehr gut funktioniert. Nur schon der Aufschlag ist hier viel wirkungsvoller.»

Das dürfte nun endgültig allen klar geworden sein. In Cincinnati schlug Teichmann in fünf Spielen nicht weniger als 30 Asse. Und die Gegnerinnen waren unter anderen Naomi Osaka, die Gewinnerin des letzten US und Australian Open, Belinda Bencic, die Gold- und Silbermedaillen-Gewinnerin in Tokio, sowie die Wimbledon-Finalistin Karolina Pliskova – 

drei Spielerinnen aus den Top 12 der Welt. Es brauchte schon die Nummer 1 Ashleigh Barty, um Teichmanns Lauf zu stoppen. Im Final gelangen ihr auch nur zwei Asse. «Der Aufschlag ist das Einzige, bei dem ich frage, was gewesen wäre, wenn ich im Final besser serviert hätte.»

In der Weltspitze angekommen

Mit den 585 Punkten (und 188’945 Dollar Preisgeld) für den Finaleinzug verhinderte Teichmann einen Absturz im WTA-Ranking. Als Nummer 44 gehört sie nun im Gegenteil wieder zu den besten 50 der Welt. Mit Bencic (12), Golubic (45) und Teichmann gehören nun drei Schweizerinnen zu diesem illustren Kreis. Und trotz ihrem klaren Sieg im ersten Duell mit der Seeländerin ist auch für Barty klar: «Du gehörst hierher», sagte sie anerkennend zur Schweizerin. In solche Finals, zu den Besten der Welt.

Nun geht es für Teichmann darum, den Exploit von Cincinnati zu bestätigen. Schon in der Vergangenheit hat sie bewiesen, dass sie auf sehr hohem Niveau spielen kann, wenn es ihr läuft. Ihr Linkshänder-Spiel ist für jede Gegnerin eine Herausforderung, sie kann den Ball enorm beschleunigen, ist aber auch physisch und in der Defensive stark. Was bisher noch fehlt, ist die Konstanz.

Am US Open wird die Hundeliebhaberin nächste Woche nicht gesetzt sein, doch niemand wird sich freuen, Teichmanns Name im Tableau in der Nähe zu sehen. Hitze und Blasen werden sie nicht stoppen. «Die Hitze ist für alle gleich, damit habe ich kein Problem.» Und lachend fügt sie hinzu: «Die Blasen sind nichts, das gehört für einen Tennisprofi dazu.» Zu lachen hat das Sprachtalent – Teichmann spricht fliessend Deutsch, Spanisch, Englisch, Französisch und Katalanisch – derzeit tatsächlich allen Grund.

Sie freut sich nämlich auf noch mehr Zuschauer als in Cincinnati, wo ihr in den USA studierender Bruder eine ganze Fangruppe mitbrachte. «Ich geniesse solche Spiele auf dem Center Court gegen starke Gegnerinnen und mit vielen Leuten», erzählt Teichmann strahlend. «Das ist perfekt für mich.» Und eine Warnung an die Gegnerinnen.

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