Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

«Das schwächste Glied in der Kette»

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Professionelle Kunstschaffende haben zwar Hochschulabschlüsse und vielfältige Fähigkeiten, doch im Gegensatz zu anderen Berufsleuten fehlt ihnen die Sicherheit eines regelmässigen Einkommens. Was unter normalen Umständen schon schwierig ist, wird in der Krise zum grossen Problem. «Corona akzentuiert die Schwäche des Systems», sagt Natacha Roos, Vorsteherin des Kulturamtes der Stadt Freiburg. «Die Künstler sind das schwächste Glied in der Kette, doch von ihnen hängt alles ab. Ohne sie gibt es keine kulturellen Veranstaltungen, kein Publikum und keine Kulturinstitutionen.»

Dreizehn Mini-Residenzen

Die Stadt Freiburg hat darum Anfang Juni ein Massnahmen-Paket beschlossen, um professionelle Kulturschaffende, die in der Gemeinde ansässig sind, zu unterstützen (die FN berichteten). 250 000 Franken stellt sie für fünf Massnahmen zur Verfügung (siehe Kasten). Jetzt sind die ersten Massnahmen angelaufen, und schon jetzt profitieren 65 Künstlerinnen und Künstler davon, wie die Verantwortlichen gestern vor den Medien bekannt gaben.

Am weitesten fortgeschritten ist das Projekt von dreizehn Mini-Kunstresidenzen. Eine Jury hat dafür dreizehn Musiker, Choreografinnen, Schauspieler und bildende Künstlerinnen ausgewählt. Sie erhalten je ein Stipendium von 5000 Franken, mit dem sie während zweier Monate arbeiten können. Die Residenzen sind weder an eine feste Zeit noch an einen festen Ort gebunden. Die Künstler können arbeiten, wo sie wollen. Wenn jemand ein Lokal brauche, werde die Stadt helfen, dieses zu finden, präzisierte Natacha Roos. Im Gegensatz zu anderen Residenzen müssen die Kunstschaffenden am Ende kein Ergebnis präsentieren. Einzige Bedingung ist, dass sie eine Begegnung mit dem Publikum organisieren. Auch das städtische Kulturamt wird den Austausch suchen: Im Herbst werde man alle dreizehn Teilnehmerinnen und Teilnehmer zusammenbringen, um mit ihnen über den Status von Kunstschaffenden zu diskutieren, so Roos.

21 Künstler, die für die Mini-Residenzen nicht berücksichtigt werden konnten, werden Schaffensbeiträge für aktuelle Projekte erhalten. Diese Massnahme habe man beschlossen, um all jenen zu helfen, die bei den anderen Massnahmen nicht zum Zuge kämen, erklärte Roos. Die Liste der Begünstigten sei noch nicht vollständig und die Höhe der Beiträge noch nicht festgelegt.

Visuelles Zeugnis der Krise

In Zusammenarbeit mit Vis­arte, dem Berufsverband der visuell schaffenden Künstlerinnen und Künstler, unterstützt die Stadt Freiburg weiter 23 Kunstschaffende mit je 1500 Franken. Diese Künstlerinnen und Künstler hat eine Jury von Visarte für das Projekt «Coronarte» ausgewählt. Ziel ist, ein gemeinsames visuelles Zeugnis der Corona-Zeit zu schaffen. Die Arbeiten sollen auf verschiedenen Kanälen öffentlich zugänglich gemacht werden, etwa mit einer Plakataktion.

Acht Künstler wurden für das Mediationsprojekt «Die (Un)bekannten» ausgewählt. Dieses wird in Zusammenarbeit mit der Stadtbibliothek entwickelt und führt als roter Faden bis ins Jahr 2021, wenn die Schweiz das 50-Jahr-Jubiläum des Frauenstimmrechts feiert. Noch bis Mitte August läuft die Bewerbungsfrist für künstlerische Projekte in Zusammenhang mit der Schubertiade, die im September 2021 in Freiburg stattfindet.

Die Stadt Freiburg habe schnell reagiert, um die professionellen Kulturschaffenden in der Krise zu unterstützen, sagte Gemeinderat Laurent Dietrich. «Wir wollten das Geld nicht nach dem Giesskannenprinzip verteilen, sondern gezielt und in Ergänzung zu den Massnahmen von Bund und Kanton helfen.» Künstlerinnen und Künstler seien von der Krise besonders betroffen und brauchten die Unterstützung. «Corona hat den Blick dafür geschärft und uns in vielem eine Lektion erteilt.»

Corona-Hilfe

Die fünf Massnahmen im Überblick

Massnahme 1: Mini-Kunstresidenzen, dotiert mit je 5000 Franken für die künstlerische Suche und Entwicklung. Dreizehn Kunstschaffende wurden dafür ausgewählt.

Massnahme 2: Unterstützung der künstlerischen Recherche von professionellen Kunstschaffenden. Bisher wurden 21 Begünstigte ausgewählt, weitere könnten dazukommen. Der genaue Geldbetrag steht noch nicht fest, da er vom Fortschreiten der anderen Massnahmen abhängt.

Massnahme 3: Projektwettbewerb für die Schubertiade 2021: Musikerinnen und Musiker, aber auch andere Kunstschaffende sind aufgerufen, originelle und interdisziplinäre Ideen einzureichen. Die Frist läuft noch bis zum 14. August.

Massnahme 4: «Coronarte»: Visuelle Künstlerinnen und Künstler zeigen Werke, die in Zusammenhang mit der Pandemie entstanden sind. Der Berufsverband Visarte hat 23 Kunstschaffende ausgewählt; sie erhalten je 1500 Franken.

Massnahme 5: «Die (Un)bekannten», ein Mediationsprojekt im Hinblick auf 50 Jahre Frauenstimmrecht in der Schweiz 2021. Acht Kulturschaffende aus verschiedenen Disziplinen wurden selektioniert und entwickeln unter anderem einen Rundgang im historischen Stadtzentrum, in dem es um Freiburger Frauen geht.

cs

Kommentar (0)

Schreiben Sie einen Kommentar. Stornieren.

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Die Pflichtfelder sind mit * markiert.

Mehr zum Thema