Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Der Schweiger Kimi Räikkönen geht

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Kimi Räikkönen tritt nach gut 20 Jahren in der Formel 1 ab.
Keystone

Ein besonderer Typ mit Kultstatus tritt in der Formel 1 ab. Kimi Räikkönen verabschiedet sich am Sonntag beim GP von Abu Dhabi gut 20 Jahre nach seinem Debüt. Er würde es am liebsten still und leise tun.

Emotionen zeigen? Geht nicht. Geschichten erzählen nach 19 Saisons in der Formel 1? Wozu auch. Räikkönen verlässt die grosse Bühne, wie er sie einst betreten hat. Damals, als schüchterner, schmächtiger Bursche, dem Peter Sauber den Einstieg in den Grand-Prix-Zirkus ermöglicht hatte. Es war in den Augen vieler ein Entscheid gegen jede Vernunft gewesen, den unerfahrenen Finnen zum Stammfahrer zu befördern.

Doch der Jüngling stand auf Anhieb seinen Mann. Gleich in seinem ersten Formel-1-Rennen fuhr er in die Punkteränge. Sechster war er im März vor 20 Jahren im Grand Prix von Australien geworden. Die Stimmung schlug um, Sauber wurde nicht mehr kritisiert und angefeindet, sondern gelobt für seine Weitsicht und seinen Mut. Räikkönen hatte mit seinem Talent alle beeindruckt.

Das Innere als Geheimnis

Wie es ihm selber damals ergangen war? Räikkönen hätte wohl einiges zu erzählen gehabt, etwa nach seinem Wechsel nach nur einer Saison bei Sauber zu McLaren, über die Zusammenarbeit mit dem oft griesgrämigen Teamchef Ron Dennis. Doch der Finne schwieg. Sein Inneres war nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. Er hütete es wie ein Geheimnis. Reden mochte er ohnehin nicht gerne, noch nie und bis zum heutigen Tag nicht. Räikkönen blieb der Schweiger mit dem Hang zur Einsilbigkeit, die er viel zu selten durch den einen oder anderen kernigen Spruch unterbrach.

Das ganze Brimborium, das eine globale Rennserie mit sich bringt, war Räikkönen ein Gräuel. Auftritte vor Publikum, Medientermine eingeschlossen, brachte er meist emotionslos hinter sich. Er machte sich nicht einmal die Mühe, sein Desinteresse zu vertuschen. Er wollte stets sich selber sein. Sich zu verbiegen, kam für ihn nicht in Frage. Dabei, so erzählten es Mitarbeiter, habe der kühle Blonde mit dem meist ernsten Blick durchaus Humor gehabt. Räikkönen hatte auch hier seine Prinzipien. «Wer witzig ist, muss nicht lachen», hat er einmal gesagt.

Räikkönen war stets anders als seine Fahrerkollegen. Das Vorgegebene passte ihm nicht in den Kram. Seine Überzeugung vom eigenen Tun war gross genug für dieses Anderssein. Vielleicht war es gerade dieses Abweichen vom Herkömmlichen, das ihn zu einem der beliebtesten Fahrer werden liess. Vielleicht war es aber auch, weil er stets mit beiden Füssen auf dem Boden stand, weil er sich trotz aller Privilegien nie als etwas Besonderes sah, sondern als den normalen Typ Mensch, der sich nicht davor scheut, seine Bedürfnisse neben der Rennstrecke auszuleben. Seine Eskapaden unter Alkoholeinfluss etwa sorgten bei seinen Vorgesetzten für Unmut, bei seinen Anhängern förderten sie den Kultstatus.

Rekord? Was solls?

Räikkönen zieht sich im Alter von 42 Jahren am Sonntag als Rekordmann nach 349 Grands Prix zurück. Nach anderer Zählart waren es 350 oder 351. Was macht das schon. Räikkönen ists egal. Mit Zahlen oder Statistiken hat er sich nie beschäftigt. Seine Bilanz beeindruckt aber allemal. 21 Rennen hat er gewonnen, insgesamt hat er in seinem Palmarès 103 Podestplätze stehen und, als Höhepunkt, den Weltmeister-Titel, den er vor 14 Jahren in seiner ersten Saison in Diensten der Scuderia Ferrari errungen hat.

Zwei Jahre nach dem grossen Triumph hatte Räikkönen der Formel 1 ein erstes Mal den Rücken gekehrt. Nach der Ausbootung in Maranello war für ihn selbst das Nötigste abseits der Rennstrecke zu viel geworden. Er versuchte sich mit mässigem Erfolg als Rallye-Fahrer und wagte auch einen ganz kurzen Abstecher in die nordamerikanische Nascar-Serie. Zwei weitere Jahre später war er zurück in der Formel 1 – selbstverständlich einzig und allein um des Fahrens Willen.

Was jetzt kommt, nach dem zweiten, endgültigen Abgang? Vorab will Räikkönen Familienvater sein, Zeit mit seiner Frau Minttu und den Kindern Robin und Rianna verbringen in seinem Heim in Baar im Kanton Zug. Sonst habe er keine Pläne und mache auch keine Pläne, hat er dieser Tage gesagt. Und hätte er Pläne, er würde sie mit Sicherheit nicht preisgeben.

Räikkönen, wie er leibt und lebt halt. Seine Eigenart wird fehlen. Vielleicht sogar sein Schweigen.

Kommentar (0)

Schreiben Sie einen Kommentar. Stornieren.

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Die Pflichtfelder sind mit * markiert.

Mehr zum Thema