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Der Sensebezirk bietet Überraschungen

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«Die Publikation soll den frankofonen Freiburgern den Sensebezirk näherbringen, und die Sensler sollen sich in den Texten wiederentdecken», so Bernhard Altermatt über das neueste Projekt der Vereine Kultur Natur Deutschfreiburg (Kund) und Pro Fribourg. Altermatt sitzt bei beiden im Vorstand. Die Vereine präsentierten gestern den Medien in Ueberstorf ihre je 84-seitigen Publikationen in zwei Sprachen «Der Sensebezirk zwischen Tradition und Moderne» (siehe Kasten). Architektur, Geschichte und Identität – aus verschiedenen Blickwinkeln nähern sich fünf Autoren dem Sensebezirk mit dem Ziel, die Geschichte als auch das heutige Gesicht des Bezirkes aufzuzeigen.

Architektur im Sensebezirk

Der Kunsthistoriker Christoph Allenspach vom Freiburger Amt für Kulturgüterschutz widmet sich in seinen zwei Kapiteln der Bauweise im Sensebezirk, die sich ab den 1950ern durch den Betonbau verändert hat. So seien die Sensler Dörfer nicht auf den Bauboom der Fünfzigerjahre vorbereitet gewesen, da sie eher ländlich geprägt waren. Raumplanerische Leitplanken hätten gefehlt, wie Allenspach schreibt. Doch wehrten sich die Sensler auch gegen moderne Bauten und erliessen kommunale Baureglemente, die beispielswei­- se bestimmte Dachneigungen vorschrieben mit dem Zweck, Flachdächer zu verhindern.

Auffällig sei für den Sensebezirk, dass dort eher Einfamilienhäuser gebaut wurden anstelle verdichteter Bauten. Doch gebe es dennoch «rare Perlen der Avantgarde», so in Flamatt: 1958 baute das erste Architekturkollektiv der Schweiz, Atelier 5 aus Bern, ein Reihenhaus mit sechs Duplex-Wohnungen aus Sichtbeton. Dieses Bauwerk diente als Prototyp für die grosse Reihenhaussiedlung in Halen bei Bern, die «heute international zu den bedeutendsten Gebäuden der 1960er-Jahre zählt», so Allenspach in der Publikation. Für Flamatt war dies etwas Neues, da es damals noch aus traditionellen Häusern bestand.

Oskar Lötscher über die Entwicklungsvorhaben im Sense-Oberland.

Nach der Architektur des 20. Jahrhunderts befasst sich der Artikel der Kunsthistorikerin Daniela Schneuwly-Poffet mit der Kirchenmalerei und -architektur des Historismus im gesamten Sensebezirk, die zwischen 1860 und 1920 entstanden ist. Mit einer Vielzahl von Bildern illustrierte Schneuwly-Poffet ihre Beispiele für Sakralbauten in ihrem Artikel.

Sprache und Identität

Auch die Kultur und die Sprache, die für den Sensebezirk typisch sind, werden in der Publikation erörtert. So verortete der Historiker Bernhard Altermatt im ersten Kapitel den Sensebezirk und und Deutschfreiburg allgemein im Kontext der Geschichte der freiburgischen Sprachenpolitik. Unter dem Titel «Kuriose Sprache dank Abschottung» befasst sich der Dialektologe, Schriftsteller und Journalist Christian Schmutz mit der Identität der Senslerinnen und Sensler und schaute bis zu 50 Jahre zurück in die Vergangenheit.

Mit der Einführung «Eine eigenwillige Betrachtung des Bezirks durch einen Exil-Sensler» folgt ein Kapitel von Walter Tschopp, der teils mit autobiografischen und teils historischen Aspekten seine Sichtweise auf den Sensebezirk illustrierte. Tschopp war Konservator am Museum für Kunst und Geschichte in Neuenburg. Bis zu seinem dreizehnten Lebensjahr wuchs er im Sensebezirk auf. Der Präsident von Kultur Natur Deutschfreiburg, Franz-Sepp Stulz, bemerkte am Schluss der Konferenz, dass der Titel gut ausgesucht sei: «Durch die Geschichte können wir die Gegenwart besser verstehen. Doch müssen wir nach vorne schauen, wenn wir die Zukunft mitgestalten wollen.»

Zum Buch

Der Wandel im Sensebezirk

Die Vereine Kultur Natur Deutschfreiburg und Pro Fribourg erarbeiteten gemeinsam die Publikation «Der Sensebezirk zwischen Tradition und Moderne». Die Vereine brachten jeweils eine Ausgabe auf Deutsch und eine auf Französisch heraus. Unter der Leitung von Stéphanie Buchs von Pro Fribourg schrieben fünf Autoren an der Publikation mit. Caroline Bruegger war für das grafische Konzept und das Layout zuständig. Das Buch ist in Freiburger Buchläden erhältlich oder kann online bei den Vereinen bestellt werden.

jp

 

 

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